Große Bedeutung für Cuxhaven: Ein Blick hinter die Kulissen der Seefahrtschule
Beim Tag der offenen Tür wurde den Gästen der Seefahrtschule Cuxhaven viel geboten. Auch wenn die Schule und die Seefahrt vor vielen Herausforderungen stehen, wurde deutlich, wie wichtig der Standort für die Stadt und die Entwicklung des Hafens ist.
Ein Rundgang mit Besichtigung aller Anlagen und Simulatoren war für die Besucher am Mittwoch ein echtes Highlight. Anlassen des Motors im Maschinenlabor, Steuern im Schiffsführungssimulator, Funkübungen, Betriebsstoffanalysen, Arbeiten mit der Seekarte und vieles mehr wurde angeboten. Der Schiffsmodellbauclub Cuxhaven präsentierte sich am Modellbecken, wo die Besucher selbst manövrieren konnten.
Ziel der Veranstaltung war es, Werbung für den Standort und die verschiedenen Aus- und Weiterbildungsangebote zu machen und Cuxhavenern einen Blick hinter die Kulissen zu ermöglichen. Es war möglich, alleine oder als Gruppe durch das Gebäude zu laufen. Letzteres Angebot wurde von der Freien Waldorfschule Cuxhaven mit 32 Schülern, der Oberschule Dorum mit 35 Schülern und der Bundespolizei See genutzt.
Zahlen aus Elsfleth stimmen zuversichtlich
"Das Haus war voll, darüber haben wir uns sehr gefreut", sagte Schulleiter Detlef Graven am Mittwoch. Aktionen wie der Tag der offenen Tür seien wichtig, denn gerade bei den Schülerzahlen ist noch Luft nach oben. Doch aktuelle Nachrichten aus Elsfleth im Landkreis Wesermarsch lassen die Cuxhavener hoffen.
"An der Schule in Elsfleth absolvieren zurzeit 45 Auszubildende den ersten Schulzeitblock, um Schiffsmechaniker oder Schiffsmechanikerin zu werden. Das ist eine unglaubliche Zahl", sagte Graven und fügte hinzu: "Wir hoffen natürlich, dass von diesen 45 Auszubildenden in Zukunft auch einige nach Cuxhaven kommen, um hier ihre nautische und technische Weiterbildung aufzunehmen. Es wäre schön, wenn diese Welle auch bei uns aufschlagen würde."
Doch in Cuxhaven gibt es ein Problem - es fehlt an bezahlbarem Wohnraum. Das müsse sich ändern, sonst könnte es passieren, dass sich Schüler für andere Standorte entscheiden, obwohl die Seefahrtschule am Seedeich so viel zu bieten hat.
Die Schule ist wichtig für den maritimen Standort
Vor elf Jahren wurde Richtfest bei der Seefahrtschule gefeiert. Auch wenn die Situation in der Seeschifffahrt damals alles andere als rosig war, wurde dennoch in die Ausbildung des Nachwuchses investiert. Nach sieben Jahren Planung konnte die Richtkrone über dem Erweiterungsbau gehisst werden. 5,34 Millionen Euro sind vom Land und der EU für den Neubau und die Sanierung des 54 Jahre alten Hauptgebäudes ausgegeben worden.
Der dreigeschossige Anbau hinter dem Hauptgebäude am Seedeich, der vor zehn Jahren fertiggestellt wurde, hat Räume für den Simulator- und Praxisunterricht. Die insgesamt 810 Quadratmeter großen Fachräume verteilen sich auf drei Ebenen. Noch heute profitieren die Seefahrtschüler von der Investition. Der damalige Oberbürgermeister Dr. Ulrich Getsch erinnerte schon damals daran, wie wichtig die Staatliche Seefahrtschule für den maritimen Standort Cuxhaven ist, insbesondere vor dem Hintergrund der Entwicklung in der Offshore-Windenergie. Und nicht nur im Bereich Offshore wird heute händeringend Personal gesucht. Vor allem die Bundespolizei und die Wasserstraßen- und Schifffahrtsämter suchen händeringend Besatzungsmitglieder, um ihre Schiffe in Fahrt zu halten.
Auch im nächsten Jahr will Detlef Graven wieder einen Tag der offenen Tür veranstalten. Der Schulleiter ist optimistisch und freut sich, gemeinsam mit seinen Kolleginnen und Kollegen auch in Zukunft viele junge Menschen für die Seefahrt begeistern und auf die Arbeit auf See vorbereiten zu können.

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