Rätselhafter Nato-Flug über dem Kreis Cuxhaven: Warum die Boeing hier Kreise zieht
Kreisrund über dem Cuxland, dazu ein auffälliger Zickzackkurs über der Nordsee: Die Flugbewegungen einer Nato-Maschine und eines Hubschraubers sorgten für Rätsel. Was hinter den Routen steckt - und warum das "fliegende Auge" regelmäßig unterwegs ist.
Ungewöhnlich wirkende Flugbewegungen, die sich auf einer unter Planespottern ("Flugzeugbeobachtern") verbreiteten App ablesen ließen, zogen in der vergangenen Woche das Interesse unserer Leserschaft auf sich. Wie mit einem Zirkel gezogen wirkte eine kreisrunde Flugbahn, die eine Boeing am 29. Juli zwischen Wesermündung und Kugelbake beschrieb. Das Rufzeichen der Maschine ("NATO01") schien geeignet, Spekulationen zu befeuern. War es ein militärischer Einsatz, der am Nachmittag des fraglichen Tages im Küstenbereich geflogen wurde? Und welche Rolle spielte dabei ein anderes Luftfahrzeug, das sich, etwa 60 Kilometer von Emden entfernt, in auffälligem Zickzack-Muster über der offenen See bewegte?

Nato-Pressestelle bestätigt: eine AWACS-Maschine
Auf Nachfrage der CN/NEZ-Redaktion bestätigte die Nato-Pressestelle in Geilenkirchen bei Aachen (Startpunkt der Boeing E-3A Sentry), dass es sich um eine Maschine gehandelt hat, die zum fliegenden Frühwarnsystem des Verteidigungsbündnisses gehört. Dieses "Airborne Warning and Control System" (kurz: Awacs) ist seit mehr als 44 Jahren unweit der niederländischen Grenze stationiert. Maschinen, die mit multinationalen Crews besetzt sind, steigen seither regelmäßig zu Übungsflügen auf.

"Von der Nato-Air-Base in Geilenkirchen aus startend, fliegen die Nato-Awacs regelmäßig solche Trainingsflüge über Deutschland, auch über der Region Cuxhaven/Bremerhaven, da sich dort ein Übungs-Orbit befindet", teilte ein Nato-Sprecher mit. Solche Trainingsflüge seien wichtig, "um unsere Einsatzbereitschaft sicherzustellen und unsere Ausbildungsstandards auf höchstem Niveau zu halten". Wie der Sprecher ergänzte, übte die Awacs-Crew am 29. Juli zusammen mit belgischen und niederländischen Flugzeugen über der Nordsee.

Hubschrauberflug hatte anderen Hintergrund
Das Zickzack-Bewegungsmuster rührt nicht von diesen Jets her, es geht auf die Flugbahn eines in niedriger Höhe eingesetzten, zivilen Helikopters zurück. Dieser Hubschrauber gehört zur Flotte eines Offshore-Dienstleisters, der unter anderem sogenannte Hoisting-Einsätze übernimmt. Darunter versteht man das Absetzen von Technikern auf den Maschinenhäusern von Windkraftanlagen. Das auf der "Flightradar"-App aufgeploppte Bewegungsmuster deckt sich seiner geografischen Lage nach in etwa mit dem Standort des Offshore-Windparks Riffgat. Dass die Hubschrauber-Crew dort zu tun hatte, bleibt dennoch eine Vermutung: Eine Antwort auf eine Anfrage an das Unternehmen steht noch aus.
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