So könnte der Lemurenwald schon bald im Wingster Zoo aussehen. Zeichnung: Schneider Klein
So könnte der Lemurenwald schon bald im Wingster Zoo aussehen. Zeichnung: Schneider Klein
1. Spatenstich

Startschuss für neue Zoo-Attraktion in der Wingst: Begehbarer Lemuren-Wald entsteht

von Wiebke Kramp | 21.04.2026

In der Wingst beginnt ein Bauprojekt, das für den Zoo eine neue Attraktion bedeutet. Doch nicht nur die Feuchtnasenaffen aus Madagaskar und Besucher profitieren, auch regionale Handwerksbetriebe spielen eine entscheidende Rolle.

Es ist seit 2007 das größte Bauvorhaben im Zoo: Für knapp eine Million Euro entsteht in der Wingst ein begehbarer Lemuren-Wald. Jetzt gab es dafür den Startschuss. Vor der ersten Baubesprechung mit den betreffenden Firmen, Planern, der Gemeinde, dem Samtgemeinde-Bauamt sowie der Zooleitung und den Vertretern der gemeindlichen Tourismus-Gesellschaft, zu der der Wingster Waldzoo gehört, kam es zum offiziellen 1. Spatenstich im schmucklosen Rahmen.

Der Wingster Bürgermeister Patrick Pawlowski gab damit grünes Licht für das lang geplante Bauvorhaben. Wenn es fertig ist, soll es die wegen Lebensraumzerstörung stark vom Aussterben bedrohten Lemuren eindrucksvoll in Szene setzen, die nur in Madagaskar beheimatet sind. Dort, wo vormals Japan-Makaken und später Dingos zu erleben waren, wird bei Fertigstellung der Blick auf diese Feuchtnasenaffen wie Kattas, Varis und Makis gerichtet. Im Vordergrund steht ihre zeitgemäße Haltung.

Über 3000 Quadratmetern Gehegefläche

Mit über 3000 Quadratmetern natürlicher Gehegefläche soll die begehbare Anlage für Kattas und andere Lemurenarten zur neuen Hauptattraktion des Wingster Waldzoos werden. Eine Besonderheit wird der große Kletterparcours, bei dem Auge in Auge mit den Feuchtnasenaffen interagiert werden kann. Das Projekt sieht eine erhöhte Aussichtsplattform inmitten der Anlage sowie ein einsehbares Stallgebäude vor.

Offizieller Baustart des Lumerenwaldes mit 1. Spatenstich. Foto: Kramp

Patrick Pawlowski erinnerte an den langen Weg von den Beantragungen im Jahr 2021 bis zur Baureife und die Bedeutung von Fördermitteln. Das Großprojekt wird zu 85 Prozent gefördert vom Land Niedersachsen und zwar von der NBank aus dem Multifondprogramm sowie kofinanziert über das Amt für regionale Landentwicklung. Am Ende blieb für die Wingst ein Rest an Eigenmitteln in Höhe von 150.000 Euro, von dem wiederum der Zoo-Förderverein den Löwenanteil übernimmt, indem er 130.000 Euro zugesichert hat.

Regionale Betriebe beauftragt

Beim Neubau kommen regionale Handwerksbetriebe zum Zuge. Beteiligte Unternehmen sind Uhtenwoldt aus Oberndorf für Elektro und Heizung sowie die Zimmerei Kröncke aus Moorausmoor. Für die technischen Gewerke übernimmt MG-Plan aus Cuxhaven die Planung, und die Anlage selbst wird vom Architektenbüro Zooplanung Schneider Klein aus Husum geplant, das die notwendige Expertise besitzt.

"Dass das Vorhaben ohne starke eigene finanzielle Belastung der Gemeinde verwirklicht werden kann, ist schon eine Erfolgsgeschichte", sagte der Bürgermeister. Und selbst wenn der Spatenstich eher bewusst eine pragmatische Angelegenheit war, um den Baustart zu kennzeichnen, kündigte er an, dass es spätestens zur Einweihung guten Grund zum Feiern gibt, vielleicht ja auch schon zum Richtfest …

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Wiebke Kramp

Redakteurin
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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