!
Aktuelle Netzstörung
Aufgrund einer Störung im EWE-Netz sind wir derzeit leider per Mail nicht erreichbar. Wir bitten um Ihr Verständnis - Ihre CNV (Cuxhaven-Niederelbe Verlagsgesellschaft).
In Hemmoor brodelt es: Das politische Klima ist angespannt, Verschwörungstheorien und persönliche Angriffe prägen die Diskussionen. Ein Kommentar von Redakteur Egbert Schröder. Foto: Schröder
In Hemmoor brodelt es: Das politische Klima ist angespannt, Verschwörungstheorien und persönliche Angriffe prägen die Diskussionen. Ein Kommentar von Redakteur Egbert Schröder. Foto: Schröder
Standpunkt

Verschwörungstheorien in der "Miteinanderstadt" Hemmmoor

von Egbert Schröder | 10.05.2026

In Hemmoor verschärft sich der Ton um politische Entscheidungen & Ratssitzungen zunehmend. Persönliche Angriffe, Unterstellungen und mutmaßliche Falschbehauptungen belasten das Klima. Von respektvoller Streitkultur ist wenig zu spüren. Ein Kommentar.

Demokratie lebt vom Mitmachen. Demokratie lebt aber nicht von Diffamierung, Abqualifizierung und Unterstellungen. Was sich in den vergangenen Monaten rund um politische Entscheidungen sowie Rats- und Ausschusssitzungen in Hemmoor getan hat, gipfelte in zwei E-Mails, deren Inhalt die Qualität von Verschwörungstheorien haben.

Bekanntermaßen gilt der Hemmoorer Stadtrat als ebenso diskussionsfreudig wie konfliktbeladen. Doch zumindest ist es in den meisten Fällen gelungen, dass man sich nach Streitereien anschließend wieder in die Augen blicken kann. Doch was sich am Rande abspielt, überschreitet schon seit Monaten Grenzen. Wenn Bürgerinnen und Bürger die Arbeit des Rates und dessen Entscheidungen hinterfragen, dann ist das legitim. Das muss und soll so sein. Doch einzelne Protagonisten vergreifen sich mittlerweile völlig im Ton, stellen in öffentlichen Sitzungen Behauptungen in den Raum, ohne sie belegen zu können. Mutmaßungen und persönliche Angriffe ersetzen aber nun einmal nicht fundierte Aussagen und eine angemessene Wortwahl. 

Wäre dies nur eine vorübergehende Erscheinung, könnte man damit leben. Doch das Klima ist inzwischen vergiftet, ein vernünftiger Dialog scheint außer Reichweite. Wenn von "bewusster Manipulation", "fachlicher Inkompetenz" von Ratsmitgliedern, "Fehlinformationen" als Entscheidungsbasis und "Falschaussagen" die Rede ist, dann ist nicht nur eine Grenze erreicht, sondern überschritten worden. 

Und jetzt? Alles auf Anfang? Mir fällt es schwer, daran zu glauben. Reines Wunschdenken.

Übrigens: In Hemmoor schmückt man sich gerne mit dem Etikett "Miteinanderstadt". Passend dazu findet am Montag ein weiterer Workshop unter dem Motto "Was wäre ein noch besseres Hemmoor für dich?" statt. Tja, da  fällt mir etwas ein: Vielleicht sollte man sich dort mal mit einer respektvollen Streitkultur beschäftigen.

Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?

(1 Stern: Nicht gut | 5 Sterne: Sehr gut)

Feedback senden

CNV-Newsletter

Wissen, was im Cuxland los ist: Alle wichtigen Nachrichten aus der Stadt und dem Landkreis Cuxhaven direkt in Ihr Postfach. Hier für den CNV-Newsletter anmelden.


Top Nachrichten



Bild von Egbert Schröder
Egbert Schröder

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

eschroeder@no-spamcuxonline.de

Lesen Sie auch...
Standpunkt

Kommentar zum Gemeinderat Wingst: Möchtegern-Bürgermeister und misslungene Leitung

von Egbert Schröder

Die Sitzung des Wingster Gemeinderates lief aus dem Ruder, dauerte schlappe vier Stunden und bringt CNV-Redakteur Egbert Schröder ins Nachdenken über Lust und Frust in der Kommunalpolitik.

Baumschutz versus Bauprojekte

Cuxhavens Umgang mit alten Bäumen hinterlässt schalen Beigeschmack (Kommentar)

von Kai Koppe

Der Streit um eine mehr als hundert Jahre alte Linde in Cuxhaven wirft grundsätzliche Fragen auf. CN/NEZ-Redakteur Kai Koppe findet: Wer sich "grün" auf die Fahnen schreibt, muss auch dann zum Baumschutz stehen, wenn es unbequem wird.

Fußball

Kommentar: Wo soll dieser Weg für Rot-Weiss Cuxhaven hinführen?

von Jan Unruh

Erst die Abmeldung der Zweiten, dann die Trennung vom Trainer nach nur einem Spiel: Bei Rot-Weiss Cuxhaven läuft vieles schief. Der einstige Fußball-Gigant der Stadt muss sich unbequemen Fragen stellen - und dringend Antworten finden. Ein Kommentar.

Hintergrund

Café Brüning: Wenn manchem die Presse in Otterndorf zu kritisch wird, folgen Lügen

von Frank Lütt

Wegen möglicher Steuerverschwendung von 300.000 Euro in Otterndorf schaltete sich der Bund der Steuerzahler ein. Und nun werden Lügen über ein Mitglied der CNV-Medien-Redaktion verbreitet. Dieser Beitrag widerlegt die Anschuldigungen.