So könnte der Lemuren-Wald schon bald im Wingster Zoo aussehen. Zeichnung: Waldzoo
So könnte der Lemuren-Wald schon bald im Wingster Zoo aussehen. Zeichnung: Waldzoo
Attraktivierung

Förderzusage für Lemurenwald im Waldzoo Wingst: Wie es hier bald aussehen könnte

von Wiebke Kramp | 11.11.2024

Der Waldzoo Wingst plant eine neue begehbare Anlage für Lemuren. Diese bedrohte Art erhält hier einen sicheren Lebensraum. Denn ihr Lebensraum in Madagaskar wird immer kleiner.

Der Waldzoo Wingst steht vor einer großen Attraktivierungsmaßnahme. Ohne Gitter und Barriere sind dort Lemuren zu sehen. Die neue begehbare Anlage macht eine Beobachtung dieser Affen zum Erlebnis. Gleichwohl steht sie für einen sichtbaren Artenschutz, denn Lemuren sind eine hochgradig gefährdete Art. Ihr Lebensraum in Madagaskar wird immer kleiner. Sie werden gejagt - oder gefangen und als Haustiere gehalten. 

Der Förderverein Zoo in der Wingst stellt eine sechsstellige Summe für die Erstellung des Lemurenwaldes zur Verfügung, die Gemeinde hat das Projekt im Haushalt berücksichtigt, und jetzt ist eine weitere wichtige Hürde geschafft: Die N-Bank hat ihre Förderzusage gegeben. Die neue großzügige Anlage entsteht im oberen Zoo-Bereich beim alten Makaken-Gehege.

Aus dem Film "Madagaskar" bekannt

Bekannt und beliebt sind Lemuren aus dem Film "Madagaskar" - und dort kommen sie auch her. Sie leben ausschließlich auf Madagaskar und kleineren Inseln in der Nähe. Seit der Abkoppelung Madagaskars vom afrikanischen Kontinent vor etwa 160 Millionen Jahren konnten sich die Lemuren dort isoliert entwickeln. Heute leben dort in den Regen- und Trockenwäldern über 100 Lemuren-Arten. Sie gehören zu den Primaten, genauer gesagt zur Gruppe der Feuchtnasenprimaten. Früher waren sie den Halbaffen zugeordnet.

Lemuren sind soziale Wesen. Sie leben häufig in größeren Gruppen bis zu 30 Tieren. Es gibt unter ihnen keine Einzelgänger - manche Arten sind sogar monogam. Bei manchen Arten, wie dem Katta, bleibt die Gruppe lange zusammen. Drei Lemurenarten werden im neuen Gehege zu erleben sein: Kattas (zwei Weibchen gibt es schon in der Wingst), Rotstirnmakis und schwarz-weiße Varis.

Lebensraum der Lemuren wird zerstört

In ihrer Heimat sind sie bedroht. Ursprünglich war Madagaskar stark bewaldet, doch als vor 2000 Jahren die ersten Menschen die Insel besiedelten, begann die Zerstörung durch Abholzung. Bis heute hält sie an und der natürliche Lemuren-Lebensraum geht verloren. 

In Summe beläuft sich der neue Lemurenwald in der Wingst insgesamt auf knapp eine Million Euro. Dafür gibt es erhebliche Fördermittel. Die N-Bank fördert das Vorhaben mit 682.185 Euro, hinzu kommt eine Kofinanzierung in Höhe von 146.182,50 Euro für finanzschwache Gemeinden. Der Zoo-Förderverein hat bereits der Gemeinde eine Spende in Höhe von 132.000 Euro zugebilligt.

Mit Baubeginn in diesem Jahr ist allerdings nicht mehr zu rechnen. Noch werde die Ausschreibung für die Arbeiten von den Planern erarbeitet, dies solle aber so zügig wie möglich geschehen, so der Wingster Bürgermeister Patrick Pawlowski. 

Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?

(1 Stern: Nicht gut | 5 Sterne: Sehr gut)

Feedback senden

CNV-Newsletter

Wissen, was im Cuxland los ist: Alle wichtigen Nachrichten aus der Stadt und dem Landkreis Cuxhaven direkt in Ihr Postfach. Hier für den CNV-Newsletter anmelden.


Top Nachrichten



Bild von Wiebke Kramp
Wiebke Kramp

Redakteurin
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

wkramp@no-spamcuxonline.de

Lesen Sie auch...
Thementag im Waldzoo

Raubtier-Tag im Wingster Zoo lockt mit zehn Fütterungen und Mitmachaktionen

von Redaktion

Der Waldzoo in der Wingst lädt am Sonntag, 6. September, zum Raubtier-Tag ein. Zehn Fütterungen, eine Falknerin, eine Raubtier-Rallye und zahlreiche Infostände geben großen und kleinen Gästen Einblicke in die Welt der Jäger - von Otter bis Leopard. 

Kategorie "Bestes Interview"

"So eine große Ehre": "Mille" aus der Wingst unter Top 3 für den Deutschen Radiopreis

von Wiebke Kramp

Melina "Mille" Sander, talentierte Rap-Moderatorin in Berlin, stammt aus der Wingst und ist in Cuxhaven zur Schule gegangen. Für ein ganz besonderes Interview mit einem Rapper ist sie für den Deutschen Radiopreis 2026 nominiert.

Keine Lösung in Sicht

"Langwieriger Prozess": Viele offene Fragen um das marode Wingster Spielkreis-Gebäude

von Egbert Schröder

Der Spielkreis ist dicht, das Gebäude abrissreif und bei den Planungen für ein Dorfgemeinschaftshaus als Alternative stockt es: Im kleinen Oppeln in der Wingst herrscht große Ratlosigkeit, wie man ein Problem löst und Perspektiven schafft.

Neues Zuhause mitten im Wald

Wie eine Neu-Wingsterin in einem Monat den Atlantik mit 47 Frauen überquerte

von Bengta Brettschneider

Die Journalistin Jessica Benjatschek lebt mit ihrem Mann naturnah mitten im Wald der Wingst und schreibt darüber. Durch ihre Erfahrungen, wie eine Atlantiküberquerung, hat sie gelernt, die Kontrolle abzugeben und die Natur intensiv zu erleben.