Schon wieder ist der Wesertunnel streikbedingt gesperrt: Wie bereits vor fünf Wochen müssen sich Autofahrer an den Fähranlegern auf längere Wartezeiten einstellen – auch in Bremerhaven. Die Situation dürfte den Verkehr erneut spürbar belasten. Foto: Polgesek
Schon wieder ist der Wesertunnel streikbedingt gesperrt: Wie bereits vor fünf Wochen müssen sich Autofahrer an den Fähranlegern auf längere Wartezeiten einstellen – auch in Bremerhaven. Die Situation dürfte den Verkehr erneut spürbar belasten. Foto: Polgesek
24 Stunden dicht

Wesertunnel am Dienstag ganztägig gesperrt - Streik legt Verkehr lahm

19.01.2026

Der Wesertunnel ist am Dienstag erneut vollständig gesperrt - und das rund um die Uhr. Grund ist ein landesweiter Streik, der nicht nur den Tunnelverkehr lahmlegt, sondern auch zu Einschränkungen beim Winterdienst führen kann.

Der Wesertunnel ist an diesem Dienstag (20. Januar 2026) schon wieder dicht - und das ganztägig, von 0 Uhr bis Mitternacht. Er wird im Bedarfsfall ausschließlich für die Einsatzkräfte geöffnet. Die letzte streikbedingte Sperrung ist gerade einmal fünf Wochen her. Auch die Hunteklappbrücke bei Elsfleth war dicht. Lange Warteschlangen vor den Fähranlegern waren die Folge.

Die gute Nachricht ist, dass die Hunteklappbrücke diesmal befahrbar bleibt. Das hat am Montagmittag Dr. Inka Bodmann, Pressesprecherin der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, auf Nachfrage mitgeteilt. Die schlechte Nachricht ist, dass es diesmal auch zu Einschränkungen im Winterdienst kommen kann.

Einschränkungen beim Winterdienst

Die Mitarbeiter der Straßenmeistereien legen am Dienstag ebenfalls ihre Arbeit nieder. "Der Winterdienst wird darum über Dritte geregelt", sagt Inka Bodmann. Es könne jedoch sein, dass dadurch alles nicht wie gewohnt abläuft. Verzögerungen beim Streudienst seien denkbar. Alle Verkehrsteilnehmer seien deshalb dazu aufgerufen, besonders Acht zu geben.

Doch wie fährt man am Dienstag am besten, wenn der Tunnel gesperrt ist? Eine Umleitungsempfehlung werde es in diesem Fall nicht geben, macht Inka Bodmann deutlich. "Es handelt sich nicht um von uns beauftragte Arbeiten, wir werden bestreikt", heißt es von ihr zur Begründung.

Die Schnellfähre Brake-Sandstedt (SBS) hat am Montag angekündigt, dass es aufgrund der Tunnelsperrung auf jeden Fall zu längeren Wartezeiten an den Anlegern kommen werde. Die Fährgesellschaft rät, alternativ auch die Fährverbindungen in Bremen-Nord zu nutzen. Ob es zwischen Brake und Sandstedt auch nachts Fahrten der "Kleinensiel" geben wird, war zur Mittagszeit noch offen. Die SBS empfiehlt, die Webseite des Unternehmens im Auge zu behalten (www.weser-faehre.de).

Darum wird am Dienstag gestreikt

Zu der Streikmaßnahme aufgerufen haben Verdi und die Gewerkschaft für Straßenwärter VdStra. Gestreikt wird niedersachsenweit. Alle Beschäftigten der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr sind aufgerufen, ihre Arbeit niederzulegen. Ausgenommen sind diejenigen Behörden-Mitarbeiter, die verbeamtet sind.

Hintergrund des Streiks ist der aktuelle Tarifkonflikt bei der Autobahn GmbH des Bundes und des Öffentlichen Dienstes. Die Gewerkschaften fordern in beiden Tarifrunden sieben Prozent mehr Gehalt pro Monat, mindestens aber 300 Euro, um die unteren Lohngruppen zu stützen. Auch die Nachwuchskräfte sollten besser entlohnt werden.

Von Timo Kühnemuth

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