Kreuzfahrtschiff "Deutschland" erstmals in Cuxhaven: Ein Rundgang an Bord in Bildern
Erleben Sie das "schwimmende Grandhotel" hautnah und entdecken Sie die Bedeutung der "Deutschland" für Cuxhaven und die Kreuzfahrtgeschichte. Ein einzigartiger Einblick in eine maritime Legende.
Der erste von vier Anläufen in Cuxhaven erfolgte am Donnerstagmorgen (28. Mai) überpünktlich: Schon um 7.30 Uhr lag die "Deutschland", "schwimmendes Grandhotel" und Ex-"Traumschiff", am Steubenhöft. Wir nehmen Sie mit an Bord.
Kapitän Mario Schäfer wollte ganz sichergehen: Bei der ersten von vier Ankünften in Cuxhaven lag die "Deutschland" am Donnerstag schon um 7.30 Uhr und damit überpünktlich fest vertäut am Steubenhöft. Während sich die vor gut zwei Wochen in Bremerhaven an Bord gegangenen Passagiere zum Teil schon auf den Weg in ihre Heimatstädte machten, begann das Gewusel auf dem Schiff und am Kai.
Seeseitig wurde das einstige ZDF-"Traumschiff" betankt, Lkw fuhren vor und Lasten wurden per Kran aufs Schiff gehievt. Kapitän Mario Schäfer und Kreuzfahrtdirektorin Nadine Graßhoff waren überall unterwegs, um zu organisieren, zu telefonieren und Gäste zu begrüßen.

Eine der Abordnungen: Oberbürgermeister Uwe Santjer sowie die Niederlassungsleitung von NPorts in Cuxhaven, Knut Kokkeling und Alexandra Brandt. Uwe Santjer machte deutlich, wie bedeutsam dieser Besuch, bei dem es sich nicht um eine einmalige Stippvisite handelt, für die Stadt sei: Insgesamt viermal wird das 1998 als "schwimmendes Grandhotel" in Dienst gestellte Schiff in Cuxhaven anlegen, das letzte Mal am 12. August 2026. Gleichzeitig befindet sich die "Deutschland" auf ihrer Abschiedstournee für Phoenix-Reisen.

Lebendiger Kreuzfahrtstandort erzeugt positive Emotionen
Das Vertrauen des renommierten Veranstalters, verbunden mit den Gästewechseln am Steubenhöft, rückt Cuxhaven wieder auf die Landkarte des Kreuzfahrttourismus. Die Bemühungen, für das Steubenhöft und die Hapag-Hallen wieder einen Fuß in die Tür zu bekommen, hielt Uwe Santjer angesichts der hiesigen Geschichte der Passagierschifffahrt für völlig berechtigt. Ein lebendiger Kreuzfahrtstandort verbinde wirtschaftliche Chancen zudem mit positiven Emotionen: "Es ist ein Produkt, das Menschen glücklich macht."
So empfindet auch Mario Schäfer jeden Aufenthalt in Cuxhaven. Er war selbst Teil der jahrelangen Ära, in der Cuxhaven den Heimathafen für die "Deutschland" und die "Berlin" bildete, damals noch unter der Ägide der Reederei Deilmann. Es war eine Zeit, in der die Zuschauertribüne am Steubenhöft vor Menschen wimmelte und eine Kapelle zum Abschied spielte. "Das hat auch uns als Besatzungsmitglieder berührt", verriet er.
Im wahren Berufsleben ist er Lotse
1999 hatte er auf der "Deutschland" als Zweiter Offizier angefangen. Später entschied er sich für die Lotsenkarriere. Sein Heimatrevier ist der Nord-Ostsee-Kanal, außerdem ist er Hafenlotse in Glückstadt und Lotse auf der Stör. Aber die Passagierschifffahrt ließ ihn doch nicht so ganz los. Bis heute steuert er an mehreren Wochen im Jahr unter anderem als Urlaubsvertretung große Passagierschiffe; 2015 erstmals als Kapitän. Seit 2019 gehört er fest zu Phoenix-Reisen.

Erhalten blieb ihm hierdurch die enge Verbindung zur "Deutschland". "Wir können Phoenix dankbar sein, dass sie sie noch einmal für so lange Zeit unter ihrem Namen in Fahrt gebracht hat", sagt er. Was aus dem Schiff nach diesem Sommer wird, wüssten sie alle nicht, versichert er.
Zum ersten Mal ist Nadine Graßhoff Kreuzfahrtdirektorin auf der "Deutschland". Gerade von der jüngsten Weltreise auf einem anderen Schiff der Phoenix-Flotte zurück, freue sie sich jetzt auf den Sommer in Europa. Drei Wochen lang ist die aktuelle Reise, die am Donnerstagabend in Cuxhaven begann; es geht auf die Azoren und nach Madeira.
Hapag-Hallen präsentierten sich von der schönsten Seite
Die letzten Passagiere verließen das Schiff, als die Reisebusse der Neuankömmlinge am frühen Nachmittag Cuxhaven erreichten, um danach mit den Heimkehrern zurückzufahren. Die Hapag-Hallen präsentierten sich den Passagieren von ihrer schönsten Seite. Im Kuppelsaal hielten die Tourismuswirtschaftsgemeinschaft Getränke und der Förderverein Hapag-Hallen Prospekte bereit, im historischen Zollgang wurde inmitten historischer Fotos das Gepäck entgegengenommen und zollrechtlich kontrolliert sowie Pass- und Sicherheitsformalitäten abgewickelt.
Nur die Öffentlichkeit blieb ausgesperrt - zum Leidwesen auch von NPorts-Niederlassungsleiter Knut Kokkelink. Jedoch ließen aktuelle Sicherheitsvorschriften diese Nähe am Steubenhöft einfach nicht mehr zu. Viele Passanten mussten abgewiesen werden. Noch nicht alles lief rund bei dieser Premiere, in den kommenden Tagen soll eine Manöverkritik erfolgen. Am 19. Juni heißt es dann "Auf ein Neues".



















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