Skipper Philipp Hympendahl und Hafenmeister Heiko Horch vor der „African Queen“ in der City Marina. Hier bereitet Hympendahl sein Boot auf die Teilnahme an der Global Solo Challenge 2027 vor. Foto: Larschow
Skipper Philipp Hympendahl und Hafenmeister Heiko Horch vor der „African Queen“ in der City Marina. Hier bereitet Hympendahl sein Boot auf die Teilnahme an der Global Solo Challenge 2027 vor. Foto: Larschow
Nonstop um den Globus

Allein um die Welt: Cuxhaven wird Basis für einen der härtesten Segeltrips der Welt  

von Tim Larschow | 12.07.2026

Noch liegt die "African Queen" in der City Marina Cuxhaven. Doch das nächste Ziel von Skipper Philipp Hympendahl ist eines der härtesten Segelabenteuer der Welt: einmal allein und nonstop um den Globus. Das macht der Extremsportler in Cuxhaven.

Noch liegt die "African Queen" in der City Marina Cuxhaven. Doch das nächste Ziel von Skipper Philipp Hympendahl ist eines der härtesten Segelabenteuer der Welt: einmal allein und nonstop um den Globus.

Die Global Solo Challenge 2027 ist eine Einhand-Nonstop-Weltumsegelung auf derselben Route wie die Vendée Globe. Die Regatta startet im August 2027 in Vigo. Hympendahl wird voraussichtlich der einzige deutsche Starter sein. Die Anschubfinanzierung ist erfolgt, das Boot ist gekauft und der Umbau fast abgeschlossen. Aktuell ist der Extremsportler in Cuxhaven.

Der nächste große Schritt für den gebürtigen Düsseldorfer - die Qualifikation - steht kurz bevor. Derzeit wird in Cuxhaven in der City Marina alles vorbereitet.

"Mein Urgroßvater war Kapitän und auch mein Vater hat die Welt umsegelt und mit der ,Lapita Voyage‘ eine große seglerische Expedition gemacht."

Den Wunsch, allein um die Welt zu segeln, beantwortet Hympendahl scherzhaft: "Wenn man aus Düsseldorf kommt, findet man nur schwer Mitsegler. Ich habe aber auch allein immer die besten Erfahrungen gemacht. Ich konnte mich immer am besten auf mich selbst verlassen", erzählt er.

Solo-Nonstop-Umrundung von England und Irland

Er selbst sagt, dass es natürlich wichtigere Dinge gebe als Menschen, die um die Welt segeln. "Andererseits wäre das Leben für alle nicht so unterhaltsam, wenn es nicht auch verrückte Vögel gäbe, die so etwas machen", meint Hympendahl.

Regatten hat er schon immer gerne verfolgt. "Auf dem Tracker zu gucken, wo gerade wer ist, fand ich immer spannend. Allerdings fand ich es auch schade, dass meist kein Deutscher dabei war - das soll sich im kommenden Jahr ändern."

"Ich komme vom Radfahren und habe auch Langstreckenrennen gemacht. Das ist ähnlich wie beim Segeln. Es kommt nicht auf die Geschwindigkeit an, sondern auf das Durchhalten", erklärt er und ergänzt: "Ich mag Abenteuer und Projekte, die mich fordern."

Schon als Kind segelte er, und das Radfahren sei immer sein "Metadonprogramm" gewesen. Das Segeln blieb aber seine große Leidenschaft. "Mit Familie und zwei Kindern ist das allerdings schwierig, wenn man aus Düsseldorf kommt", sagt er. Das habe sich inzwischen geändert. Die Kinder seien alt genug, und mit Ende 50 sei nun auch das richtige Zeitfenster gekommen. Auch seine Partnerin unterstützt ihn bei seinem Vorhaben. "Wenn nicht jetzt, dann wird es schwer, ein solches Projekt später noch einmal anzugehen."

Mit einem kleinen Boot überquerte er bereits zweimal den Atlantik. "Und ich bin innerhalb eines Jahres über 10.000 Seemeilen gesegelt. Kürzlich habe ich als erster Deutscher eine Solo-Nonstop-Umrundung von England und Irland erfolgreich abgeschlossen." Jetzt soll die Teilnahme an der Global Solo Challenge (GSC) folgen.

Das Besondere an der GSC ist, dass in verschiedenen Bootsklassen gestartet werden kann - sowohl mit Verdrängern als auch mit Gleitern unterschiedlicher Größe. Die schnelleren Boote starten später, sodass ein fairer Wettkampf entsteht. Am Ende gewinnt das erste Boot, das zuerst wieder in Vigo (Portugal) einläuft. "Das ist ein Känguru-Start", erklärt Hympendahl.

"Ich habe ein verhältnismäßig langsames Boot und starte daher als einer der Ersten, etwa zwischen August und September im kommenden Jahr", sagt er. Insgesamt gibt es drei Regatten, die um die Welt führen: die Vendée Globe, bei der auch der deutsche Profisegler Boris Herrmann mit seinem neuen Boot startet, das Golden Globe Race und die Global Solo Challenge (GSC), an der Philipp Hympendahl teilnehmen wird.

Auf dem Boot gibt es auf See und im Hafen jeden Tag viel zu tun. Auch auf Schäden ist er bestens vorbereitet. "Durch mein Gebastel an Booten - vor allem an meinem eigenen - habe ich schon viel gelernt. Und wenn man alles selbst macht, kennt man sein Boot in- und auswendig", sagt der Düsseldorfer.

Die Generalprobe mit seinem eigenen Boot "African Queen" steht nun kurz bevor. Im August wird die Qualifikation für die GSC gesegelt. Dafür müssen 2000 Seemeilen nonstop mit dem Boot absolviert werden, mit dem später auch die Regatta bestritten wird.

City Marina ist die Basis für die "African Queen"

Dass er in Cuxhaven ist, hat einen Grund: Der Hafenmeister der City Marina, Heiko Horch, verfolgt schon seit Langem aus Neugier einige Segler, die die Welt umsegeln. "So bin ich auch über seine YouTube-Videos auf Philipp aufmerksam geworden. Vor vier Jahren kam er einmal im Winter nach Cuxhaven", erinnert sich Horch. Damals hätten sich beide allerdings verpasst.

"Letztes Jahr sind wir uns dann in meinem Urlaub begegnet. Als er nach England auslaufen wollte, habe ich ihn mit einem Motorboot abgefangen, um mir sein Buch signieren zu lassen", erzählt der Hafenmeister. Danach machte er Hympendahl das Angebot, für die Vorbereitung auf die Global Solo Challenge kostenlos seine Basis in der City Marina Cuxhaven einzurichten.

In Cuxhaven laufen die Vorbereitungen weiter auf Hochtouren, und das Ziel rückt immer näher: Kap der Guten Hoffnung, Kap Leeuwin und Kap Hoorn - auf den Spuren der berühmten Vendée Globe.

Für Unterstützung wie in Cuxhaven oder durch Sponsoring ist Hympendahl jederzeit dankbar. Unter www.seesucht.online können sich Interessierte über sein Vorhaben 2027 und die diesjährige Qualifikation informieren.

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Tim Larschow

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