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Im Maritimen Sicherheitszentrum in Cuxhaven wird das AFKUI-System zur Überwachung kritischer Unterwasserinfrastruktur getestet, um die maritime Sicherheit Deutschlands zu stärken. Foto: Larschow
Im Maritimen Sicherheitszentrum in Cuxhaven wird das AFKUI-System zur Überwachung kritischer Unterwasserinfrastruktur getestet, um die maritime Sicherheit Deutschlands zu stärken. Foto: Larschow
 Maritime Sicherheit 

Gefahren schneller erkennen: Neues Überwachungssystem wird in Cuxhaven erprobt

von Tim Larschow | 30.09.2026 Zuletzt aktualisiert: 30.09.2026 15:44 Uhr

In Cuxhaven wird ein System erprobt, mit dem kritische maritime Infrastruktur künftig besser überwacht werden kann. Dazu zählen beispielsweise Unterseekabel und Energieinfrastruktur. Es geht um Schutz vor Ausfällen und Sabotage.

Im Projekt AFKUI (Analysesysteme zur Früherkennung von Bedrohungen an kritischen unterseeischen Infrastrukturen) wird ein System entwickelt, mit dem kritische maritime Infrastruktur künftig besser überwacht werden kann. Dazu zählen beispielsweise Unterseekabel und Energieinfrastruktur. Erprobt wird das System im Maritimen Sicherheitszentrum Cuxhaven (MSZ).

Eine Besonderheit des Projekts: Die Unterseekabel sollen mithilfe eines speziellen Verfahrens selbst als Sensoren genutzt werden. So können Bewegungen und Geräusche unter Wasser erkannt werden. Diese Informationen werden mit weiteren Datenquellen zusammengeführt - etwa von Sensoren über Wasser, Radarsatelliten und Schiffen.

Mögliche Gefahren schneller erkennen

Eine wichtige zusätzliche Datenquelle sind dabei AIS-Daten. Sie liefern Informationen über die Identität, Position und Bewegungen von Schiffen. Mithilfe künstlicher Intelligenz sollen die unterschiedlichen Daten ausgewertet und zu einem gemeinsamen Lagebild zusammengeführt werden. So sollen mögliche Gefahren schneller erkannt werden.

Das Projekt läuft nach Angaben der Beteiligten planmäßig. Die Datenbasis wurde erweitert, ein erster Prototyp des integrierten Lagebilds entwickelt. Dieser wird gemeinsam mit den Sicherheitsbehörden im Maritimen Sicherheitszentrum Cuxhaven erprobt. Die dabei gesammelten Erfahrungen sollen in die weitere Entwicklung des Systems einfließen.

Christoph Ploß (CDU), Koordinator der Bundesregierung für die maritime Wirtschaft und Tourismus, sagt dazu: "Investitionen der Bundesregierung in maritime Forschung stärken den maritimen Standort Deutschland, etwa in der Region Cuxhaven. Die Bundesregierung wird deswegen die Förderung des Projekts AFKUI, mit dem kritische maritime Infrastruktur künftig besser geschützt werden soll, auf fünf Millionen Euro erhöhen. Eine zentrale Rolle spielt dabei das Maritime Sicherheitszentrum Cuxhaven, das Daten aus der Luft und von der See auswertet, um die Sicherheit Deutschlands zu erhöhen. So können beispielsweise Unterseekabel und andere Infrastrukturen besser vor Angriffen geschützt werden."

Mit der Erweiterung des Projekts wurde die Fördersumme um rund 1,7 Millionen Euro aufgestockt. Insgesamt stehen damit rund fünf Millionen Euro zur Verfügung. Ursprünglich waren 3,26 Millionen Euro vorgesehen.

Zum Konsortium gehören IBM Deutschland, das Softwareunternehmen north.io und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Als assoziierte Partner sind die Wehrtechnische Dienststelle für Schiffe und Marinewaffen, Maritime Technologie und Forschung (WTD 71) sowie die Bundespolizei See Cuxhaven beteiligt.

Bei der Bearbeitung des Projekts habe sich frühzeitig gezeigt, dass für die Live-Anbindung von AIS-Daten zusätzliche Arbeiten notwendig seien, um diese sicher, zuverlässig und möglichst in Echtzeit einzubinden. Deshalb wurde das Konsortium 2026 um die JDS GmbH (Softwareentwickler) aus Varel erweitert. Das Unternehmen ist ebenfalls vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) gefördert.

Schutz vor Ausfällen und Sabotage

Damit konnte die Datenbasis für das AFKUI-Lagebild um die von fahrenden Schiffen erhobenen AIS-Signale ergänzt werden. Sie liefern zusätzliche Informationen über Position und Bewegungen von Schiffen und sollen so zu einem umfassenderen Lagebild beitragen.

Durch die Erprobung der ersten Version durch das MSZ sei ein wesentlicher Meilenstein des Projekts erreicht. Die bisher entwickelten Komponenten wurden zudem bei der "SeaSEC Data2Sea Challenge" 2026 vor Warnemünde und Rostock erprobt. Dabei handelt es sich um eine multinationale Erprobungs- und Innovationswoche der Deutschen Marine.

Das neue Überwachungs- und Lagebildsystem richtet sich an Sicherheitskräfte, die für den Schutz kritischer maritimer Infrastruktur verantwortlich sind. Hintergrund sind unter anderem die aktuellen Bedrohungslagen und die Verabschiedung des KRITIS-Dachgesetzes. Es soll dafür sorgen, dass Einrichtungen und Anlagen, die für das Funktionieren des Staates und der Gesellschaft besonders wichtig sind, besser gegen Ausfälle, Sabotage und andere Gefahren geschützt werden.

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Tim Larschow

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