Chaos zwischen Hamburg und Cuxhaven: Deutsche Bahn nennt Grund für Zugausfälle
Die Deutsche Bahn hat sich zu den chaotischen ersten Betriebstagen auf der Strecke RE5 zwischen Hamburg und Cuxhaven geäußert und die Gründe dafür benannt. Auch die mangelhafte Information wird thematisiert.
Der Betreiberwechsel auf der Strecke Hamburg-Cuxhaven sollte eigentlich für mehr Stabilität sorgen. Seit dem 1. August 2026 fährt DB Regio auf der RE5. Doch bereits am ersten Wochenende kam es zu erheblichen Problemen. Ein Zug aus Hamburg endete am Sonnabend (1. August 2026) außerplanmäßig in Stade. Fahrgäste berichteten anschließend von langer Ungewissheit, fehlenden Informationen und Schwierigkeiten bei der Weiterreise nach Cuxhaven.
Nun hat die Deutsche Bahn auf eine Anfrage von cnv-medien.de reagiert. Nach Angaben eines Bahnsprechers war ein krankheitsbedingter Personalausfall im Stellwerk Hechthausen der Grund für die Einschränkungen. Zwischen 21.30 Uhr und 0.55 Uhr sei es deshalb zu Zugausfällen und Behinderungen zwischen Stade und Cuxhaven gekommen.
Positive erste Bilanz trotz der Schwierigkeiten
Grundsätzlich zieht die Bahn trotz der Schwierigkeiten eine positive erste Bilanz. "Der Betrieb auf der Linie läuft seit dem Betreiberwechsel weitestgehend stabil", erklärt der Sprecher gegenüber der CN/NEZ-Redaktion. Zugleich nehme DB Regio "die Erfahrungen und Rückmeldungen der ersten Betriebstage" sehr ernst.
Besonders viel Kritik hatte es von Reisenden daran gegeben, wie mit den in Stade gestrandeten Fahrgästen umgegangen wurde. Betroffene schilderten CNV-Medien, dass zeitweise Hunderte Menschen auf dem Bahnsteig gestanden hätten und über längere Zeit weder klare Durchsagen noch verlässliche Informationen über eine mögliche Weiterfahrt erhalten hätten. Auch im DB Navigator hätten brauchbare Hinweise gefehlt. Einige Reisende organisierten ihre Weiterfahrt schließlich selbst.

Die Bahn erklärt dazu, die Zugausfälle seien über die digitalen Reiseauskunftsmedien kommuniziert worden. Ein kurzfristig organisierter Ersatzverkehr mit Bussen sei jedoch nicht möglich gewesen. Die dafür notwendigen Buskapazitäten hätten kurzfristig nicht zur Verfügung gestanden.
Gerade bei ungeplanten Störungen sei es schwierig, innerhalb kurzer Zeit genügend Busse zu organisieren und diese rechtzeitig an den jeweiligen Einsatzort zu bringen, heißt es weiter. DB Regio stehe deshalb in engem Austausch mit seinem Dienstleister für Ersatzverkehre.
Dass die Situation für die Betroffenen dennoch nicht zufriedenstellend verlief, räumt die Bahn ausdrücklich ein. "Uns ist bewusst, dass die Situation für die betroffenen Fahrgäste sehr unbefriedigend war", sagt der Bahnsprecher. Der Anspruch sei, dass Reisende bei ungeplanten Zugausfällen schnell und verlässlich erfahren, welche Möglichkeiten für die Weiterreise bestehen. "Wir bedauern, wenn dies in der konkreten Situation nicht ausreichend gelungen ist."

Grundsätzlich verweist DB Regio bei Störungen auf die digitalen Informationsangebote. Fahrgäste sollten sich vor Fahrtantritt über bahn.de oder den DB Navigator informieren. Gerade dieser Hinweis dürfte bei einigen Betroffenen allerdings Fragen aufwerfen: Eine Pendlerin hatte der CN/NEZ-Redaktion berichtet, dass am Montagmorgen (3. August 2026) nach dem ersten Betriebswochenende zeitweise überhaupt keine Reiseauskunft für den RE5 im DB Navigator verfügbar gewesen sei. Auf die von CNV-Medien ebenfalls gestellte Frage nach der Ursache dieses technischen Problems geht die nun vorliegende Stellungnahme nicht näher ein.
Welche Hotline wurde angerufen?
Auch zur Kritik an der telefonischen Erreichbarkeit liefert die Bahn nur eine teilweise Erklärung. Um nachvollziehen zu können, warum ein Fahrgast niemanden erreicht habe, müsse bekannt sein, welche Hotline angerufen worden sei, so der Bahnsprecher. "Die bisherige Hotline von Start Unterelbe enthält derzeit einen Hinweis mit Weiterleitung auf den Kundendialog von DB Regio Niedersachsen/Bremen."
Für Verspätungen und Zugausfälle verweist die Bahn zudem auf die gesetzlichen Fahrgastrechte. Sie bittet die Betroffenen wegen der entstandenen Unannehmlichkeiten um Entschuldigung.
Unabhängig von den konkreten Schwierigkeiten auf der Strecke RE5 weist die Deutsche Bahn auf ein im Juli gestartetes Sofortprogramm zur Verbesserung der Kundenkommunikation hin. Gemeinsam mit dem Bund will die DB bis Ende 2027 zusätzlich rund 50 Millionen Euro investieren. Vorgesehen seien unter anderem präzisere und individuellere Reiseauskünfte, Verbesserungen bei der integrierten Reisendeninformation und neue Informationsangebote an Bahnhöfen.
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