Verschwörungstheorien in der "Miteinanderstadt" Hemmmoor
In Hemmoor verschärft sich der Ton um politische Entscheidungen & Ratssitzungen zunehmend. Persönliche Angriffe, Unterstellungen und mutmaßliche Falschbehauptungen belasten das Klima. Von respektvoller Streitkultur ist wenig zu spüren. Ein Kommentar.
Demokratie lebt vom Mitmachen. Demokratie lebt aber nicht von Diffamierung, Abqualifizierung und Unterstellungen. Was sich in den vergangenen Monaten rund um politische Entscheidungen sowie Rats- und Ausschusssitzungen in Hemmoor getan hat, gipfelte in zwei E-Mails, deren Inhalt die Qualität von Verschwörungstheorien haben.
Bekanntermaßen gilt der Hemmoorer Stadtrat als ebenso diskussionsfreudig wie konfliktbeladen. Doch zumindest ist es in den meisten Fällen gelungen, dass man sich nach Streitereien anschließend wieder in die Augen blicken kann. Doch was sich am Rande abspielt, überschreitet schon seit Monaten Grenzen. Wenn Bürgerinnen und Bürger die Arbeit des Rates und dessen Entscheidungen hinterfragen, dann ist das legitim. Das muss und soll so sein. Doch einzelne Protagonisten vergreifen sich mittlerweile völlig im Ton, stellen in öffentlichen Sitzungen Behauptungen in den Raum, ohne sie belegen zu können. Mutmaßungen und persönliche Angriffe ersetzen aber nun einmal nicht fundierte Aussagen und eine angemessene Wortwahl.
Wäre dies nur eine vorübergehende Erscheinung, könnte man damit leben. Doch das Klima ist inzwischen vergiftet, ein vernünftiger Dialog scheint außer Reichweite. Wenn von "bewusster Manipulation", "fachlicher Inkompetenz" von Ratsmitgliedern, "Fehlinformationen" als Entscheidungsbasis und "Falschaussagen" die Rede ist, dann ist nicht nur eine Grenze erreicht, sondern überschritten worden.
Und jetzt? Alles auf Anfang? Mir fällt es schwer, daran zu glauben. Reines Wunschdenken.
Übrigens: In Hemmoor schmückt man sich gerne mit dem Etikett "Miteinanderstadt". Passend dazu findet am Montag ein weiterer Workshop unter dem Motto "Was wäre ein noch besseres Hemmoor für dich?" statt. Tja, da fällt mir etwas ein: Vielleicht sollte man sich dort mal mit einer respektvollen Streitkultur beschäftigen.
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