Rotbarsch wird Goldbarsch? Der über Cuxhaven importierte Fisch bekommt neues Image
Isländische Seafood-Produzenten und -Exporteure präsentierten sich auf der Fish International in Bremen mit einem klaren Fokus auf Goldbarsch. Es ging um Nachhaltigkeit, direkte Schiffsrouten nach Cuxhaven und klare Abgrenzung zum Alaska-Rotbarsch.
Isländische Seafood-Produzenten und -Exporteure haben gemeinsam beschlossen, im deutschen Markt künftig ausschließlich die Bezeichnung Goldbarsch für "Golden Redfish" aus Island zu verwenden. Ziel ist es, mehr Klarheit zu schaffen und den isländischen Goldbarsch eindeutig vom allgemeinen Begriff Rotbarsch abzugrenzen.
In Deutschland wird der Name Rotbarsch als Sammelbezeichnung für verschiedene Rotbarscharten unterschiedlicher Herkunft und Qualität verwendet. Das erschwert nach Angaben der Kooperation "Seafood from Iceland" die Transparenz entlang der Wertschöpfungskette - von Importeuren über den Handel bis hin zur professionellen Küche und zu den Endverbrauchern.
Goldbarsch steht für "Golden Redfish" aus Island. Die Bezeichnung soll Einkäufern und Verarbeitern ermöglichen, das Produkt klar zu identifizieren und gezielt zu vermarkten. Die neue Goldbarsch-Initiative wurde erstmals im Rahmen der Fish International in Bremen vorgestellt. Auf der Messe wurde der Fisch mit seinem Geschmack, der gleichbleibenden Qualität und der klar nachvollziehbaren Herkunft beworben.
Der kürzeste Weg führt nicht über China
Die Fischerei erfolgt in nachhaltig bewirtschafteten Beständen, ist zertifiziert und vollständig rückverfolgbar. Isländischer Goldbarsch trägt sowohl das Siegel des Marine Stewardship Council (MSC) als auch die Iceland Responsible Fisheries-Zertifizierung. Zudem war die isländische Goldbarschfischerei die erste Rotbarschfischerei weltweit, die eine MSC-Zertifizierung erhielt. Deutschland ist seit Jahrzehnten der wichtigste Exportmarkt für isländischen Goldbarsch. In Cuxhaven wird das Produkt angelandet.
Für den Goldbarsch bestehen direkte Schiffsrouten von Island und Norwegen nach Cuxhaven - der kürzeste Weg für die Ware. Ein "Weg um die halbe Welt" von Alaska über China nach Cuxhaven ist beim isländischen Produkt nicht nötig. Die Deutsche Fischfang-Union mit Sitz in Cuxhaven fischt ihren Rotbarsch hauptsächlich vor Grönland. Auch hier wird auf möglichst kurze Transportwege und nachhaltige Fischerei Wert gelegt.
"Die neue Bezeichnung hilft, unterschiedliche Rotbarscharten und -erzeugnisse im Markt eindeutig zu unterscheiden und schafft Transparenz in Bezug auf Ursprung, Qualität und nachhaltige Bewirtschaftung", sagt Björgvin Þór Björgvinsson, Projektleiter bei Seafood from Iceland.
Seafood from Iceland ist eine gemeinsame Plattform isländischer Unternehmen der Fischerei- und Seafood-Branche, die unter einer Herkunftsmarke zusammenarbeiten, um den Wert und die Wahrnehmung isländischer Fischereiprodukte im Ausland zu steigern.