MS "Deutschland" hat am Steubenhöft festgemacht. Weitere Aufenthalte in Cuxhaven sind geplant. Foto: Reese-Winne
MS "Deutschland" hat am Steubenhöft festgemacht. Weitere Aufenthalte in Cuxhaven sind geplant. Foto: Reese-Winne
Passagierschifffahrt-Historie 

Kreuzfahrtschiff "Deutschland" zurück in Cuxhaven: Ein Rundgang an Bord in Bildern

von Maren Reese-Winne | 28.05.2026

Erleben Sie das "schwimmende Grandhotel" hautnah und entdecken Sie die Bedeutung der "Deutschland" für Cuxhaven und die Kreuzfahrtgeschichte. Ein einzigartiger Einblick in eine maritime Legende. CNV-Medien zeigt die Bilder.

Der erste von vier Anläufen in Cuxhaven erfolgte am Donnerstagmorgen (28. Mai 2026) überpünktlich: Schon um 7.30 Uhr lag die "Deutschland", "schwimmendes Grandhotel" und Ex-"Traumschiff", am Steubenhöft. Ein Rundgang an Bord.

Kapitän Mario Schäfer wollte ganz sichergehen: Bei der ersten von vier Ankünften in Cuxhaven lag die "Deutschland" am Donnerstag schon um 7.30 Uhr und damit überpünktlich fest vertäut am Steubenhöft. Während sich die vor gut zwei Wochen in Bremerhaven an Bord gegangenen Passagiere zum Teil schon auf den Weg in ihre Heimatstädte machten, begann das Gewusel auf dem Schiff und am Kai.

Fotospot für Passagiere und Tagesgäste. Foto: Reese-Winne

Seeseitig wurde das einstige ZDF-"Traumschiff" betankt, Lkw fuhren vor und Lasten wurden per Kran aufs Schiff gehievt. Kapitän Mario Schäfer und Kreuzfahrtdirektorin Nadine Graßhoff waren überall unterwegs, um zu organisieren, zu telefonieren und Gäste zu begrüßen.

Begrüßung an Bord der "Deutschland": Kreuzfahrtdirektorin Nadine Graßhoff, Knut Kokkelink, Kapitän Mario Schäfer, Uwe Santjer und Alexandra Brandt. Foto: Reese-Winne

Eine der Abordnungen: Oberbürgermeister Uwe Santjer sowie die Niederlassungsleitung von NPorts in Cuxhaven, Knut Kokkeling und Alexandra Brandt. Uwe Santjer machte deutlich, wie bedeutsam dieser Besuch, bei dem es sich nicht um eine einmalige Stippvisite handelt, für die Stadt sei: Insgesamt viermal wird das 1998 als "schwimmendes Grandhotel" in Dienst gestellte Schiff in Cuxhaven anlegen, das letzte Mal am 12. August 2026. Gleichzeitig befindet sich die "Deutschland" auf ihrer Abschiedstournee für Phoenix-Reisen.

Blick aufs Steubenhöft vom Achterdeck der "Deutschland" aus. Foto: Reese-Winne

Lebendiger Kreuzfahrtstandort erzeugt positive Emotionen

Das Vertrauen des renommierten Veranstalters, verbunden mit den Gästewechseln am Steubenhöft, rückt Cuxhaven wieder auf die Landkarte des Kreuzfahrttourismus. Die Bemühungen, für das Steubenhöft und die Hapag-Hallen wieder einen Fuß in die Tür zu bekommen, hielt Uwe Santjer angesichts der hiesigen Geschichte der Passagierschifffahrt für völlig berechtigt. Ein lebendiger Kreuzfahrtstandort verbinde wirtschaftliche Chancen zudem mit positiven Emotionen: "Es ist ein Produkt, das Menschen glücklich macht."

Anlieferung und Abholung auf dem Steubenhöft. Foto: Reese-Winne

So empfindet auch Mario Schäfer jeden Aufenthalt in Cuxhaven. Er war selbst Teil der jahrelangen Ära, in der Cuxhaven den Heimathafen für die "Deutschland" und die "Berlin" bildete, damals noch unter der Ägide der  Reederei Deilmann. Es war eine Zeit, in der die Zuschauertribüne am Steubenhöft vor Menschen wimmelte und eine Kapelle zum Abschied spielte. "Das hat auch uns als Besatzungsmitglieder berührt", verriet er.

Ausblick von der "Deutschland" am Steubenhöft. Foto: Reese-Winne

Im wahren Berufsleben ist er Lotse

1999 hatte er auf der "Deutschland" als Zweiter Offizier angefangen. Später entschied er sich für die Lotsenkarriere. Sein Heimatrevier ist der Nord-Ostsee-Kanal, außerdem ist er Hafenlotse in Glückstadt und Lotse auf der Stör.  Aber die Passagierschifffahrt ließ ihn doch nicht so ganz los. Bis heute steuert er an mehreren Wochen im Jahr unter anderem als Urlaubsvertretung große Passagierschiffe; 2015 erstmals als Kapitän. Seit 2019 gehört er fest zu Phoenix-Reisen.

Das Pooldeck wird schon bald voll besetzt sein. Foto: Reese-Winne

Erhalten blieb ihm hierdurch die enge Verbindung zur "Deutschland". "Wir können Phoenix dankbar sein, dass sie sie noch einmal für so lange Zeit unter ihrem Namen in Fahrt gebracht hat", sagt er. Was aus dem Schiff nach diesem Sommer wird, wüssten sie alle nicht, versichert er.

Ein privates Börteboot nutzte die Gelegenheit, am Kreuzfahrer vorbeizubrausen. Foto: Reese-Winne

Zum ersten Mal ist Nadine Graßhoff Kreuzfahrtdirektorin auf der "Deutschland". Gerade von der jüngsten Weltreise auf einem anderen Schiff der Phoenix-Flotte zurück, freue sie sich jetzt auf den Sommer in Europa. Drei Wochen lang ist die aktuelle Reise, die am Donnerstagabend in Cuxhaven begann; es geht auf die Azoren und nach Madeira.

Von Bord aus konnten der Anlieferverkehr und das Kommen und Gehen der Tagesgäste verfolgen. Foto: Reese-Winne

Hapag-Hallen präsentierten sich von der schönsten Seite

Die letzten Passagiere verließen das Schiff, als die Reisebusse der Neuankömmlinge am frühen Nachmittag Cuxhaven erreichten, um danach mit den Heimkehrern zurückzufahren. Die Hapag-Hallen präsentierten sich den Passagieren von ihrer schönsten Seite. Im Kuppelsaal hielten die Tourismuswirtschaftsgemeinschaft Getränke und der Förderverein Hapag-Hallen Prospekte bereit, im historischen Zollgang wurde inmitten historischer Fotos das Gepäck entgegengenommen und zollrechtlich kontrolliert sowie Pass- und Sicherheitsformalitäten abgewickelt.

Einzigartige Vergleiche boten die Hapag-Hallen mit dem alten Zollgang. Foto: Reese-Winne

Nur die Öffentlichkeit blieb ausgesperrt - zum Leidwesen auch von NPorts-Niederlassungsleiter Knut Kokkelink. Jedoch ließen aktuelle Sicherheitsvorschriften diese Nähe am Steubenhöft einfach nicht mehr zu. Viele Passanten mussten abgewiesen werden. Noch nicht alles lief rund bei dieser Premiere, in den kommenden Tagen soll eine Manöverkritik erfolgen. Am 19. Juni 2026 heißt es dann "Auf ein Neues".

Die Tortendeko zeigt, wo die Reise beginnt und endet. Foto: Reese-Winne
Die Erinnerung an eine andere Zeit wird auch auf dem Pooldeck gepflegt. Foto: Reese-Winne
Die Ausstattung folgt einem Gesamtkonzept - auch außen. Foto: Reese-Winne
Die "Deutschland" ist eine Institution. Foto: Reese-Winne
Die Liegestühle sind vor Cuxhavener Kulisse angeordnet. Foto: Reese-Winne
Der Swimmingpool wartet auf neue Gäste. Foto: Reese-Winne
Die Decks wollen erkundet werden. Foto: Reese-Winne
Ausblick auf Cuxhavener Hafenkulisse. Foto: Reese-Winne
Gediegene Innenausstattung. Foto: Reese-Winne
Das Motto lautet: "Willkommen zu Hause". Foto: Reese-Winne
An den Wänden in den Hapag-Hallen hängen noch Fotos aus alten Zeiten. Foto: Reese-Winne
Ankommen und Abfahren in einzigartiger Architektur der Hapag-Hallen. Foto: Reese-Winne
Anlieferung und Abholung auf dem Steubenhöft. Foto: Reese-Winne
Ankommen und Abfahren in einzigartiger Architektur. Foto: Reese-Winne

Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?

(1 Stern: Nicht gut | 5 Sterne: Sehr gut)

Feedback senden

CNV-Newsletter

Wissen, was im Cuxland los ist: Alle wichtigen Nachrichten aus der Stadt und dem Landkreis Cuxhaven direkt in Ihr Postfach. Hier für den CNV-Newsletter anmelden.


Top Nachrichten



Bild von Maren Reese-Winne
Maren Reese-Winne

Redakteurin
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

reese-winne@no-spamcnv-medien.de

Lesen Sie auch...
Hafenentwicklung

Offshore-Drehscheibe: 500 Kilometer langes Seekabel in Cuxhaven umgeschlagen

von Redaktion

Der Ausbau der Offshore-Infrastruktur stellt Häfen vor neue Herausforderungen - und eröffnet zugleich große Chancen. Cuxhaven wird zunehmend zu einem zentralen Drehkreuz für Seekabel, Komponenten und anspruchsvolle Projektlogistik. 

Schiffsbesichtigung

Museumsschiff "Cap San Diego" auf Sommerausfahrt: Buntes Programm in Cuxhaven geplant

von Tim Larschow

Die "Cap San Diego" kommt nach Cuxhaven. Am Freitag (17. Juli 2026) startet das größte noch fahrtüchtige Museumsfrachtschiff von Hamburg aus zur großen Sommerausfahrt nach Cuxhaven. Gegen 17 Uhr soll das Schiff an der "Seebäderbrücke" festmachen.

Nonstop um den Globus

Allein um die Welt: Cuxhaven wird Basis für einen der härtesten Segeltrips der Welt  

von Tim Larschow

Noch liegt die "African Queen" in der City Marina Cuxhaven. Doch das nächste Ziel von Skipper Philipp Hympendahl ist eines der härtesten Segelabenteuer der Welt: einmal allein und nonstop um den Globus. Das macht der Extremsportler in Cuxhaven.