25 Jahre Einsatz für das Feuerschiff: "Wir sind für Cuxhaven der beste Werbeträger"
Die "Bürgermeister O'Swald II", besser bekannt als "Elbe 1", ist ein schwimmendes Kulturdenkmal und gehört zum Cuxhavener Stadtbild. Dass das historische Feuerschiff bis heute fahrtüchtig ist, ist vor allem dem Feuerschiff-Verein Elbe 1 zu verdanken
Die "Bürgermeister O'Swald II", besser bekannt als "Elbe 1", ist ein schwimmendes Kulturdenkmal und gehört zum Cuxhavener Stadtbild. Dass das historische Feuerschiff bis heute fahrtüchtig ist, regelmäßig zu Fahrten auslaufen kann und als Museumsschiff erhalten bleibt, ist vor allem dem Feuerschiff-Verein Elbe 1 zu verdanken. Seit 25 Jahren kümmern sich dessen Mitglieder mit großem ehrenamtlichem Einsatz um den Betrieb und den Erhalt des Schiffes. Am Freitagabend feierte der Verein dieses Jubiläum im Hotel Seelust.
Der Vorsitzende Bernd Petersen begrüßte die Gäste und hieß besonders das einzige anwesende Gründungsmitglied Uwe Wensauer willkommen. Sein Dank galt den Ehrenamtlichen, den beiden hauptamtlichen Mitarbeitern und den beiden neuen Kräften im Freiwilligen Sozialen Jahr. "Ohne euch würde es dieses Schiff nicht geben. Ich bin sehr stolz darauf, diesem Verein mit so einer Crew vorstehen zu dürfen", so Petersen. Bürgermeister Thomas Brunken überbrachte die Grüße von Oberbürgermeister Uwe Santjer. Auch Niklas Bathmann, der sich bei der Stadt als Sachbearbeiter um die "Elbe 1" kümmert, war unter den Gästen.

Erinnerung an die Besatzung der Vorgängerin
Eine wichtige Aufgabe des Vereins ist es, die Geschichte der Feuerschiffe und die Erinnerung an ihre Besatzungen wachzuhalten. Vor 90 Jahren, am 27. Oktober 1936, kenterte die damalige "Bürgermeister O'Swald" während eines schweren Orkans vor der Elbmündung. 15 Besatzungsmitglieder, überwiegend Familienväter, verloren ihr Leben. Zu ihrem Gedenken und zur Erinnerung an alle auf See gebliebenen Fahrensleute legten die Gäste eine Schweigeminute ein.
Die heutige "Bürgermeister O'Swald II" wurde 1941 auf der Meyer Werft in Papenburg gebaut und nach Kriegsende fertiggestellt. Am 9. November 1948 nahm es seinen Dienst in der Elbmündung auf. Bis zur Außerdienststellung 1988 wurde es rund 50 Mal von anderen Schiffen gerammt und zählt damit zu den am häufigsten kollidierten Schiffen der Welt.
Aus dem Feuerschiff wird ein Museumsschiff
Am 22. April 1988 endete nach 172 Jahren die Ära der bemannten Feuerschiffe in der Elbmündung. Die Stadt Cuxhaven erwarb die "Elbe 1" von der Bundesrepublik Deutschland und überließ sie dem Förderverein Schifffahrtsgeschichte zur Betreuung. "Hier liegen eigentlich unsere Wurzeln. Wie man so schön sagt, lief nicht immer alles rund und der Wunsch nach Veränderung kam auf - die Geburtsstunde unseres Vereins. Über den Platz an der Klappbrücke kam die Rote Lady an die Alte Liebe. Ein Sahnestück für uns, da wir noch dichter an die Touristen herankamen und für die vermehrten Fahrten keine Schlepperhilfe beim An- und Ablegen mehr benötigten", erzählte Petersen.
Mit der Gründung des Feuerschiff-Vereins Elbe 1 vor 25 Jahren begann ein neues Kapitel. Seitdem besuchten rund 150.000 Menschen das Schiff. Bei etwa 400 Ein- und Mehrtagesfahrten waren rund 14.000 Gäste an Bord. Dafür leisteten die Mitglieder mehr als 400.000 Stunden ehrenamtliche Arbeit. Rund 4,5 Millionen Euro aus Spenden und selbst erwirtschafteten Mitteln flossen bislang in den Erhalt des Feuerschiffes.
Auch außerhalb Cuxhavens hat die "Elbe 1" ihre Spuren hinterlassen. In zahlreichen Häfen, darunter Danzig, Göteborg, Stralsund, Kiel, Hamburg, Bremerhaven, Bremen, Emden, Borkum, Terschelling und Penzance, hat der Verein bereits Flagge für die Stadt gezeigt. "Im kommenden Jahr sollen noch Ostende, St.Malo und Brest dazukommen", freute sich Petersen. In fast allen Häfen gehörte ein "Open Ship" zum Programm. So konnten viele Tausend Besucher das Schiff kennenlernen. "Wir waren und sind für Cuxhaven der beste Werbeträger", sagte der Vorsitzende.

Neben den Erfolgen sprach Petersen auch die Schwierigkeiten an, die mit dem Betrieb und der Pflege des historischen Schiffes verbunden sind. "Auch Unschönes musste bewältigt werden, darunter die ewig angespannte Finanzlage, der ausufernde Bürokratismus, nicht nachvollziehbare Auflagen der Behörden und natürlich auch die angespannte Personallage", schilderte er. Für die Zukunft wünschte er dem Verein ruhiges Fahrwasser, eine weiterhin großartige Crew und eine verständnisvolle Eigentümerin.
Abschied von einem Mann der ersten Stunde
Ein emotionaler Moment war die Verabschiedung von Hermann Lohse, einem Mann der ersten Stunde, der seine aktive Mitarbeit im Verein beendet. "Unser Hermann hat für sich die Entscheidung getroffen, bei uns aufzuhören. Die 'Elbe 1‘ ist ohne Hermann Lohse nicht denkbar. Er hat, wie kein anderer, dem Schiff seinen Stempel aufgedrückt." Lohse bekam einige Präsente überreicht. Ganz verabschieden wollte ihn Petersen allerdings nicht. "Wir sehen uns ja sowieso. Bist bestimmt jeden zweiten Tag an Bord", scherzte der Vorsitzende.
Dass die "Elbe 1" auch nach Jahrzehnten noch in einem so guten Zustand ist, liegt nicht zuletzt an der umfangreichen Generalüberholung auf der Volkswerft Stralsund. Von September 2024 bis April 2025 wurde das Schiff für rund 2,5 Millionen Euro saniert. Inzwischen liegt die "Rote Lady" wieder an der Alten Liebe und steht für Trauungen, Feiern, Ausfahrten und den Museumsbetrieb bereit. Damit bleibt sie auch künftig ein Stück Cuxhavener Geschichte - getragen vom Einsatz vieler engagierter Menschen.

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