Beim Wasserwerk Wingst wird das meiste Trinkwasserim Verbandsgebiet gefördert. Foto: Wasserverband
Beim Wasserwerk Wingst wird das meiste Trinkwasserim Verbandsgebiet gefördert. Foto: Wasserverband
Verbandsversammlung

Trinkwasser und Abwasser teurer: Neue Gebühren im Raum Wingst beschlossen

von Wiebke Kramp | 18.03.2026

Rund 15.000 Haushalte im Einzugsbereich des Wasserverbands WIngst müssen sich auf steigende Wassergebühren einstellen. Erhöhte Baukosten und nötige Investitionen führen zu einer Anpassung der Gebührenordnung.

Verbandsvorsteherin Carmen Sodtke mit Verbandsingenieur Sören Raap (r.) und dem kaufmännischen Leiter Patrick Pawlowski auf der Versammlung im Hotel Peter in der Wingst. Foto: Kramp

Wasser wird teurer. Darauf müssen sich mehr als 15.000 Haushalte einstellen, die vom Wasserverband Wingst beliefert werden. Auf der Verbandsversammlung des Wasserverbandes unter Federführung der Vorsteherin Carmen Sodtke gab es entsprechend einstimmige Beschlüsse für die Satzungsanpassungen für die Gebührenerhöhungen.

Verbandsingenieur Sören Raap erläuterte, dass dafür nicht zuletzt erheblich gestiegene Baukosten verantwortlich seien sowie anstehende Maßnahmen wie die fortlaufende Rohrnetzsanierung, Brunnenoptimierungen und auch technische Verbesserungen. So stehen zum Beispiel Fotovoltaikanlagen für die Kläranlagen Hemmoor und Oberndorf auf der Agenda der anstehenden Investitionen.

Die Grundgebühr im Bereich Trinkwasser wird von 7,60 Euro auf 8,90 Euro angehoben und die Verbrauchsgebühr steigt um 10 Cent auf 88 Cent pro Kubikmeter für Verbraucher von mehr als 1000 Kubikmetern. "Mit diesem Kubikmeterpreis unter einem Euro sind wir im Elbe-Weser-Raum bis hinunter nach Hamburg am günstigsten", erläuterte der kaufmännische Leiter Patrick Pawlowski.

Veränderungen wird es ab April auch bei der Abwassergebühr in der Samtgemeinde Land Hadeln geben. Sie wird um elf Cent erhöht auf 3,51 Euro pro Kubikmeter, und die monatliche Grundgebühr steigt von 4 auf 5 Euro. Keine Veränderungen werden bei den Abwassergebühren in der Samtgemeinde Hemmoor vorgenommen, dort beträgt die Abwassergebühr weiterhin 4,38 Euro pro Kubikmeter.

Seit Jahresbeginn ist der Wasserversorgungsverband zusätzlich neben den bisherigen Fäkalschlammabfuhren auch für die Koordination der Abfuhr von Kleinkläranlagen für die Bereiche Otterndorf, Osterbruch, Neuenkirchen sowie Nordleda und damit um rund 1000 Anlagen mehr, also nunmehr rund 6500, zuständig. Die Fäkalschlammabfuhr werde weiterhin von der Firma Hanse Wasser Bremen vorgenommen, deren Gebühren moderat gestiegen seien von 130 auf 134,66 Euro pro Abfuhr. In den Bereichen Hemmoor, Am Dobrock und Land Hadeln kostet die Fäkalschlammentsorgung 58,47 Euro pro Kubikmeter.

Verbandsingenieur Sören Raap meldete auf der Verbandsversammlung, dass die Versorgungs- und Entsorgungssicherheit das ganze Jahr über gegeben gewesen sei - trotz Stromausfalls Mitte des Jahres beim Wasserwerk Wingst sowie Abwasser mit teilweise eingeschränkter Ablaufqualität bei den Klärwerken Lamstedt und Oberndorf. Die Qualität des Trinkwassers sei hervorragend, so Raap. Belastungen durch PFAS und Maisherbizide befänden sich unter dem Grenzwert.

Von Januar bis Ende September wurden 3.244.690 Kubikmeter Trinkwasser abgegeben (Vorjahr: 3.083.535 Kubikmeter). Das Gros wird im Wasserwerk Wingst gefördert (3.230.110 Kubikmeter Rohwasser), ein deutlich geringerer Teil im Wasserwerk Dulonsberg (530.320 Kubikmeter). Einen relativ hohen Verlust im Vergleich zum Rohwassereingang wird laut Raap verzeichnet.

Die geforderte Wassermenge sei nicht zuletzt hoch, weil ein sehr hoher Anteil an den Strader Bereich abgegeben werde - fast doppelt so hoch wie veranschlagt.

Raap erläuterte, dass die hohen Netzverluste eingedämmt werden sollen und die Wasserabgabe an Stade auf das ursprüngliche Maß zurückgefahren werde. Beim Klärwerk Hemmoor sei die Klärgasproduktion sehr kostenaufwendig, die Anlage sei eigentlich zu klein. Positiv vermelden konnte er für den Bereich Hemmoor, dass es dort zu weniger Störungen durch Verstopfungen im Bereich Sethlerhemmer Straße gekommen sei, seitdem neue, rückwärtsdrehende Pumpen zum Einsatz kommen. Ursächlich für Verstopfungen und Schäden seien meist Feuchttücher und Stoff, die durch die Toiletten in die Kanalisation geraten.

Beim Wasserverband Wingst sind 38 Kräfte beschäftigt. Er betreibt neben den beiden Wasserwerken Wingst und Dulonsberg die Kläranlagen Hemmoor, Oberndorf, Lamstedt und Oerel.

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Wiebke Kramp

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Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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