Die schnittige "Fantasia" ist in Cuxhaven die Neue an der Alten Liebe
Die MS "Fantasia" startet mit neuen Törns von Cuxhaven nach Hamburg, bietet Fahrten zu Seehundsbänken und verspricht maritime Erlebnisse. Ein innovatives Projekt der Hamburger Traditions-Reederei Rainer Abicht.


MS "Fantasia" der Hamburger Reedereigruppe Rainer Abicht, ein schnittiges Schiff in Yacht-Optik, ist die Neue im Ausflugsgeschäft an der Innenkante Alte Liebe - und wurde schon von den Passanten mit großem Interesse wahrgenommen. Sie startet am Mittwoch (15. Juni) mit neuen Törns bis Hamburg und hat zudem Fahrten zu den Seehundsbänken im Gepäck. Montagnachmittag (11. Juni) fand mit geladenen Gästen die Test- und Probefahrt vor Cuxhaven statt und stimmte auf das maritime Erlebnis ein.
Für Kapitän Christian Stephan bedeutete dies vollkommen neues Fahrwasser, so anders als sein gewohntes Revier bei Rundtouren im Hamburger Hafen. "Es ist spannend, mit den Naturgewalten wie Witterung, Wind und Tideverhältnissen", freut sich der vom Rhein stammende Binnenschiffer, seine Revierkenntnisse in der Elbmündung vertiefen zu können. Beim Testlauf auf der kabbeligen Elbe vor Cuxhaven bewies das Schiff unter seiner Führung gutes Seegangsverhalten.
Geschäftsführer Fokko Keiter erläuterte bei der Testfahrt, dass dies das erste Projekt seiner Traditionsreederei sei, das außerhalb Hamburgs stattfinde. Das Unternehmen betreibe mittlerweile 41 Schiffe und biete vor allem Hafenrundfahrten sowie Event- und Charterfahrten an. Über den jahrelangen Nachbarn an den Hamburger Landungsbrücken, die FRS Helgoline mit ihrem Katamaran "Halunder Jet" und die freundschaftliche Verbindung zum Geschäftsführer Tim Kunstmann sei es zur Partnerschaft gekommen: "Wir kamen im Winter auf die Idee, ob wir nicht auch mal nach Cuxhaven möchten und uns ein paar Seehunde angucken wollen …", meinte Keiter launig. Die FRS übernimmt in Cuxhaven für die Hamburger Reederei den Ticketverkauf.
Liegt nachts im Neuen Fischereihafen
Fokko Keiter dankte auch NPorts für deren unkomplizierte Bereitstellung des Liegeplatzes. Den benötigt MS "Fantasia" nur, um Passagiere aufzunehmen und sie zu verabschieden. Denn nachts hat das Ausflugsschiff seinen festen, tideunabhängigen Liegeplatz im Neuen Fischereihafen.
Das neue touristische Angebot habe fast schon den Charakter einer Flusskreuzfahrt, war Bürgermeister Marc Gerdes begeistert - aber auch von MS "Fantasia" selbst: "Ein tolles Schiff, das macht eine Menge her."
Die Tagesfahrten von Cuxhaven nach Hamburg sollen ab Mittwoch, 15. Juni, bis 13. September jeweils donnerstags bis sonntags stattfinden. Gegen 14 Uhr erreicht die "MS Fantasia" die Hamburger Landungsbrücken direkt bis unterhalb der Elbphilharmonie. Nach rund zwei Stunden Aufenthalt geht es um 16.30 Uhr retour zur Elbmündung. Bis 22.30 Uhr dauert der maritime Tagesausflug, bei dem man den Weltschifffahrtsweg Elbe mit seinen vielen interessanten kleinen und großen Schiffen hautnah erlebt.
MS "Fantasia" ist Baujahr 1994 und zugelassen für bis zu 250 Personen. Sie ist 53 Meter lang, 11,27 Meter breit und hat einen Tiefgang von 1,48 Metern. Ihre Silhouette ist schnittig, bei schönem Wetter laden die großzügigen Sonnen- und Freidecks zum Verweilen ein. Ist es jedoch eher kühl und frisch wie bei der Testtour, kann man es in den Salons auf zwei Ebenen mit gediegener Teak- und Messing-Optik und den Panoramafenstern gut gehen lassen und sich entspannte Stunden auf der Elbe erleben. Zwei Tanzflächen und eine Sound-Anlage können bei Veranstaltungen zum Einsatz kommen. Die "Fantasia" wird mit zwei Mann Besatzung gefahren, und je nach Anmeldung sind zwei bis drei Personen in der Bord-Gastro beschäftigt.
"Mal gucken, wie es läuft. Hoffentlich wird es so gut angenommen, dass wir es auch wieder im nächsten Jahr anbieten können", brachte Geschäftsführer Fokko Keiter gegenüber cnv-medien.de seine Erwartungen zum Ausdruck, stellte die Flexibilität seiner Reederei heraus und schloss zusätzliche Angebote in der Cuxhavener Ausflugs-Schifffahrt nicht aus. In Hamburg spricht das Unternehmen zum Beispiel verschiedene Zielgruppen mit Bingo an Bord oder Kopfhörer-Partys an.
Das Hamburger Familienunternehmen Abicht betreibt die Elbschifffahrt bereits in der dritten Generation seit nunmehr 100 Jahren. 1926 kaufte der 20-jährige Kurt Abicht die erste Barkasse für die Kleinschiffswerft von Vater Otto, mit Erfolg: Kontinuierlich baute er die Flotte auf. Fünf Jahrzehnte später übernahm sein Sohn Rainer den reinen Barkassenbetrieb und erbaute 1993 mit der MS "Hammonia" das erste Fahrgastschiff. Inzwischen sorgt ein ganzes Team für den reibungslosen Ablauf der Hafen- und Charterausfahrten.
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