Von der Brücke hat der Kapitän alles im Blick. Foto: Fischer
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Ein Rundgang über den Trawler: "Berlin" zum ersten Mal in Cuxhaven (mit vielen Fotos)

von Tim Larschow | 22.05.2024

Die Schiffsneubau "Berlin" mit dem Fischereizeichen "NC 107" hat zum ersten Mal seinen Heimathafen Cuxhaven erreicht. Bei einem Rundgang über den neuen Fabriktrawler "Berlin" wird schnell klar, warum es sich um etwas Besonderes handelt.

Wer sich das Schiff von außen anschaut, ahnt nicht, welches technische Wunderwerk sich im Inneren verbirgt. Die Verarbeitung von Fisch und Garnelen an Bord ist hochmodern, nachhaltig und effizient und sucht in der Fischerei ihresgleichen.

Die "Berlin", der neue Hightech-Trawler der Deutschen Fischfang-Union (DFFU), hat in der Nacht auf Dienstag zum ersten Mal im neuen Fischereihafen festgemacht und entladen. An Bord in dem auf -25 grad gekühlten Laderäumen befanden sich Kabeljau und Garnelen, fertig verpackt und die Filets auf die Bedürfnisse des Marktes zugeschnitten. "Wir sind sehr glücklich, dass das Schiff endlich hier ist. Wir sind stolz auf den Neubau und freuen uns jetzt auf die Schiffstaufe am Freitag", sagte DFFU-Geschäftsführer Samuel Rodriguez Ortega am Dienstag bei einem Bordbesuch. Bis der Fisch tiefgefroren in Cuxhaven ankommt, passiert an Bord eine ganze Menge.

Filets vom Kabeljau, Schellfisch und Seelachs

Nach den bis zu 60-tägigen Fangfahrten macht sich die Crew der "Berlin" zukünftig mit Fang auf nach Cuxhaven, dem neuen Heimathafen des Trawlers. Der gesamte Fisch wird direkt nach dem Einholen der Netze zu Filets verarbeitet. Bis auf die Gräten wird der Fang komplett verwertet. Selbst die Fischhäute werden eingefroren und aufgrund des hohen Kollagengehalts beispielsweise für die Herstellung von Kosmetika mit an Land gebracht.

Der Schwerpunkt an Bord liegt aber auf der Vorverarbeitung von Filets von Fischen wie Kabeljau, Schellfisch und Seelachs. Aber auch Garnelen können nun direkt an Bord verarbeitet werden. "Die Garnelenlinie ist mit einem Sortierer und zwei Kochkesseln ausgestattet. In einem Schockfroster werden die Garnelen gefroren und als verzehrfertiges Produkt an Bord zubereitet", erklärt Fleet-Manager Vilhelm Harðarson.

Außerdem befinden sich an Bord Ensilage-Tanks, die eine vollständige Verwertung der Biomasse aus jedem Fang gewährleisten. "Die Technologie und Ausrüstung an Bord ermöglichen es uns, 100 Prozent des Fangs an Land zu bringen. Das unterstützt unser Ziel, den Mehrwert auf See zu steigern, und steht im Einklang mit unseren Bemühungen um Nachhaltigkeit", so Harðarson.

Gemeint sind unter anderem Sensoren, die am Fanggeschirr befestigt werden und unter anderem Wassertiefe, Temperatur und Netzfüllstand direkt an die Brücke und damit an den Kapitän übermitteln. So solle sichergestellt werden, dass die Netze nie zu voll sind und der Druck auf die Fische so gering wie möglich gehalten wird, um eine maximale Qualität der Filets zu garantieren. 

Komfort und Sicherheit der Crew hat Priorität

Im Gegensatz zu früher ist auch das Packen der Kartons fast vollständig automatisiert. Der Fisch wird nach Größe sortiert, verpackt und etikettiert. Anschließend lagert ein Roboter den frisch gefangenen Fisch in dem sogenannten Hotel. Jedes Mal, wenn genügend Kartons bereitstehen, transportiert der Roboter diese ab und belädt die Platten, die ebenfalls automatisiert mit einem "Fahrstuhl" in den Laderaum gefahren werden, wo sie bei -25 Grad gelagert werden. "Die Technik ist so weit fortgeschritten, dass kein Besatzungsmitglied auch nur einen Karton mit Muskelkraft bewegen muss, damit können wir uns auf das konzentrieren, was für uns wichtig ist, die Qualität unserer Produkte", erklärt DFFU-Geschäftsführer Rodriguez.

Das und weitere technische Eigenschaften an Bord wie ein effizienter Motor, niedriger Kraftstoffverbrauch der Hauptmaschine und elektrische Schleppnetzwinden, die im Betrieb (Ausbringen der Netze) speicherbare Energie erzeugen sollen zur erfolgreichen Umsetzung der Ziele von der DFFU und der Alda Gruppe betragen; Bestandsschutz der Fischbestände, Co2 Ausstoß konstant reduzieren, höchster Qualitätsanspruch und Sicherheit und Komfort für Crew.

Es ist ein Open-Ship am Steubenhöft geplant

Am Mittwoch wird das Schiff zum Steubenhöft aufbrechen, wo am Freitag die feierliche Schiffstaufe stattfinden wird. Am Sonnabend können die Cuxhavenerinnen und Cuxhavener von 10 bis 16 Uhr bei Schiffsführungen mehr über das neue Flaggschiff der Cuxhavener Fischerei erfahren. Für die Teilnahme am Open-Ship muss der Personalausweis mitgebracht werden. "Wir sind mit unserem Schiff ein Teil von Cuxhaven und wollen deshalb den Cuxhavenern die Möglichkeit geben, einen Einblick in die Arbeit an Bord zu bekommen", sagt der DFFU-Geschäftsführer.

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