Musik, Geschenke und Wertschätzung: Tag der Seeleute wird zum besonderen Erlebnis
Monatelang unterwegs, oft ohne Landgang und fern der Familie: Am Internationalen Tag der Seefahrer stand in Cuxhaven ausnahmsweise nicht die Arbeit im Mittelpunkt, sondern die Menschen, die den Welthandel am Laufen halten.
Essen, Musik und viele persönliche Begegnungen machten den Tag in der Seemannsmission für 41 Besatzungsmitglieder aus aller Welt zu einer willkommenen Auszeit vom Alltag auf See.
Seit 2011 wird der 25. Juni weltweit als Ehrentag für Seeleute begangen. Die Seemannsmission in Cuxhaven nutzt den Anlass jedes Jahr für eine besondere Veranstaltung. Auch dieses Mal wurden die Gäste mit Essen, Getränken und einem Geschenk empfangen: dem traditionellen T-Shirt mit der Aufschrift "proud to be a seafarer" - in diesem Jahr in vielen verschiedenen Farben. Ein besonderes Geschenk gab es von den Kindern der Kindertagesstätte St. Willehad in Cuxhaven: Sie bastelten Karten für die Besatzungsmitglieder.
"Es ist schön etwas Respekt zu bekommen"
Die meisten Gäste wurden mit einem Kleinbus von Ehrenamtlichen direkt vom Schiff zur Mission gebracht. Ein Angebot, das gern angenommen wird - denn Landgänge sind selten geworden. Umso größer ist die Dankbarkeit, wenn es für ein paar Stunden gelingt, dem Alltag auf See zu entfliehen.
"Etwa 90 Prozent der weltweit gehandelten Güter werden per Schiff transportiert. Das unterstreicht die immense Bedeutung der Seeschifffahrt für den globalen Handel", erklärte der Leiter der Mission im Grünen Weg, Diakon Martin Struwe. Das spiegelt auch das diesjährige Motto wider: "Carrying world trade. Carrying the risks".
Im Gespräch mit der Crew der "Fortuna B" wurde deutlich, wie wichtig es ist, dass die Arbeit der Seeleute weltweit Aufmerksamkeit bekommt. "Für uns ist es zwar ein Tag wie jeder andere, aber es ist schon zu wissen das man gesehen wird. Wir sind monatelang von zu Hause weg, um Ware von A nach B zu transportieren, es ist schön dafür etwas Respekt zu bekommen", sagte Aldwin Cabanig von der "Fortuna B".
Doch allein die Möglichkeit, einen Abend in der Mission und dem Garten der Seemannsmission zu verbringen, war für viele bereits ein Höhepunkt. Sie bestätigten, dass Landgang grundsätzlich zwar möglich ist, jedoch immer häufiger durch strukturelle Hindernisse eingeschränkt wird. Besonders kurze Liegezeiten, Sicherheitsvorgaben, hohe Arbeitsbelastung sowie fehlende Transportmöglichkeiten erschweren vielen Seeleuten den Zugang zu erholsamem Landgang.
Landgang heißt Abstand vom Arbeitsalltag
Die Aussagen der Besatzungsmitglieder unterstreichen die Ergebnisse einer von den Seemannsmissionen durchgeführten Befragung zum Thema Landgang. Landgangsprobleme sind selten nur individuelle Einzelfälle.
Vielmehr wirken administrative, organisatorische und betriebliche Faktoren zusammen. Besonders
moderne Hafenstrukturen mit großen Distanzen innerhalb der Terminals sowie strenge Sicherheitsregelungen
erschweren vielerorts den Zugang zum Landgang. "Für viele Seeleute bedeutet Landgang Kontakt zur Außenwelt und Abstand vom Arbeitsalltag. Das werden wir auch zukünftig mit unserem Team möglich machen", so Martin Struwe.
Doch am Donnerstag sollte weniger über solche Themen gesprochen als gefeiert werden - und einer hatte gleich zwei Gründe dafür: Seemann Domingo Celestial hat am 25. Juni Geburtstag, jedes Jahr am Tag der Seefahrer. Kurzerhand wurde die Gitarre ausgepackt und gemeinsam ein Geburtstagslied gesungen - von Seeleuten aus aller Welt im Grünen Weg in Cuxhaven.

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