Automobillogistik und Seeverkehr: Großes europäisches Branchentreffen in Cuxhaven
Cuxhaven ist eine der Drehscheiben für Europas Autologistik: Rund 100 Branchenvertreter tauschten sich in Duhnen über die Zukunft von Häfen, Seeverkehr und Automobillogistik aus. Im Fokus stand das Netzwerken mit Kunden, Partnern und Wettbewerbern.
Cuxhaven ist eine der Drehscheiben für Europas Autologistik: Rund 100 Branchenvertreter des Europäischen Verbandes für Fahrzeuglogistik tauschten sich in Duhnen über die Zukunft von Häfen, Seeverkehr und Automobillogistik aus. Im Mittelpunkt stand die Vernetzung mit Kunden, Partnern und Wettbewerbern.
Neben Mitgliedern aus den Arbeitsgruppen "Qualität" sowie "Seeverkehr und Häfen" nahmen auch Vertreter von Automobilherstellern als Gäste teil. Die Arbeitsgruppe "Seeverkehr und Häfen", gegründet im Jahr 2008, dient Reedereien, Hafenbetreibern, Hafenbehörden und Binnenschifffahrtsunternehmen als Diskussionsplattform. Vorsitzender ist Oliver Fuhljahn, Leiter im Bereich Automobillogistik bei Rhenus Cuxport. Er organisierte eine Hafenrundfahrt mit zwei Bussen, bei der die Teilnehmer Arbeitsabläufe und technische Prozesse vor Ort besichtigten. Die Tour endete in Duhnen, wo Fachvorträge und Grundsatzreden folgten.
Umschlag von tausenden Fahrzeugen
Claudius Schumacher, Geschäftsführer von Cuxport, eröffnete die Vortragsreihe im "Windjammer" in Duhnen. Er erläuterte, wie sich Cuxport seit 1997 mit einer Multipurpose-Strategie krisenfest aufgestellt habe. "Die bestehende Strategie hat sich als widerstandsfähig gegenüber Krisen und Marktschwankungen erwiesen", sagte Schumacher. Sie werde auch künftig ein zentraler Bestandteil des Unternehmens bleiben. Mit neuen Flächen wolle sich Cuxport insbesondere auf das Onshore- und Offshore-Geschäft konzentrieren. Gleichzeitig bleibe die Automobillogistik ein wesentlicher Pfeiler des Standorts.
"Wir transportieren Personenkraftwagen, Bulk und Neobulk wie Papier, Stahl und Holz", erklärte Schumacher. BMW zählt zu den wichtigsten Kunden mit Exporten nach Großbritannien sowie Importen der Marke Mini. Fahrzeuge von Hyundai werden aus der Türkei importiert.
Cuxport kann mehrere tausend Fahrzeuge auf der Pier umschlagen. In den vergangenen acht Jahren konnte der Terminalbetreiber seine Flächen um 39 Hektar erweitern. Künftig könnten vor allem militärische Nutzung und Windenergie zentrale Treiber für das Wachstum deutscher Häfen sein, so Schumacher.
Neben Cuxport waren auch BLG Logistics (AutoTerminal Cuxhaven) sowie die Mosolf Group vertreten. Mosolf, ein Systemdienstleister der Automobilindustrie, baute 2023 seine Importkapazitäten in Cuxhaven aus und nutzt das neue von Cuxport vermietete Hinterlandterminal mit Platz für bis zu 4500 Fahrzeuge. Es wurde deutlich, dass die Automobillogistik auch in den kommenden Jahren eine zentrale Rolle im Cuxhavener Hafen spielen wird.
Die ECG vertritt mehr als 200 Unternehmen der Fertigfahrzeuglogistik und bündelt die Interessen der Branche auf europäischer Ebene. Sie repräsentiert alle Verkehrsträger - Straße, Schiene, See- und Binnenschifffahrt.
"Im Gegensatz zu vielen anderen Verbänden in Brüssel konzentriert sich die ECG nicht auf Lobbyarbeit. Es geht vielmehr um das Netzwerk und das Lernen voneinander", sagte Frank Schnelle, Geschäftsführer der ECG. "Die Veranstaltung bietet eine einzigartige Gelegenheit, Branchenkollegen zu treffen und sich über bewährte Verfahren auszutauschen."


