Die "Deutschland" querab der Alten Liebe - bereit für die dreiwöchige Reise nach Madeira und zurück. Foto: Reese-Winne
Die "Deutschland" querab der Alten Liebe - bereit für die dreiwöchige Reise nach Madeira und zurück. Foto: Reese-Winne
Alte Liebe als Logenplatz

"Deutschland" legt in Cuxhaven mit Verspätung ab: Dann maritimes Schauspiel zu sehen

von Maren Reese-Winne | 29.05.2026

Beim Auslaufen des Kreuzfahrtschiffs "Deutschland" bekamen die Zuschauer in Cuxhaven am Donnerstagabend zusätzlich ein weiteres maritimes Schauspiel geboten. Vorher war etwas Geduld erforderlich, denn die Abfahrt verzögerte sich.  

Während sich auf dem Steubenhöft nur Hafenarbeiter und Vertreterinnen und Vertreter von Behörden und Hafenwirtschaft aufhalten durften, kamen am Donnerstagabend (28. Mai 2026) auf der Alten Liebe zahlreiche Schaulustige zusammen, um von dort aus das Ablegen des Passagierschiffs "Deutschland" zu verfolgen.

Mit geöffneter Lotsenluke wartete die "Deutschland" auf das Eintreffen des Lotsenversetzboots. Foto: Reese-Winne

Doch bevor das Schiff in Richtung Portsmouth - dem nächsten Hafen - durchstarten konnte, musste noch der Hafenlotse von Bord: Das auch für die Zuschauer sehr interessante Lotsenversetzmanöver fand direkt vor dem Cuxhavener Wahrzeichen statt.

Der Schornstein der "Deutschland" mit dem "Phoenix"-Logo in der Cuxhavener Hafenszenerie. Foto: Reese-Winne

In der warmen Abendsonne ließ sich das Warten auf die Vorbeifahrt des einstigen ZDF-"Traumschiffs" verkraften. Gute 30 Minuten später als geplant konnte auf der "Deutschland", die in den kommenden Wochen noch dreimal nach Cuxhaven zurückkehren wird, das Ablegemanöver eingeleitet werden. Zuvor hatten alle Passagiere bereits die verpflichtende Rettungsübung absolviert. Kurz vor dem Ablegen füllten sich die Außendecks mit Gästen, die sich den Abschied nicht entgehen lassen wollten.

Kurz vor dem Ablegen versammelten sich immer mehr Passagiere auf den Außendecks. Foto: Reese-Winne

Autokräne übernehmen Arbeit der historischen Kräne

Von der Alten Liebe aus konnte beobachtet werden, wie zunächst noch letzte Waren auf das Schiff verladen wurden. Statt der historischen Kampnagel-Kräne übernahmen diese Aufgabe zwei große Autokräne. Erst als diese langsam den Anleger verließen, wurden die Gangway eingezogen und die Leinen losgemacht.

Die Silhouetten der "Deutschland" und des alten Abfertigungsgebäudes am Steubenhöft scheinen miteinander verschmolzen. Foto: Reese-Winne
Seitlich entfernte sich die "Deutschland" vom Steubenhöft. Foto: Reese-Winne
Nach dem Ablegen vom Steubenhöft leitete die "Deutschland" ein Wendemanöver ein. Foto: Reese-Winne

Per Querstrahlruder entfernte sich das 175,3 Meter lange Schiff zunächst seitlich vom Anleger, um dann im Elbstrom zu wenden. Parallel dazu machte sich von der Innenkante der Alten Liebe aus das Lotsenversetzboot "Elbe 2" auf den Weg zum Schiff, in dessen Mitte sich kurz überhalb des Wasserspiegels bereits die Lotsenluke geöffnet hatte. In Lee (also im Windschatten) näherte sich das Boot an, um eine Leinenverbindung herzustellen. Über die Lotsenleiter verließ der Hafenlotse, der an der Pier die "Deutschland" bestiegen hatte, das Schiff und stieg aufs Lotsenversetzboot über.

Hier ist gut zu erkennen, wie das Passagierschiff dem kleinen Lotsenversetzboot Windschatten gab. Foto: Reese-Winne

Abschied mit Winke-Händen und Typhonsignal

Parallel ertönte dreimal das Typhon, um sich von den Zuschauern auf der Alten Liebe zu verabschieden. Auf dem Außenbalkon der Brücke waren Kapitän Mario Schäfer und eine Abordnung des Teams der Kreuzfahrtdirektorin  Nadine Graßhoff zu beobachten, die sich an Deck stehenden und winkenden Gästen anschlossen. Dabei kamen auch große türkisfarbene Hände (Farbe der Phoenix-Reisen) zum Einsatz.

Zum Winken von der Brücke wurden zusätzlich große Hände eingesetzt. Foto: Reese-Winne

Die meisten Passagiere dürfte es anschließend zum ersten Abendessen gezogen haben, während die "Deutschland" an der Kugelbake vorbei Richtung Elbmündung davonglitt. Erst auf der Seestation Deutsche Bucht/Außenelbe ging auch der zweite Lotse aus Cuxhaven von Bord.

Der Hafenlotse ist bereit zum Übersteigen auf das Lotsenversetzboot. Foto: Reese-Winne

Filmabend passt zur Rückkehr der "Deutschland"

Mittels der Bug-Kamera der "Deutschland" können Interessierte die nun begonnene dreiwöchige Kreuzfahrt zu den Azoren und nach Madeira begleiten. Am 19. Juni wird die "Deutschland", die sich aufgrund des auslaufenden Chartervertrags mit Phoenix-Reisen auf Abschiedstournee befindet, morgens am Steubenhöft zurückerwartet. Tipp für Schiffsliebhaber: Schon vor der Rückkehr des Schiffes, nämlich am Mittwoch, 10. Juni 2026, wird um 19 Uhr im Forum Maritim des Fördervereins Schifffahrtsgeschichte, Ohlroggestraße 1, der Film "MS Deutschland" des Cuxhavener Filmemachers Günther Ennulat gezeigt.

Der Hafenlotse ist bereit für den nächsten Einsatz, der Kollege bleibt bis zur Seestation an Bord. Foto: Reese-Winne
Während die "Deutschland" seewärts davonzog, kehrte das Lotsenversetzboot in den Hafen zurück. Foto: Reese-Winne

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Maren Reese-Winne

Redakteurin
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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