Trans-Ocean-Verein feiert in Cuxhaven: Zuschauer und Gäste kommen aus der ganzen Welt
Zum 57. Mal zeichnete der von Hochseeseglern für Hochseesegler gegründete Verein Trans-Ocean e. V. seglerische Leistungen und vorbildliches Engagement aus. Mehr Seemeilen passen in keinen Raum. 14 Preise wurden in der Kugelbake-Halle verliehen.
Wenn man sie fragt, was Trans-Ocean für sie bedeutet, kommt von vielen Seglerinnen und Seglern eine schnelle Antwort: "Heimat." Egal, wo auf der Welt sie gerade unterwegs sind - irgendwann brauchen auch erfahrene Hochseesegler Hilfe. Genau dafür gibt es das weltweite Netzwerk des Trans-Ocean (TO) mit rund 180 Stützpunkten. Ob bei einem Krankenhausbesuch oder der Suche nach Ersatzteilen: Die ehrenamtlichen Ansprechpartner vor Ort unterstützen die Mitglieder auf ihren Reisen. Selbst an weit entfernten Orten wie Tonga (Ozeanien) können Segler auf die Gemeinschaft zählen.
Ein Teil dieses Netzwerks traf sich am Sonnabend in der Kugelbake-Halle in Cuxhaven. Mehr als 5700 Mitglieder zählt der Verein inzwischen. Viele waren persönlich angereist, andere wurden live zugeschaltet - unter anderem aus der Karibik und Alaska. Beim Festabend standen außergewöhnliche Reisen, besondere Herausforderungen auf See und das Engagement für die Seglergemeinschaft im Mittelpunkt. Schon beim Sektempfang nutzten zahlreiche Gäste die Gelegenheit, Segelkameraden zu begrüßen, alte Bekanntschaften aufzufrischen und Erinnerungen auszutauschen.
Herausragende Reisen und seglerische Leistungen
Nachdem die Gäste an den Tischen Platz genommen hatten, begrüßte der Vereinsvorsitzende Marcus Warnke die Anwesenden. Das Grußwort der Stadt Cuxhaven überbrachte Bürgermeister Thomas Brunken. Er zeigte sich beeindruckt von den teils unvorstellbaren Abenteuern, die insbesondere die Ausgezeichneten erlebt haben. "Man spürt das Zugehörigkeitsgefühl bei Trans-Ocean und den Stolz auf das, was sie leisten."
Der Verein befindet sich weiter auf Wachstumskurs. Mit mehr als 5700 Mitgliedern gehört Trans-Ocean zu den größten Hochseesegelvereinen weltweit. Das Netzwerk verbindet Menschen, die ihre Leidenschaft für das Reisen auf den Weltmeeren teilen - und sich auch dann gegenseitig unterstützen, wenn sie Tausende Seemeilen voneinander entfernt sind.


Nach dem gemeinsamen Essen richtete sich die Aufmerksamkeit auf die Ehrungen des Abends. Insgesamt wurden 14 Auszeichnungen in verschiedenen Kategorien vergeben. Gewürdigt wurden herausragende Reisen, besondere seglerische Leistungen und außergewöhnliches Engagement innerhalb der Gemeinschaft.

Die höchste Auszeichnung des Abends, der Trans-Ocean-Preis, ging an die Österreicherin Lisa Berger und ihren britischen Co-Skipper Jade Edwards-Learney. Das Duo hatte mit seiner Yacht an der "Globe40" teilgenommen und die Weltumsegelung im April erfolgreich beendet. 33.980 Meilen in 152 Tagen auf See, vier Kontinente, sieben Stopps in sieben Ländern und das auf einem nur mit einem auf das Wesentliche reduzierten Regattaboot.
Der Ocean Award ging an Helena und Steve Neal von der "Amalia" aus Großbritannien. Mit dem Wolfgang Quix Race Award wurde Christian Sauer aus Mengen ausgezeichnet. Er hatte seine "Argo" selbst gebaut - ein gerade einmal 5,80 Meter langes Boot - und damit beim Mini Globe Race die Welt alleine umrundet. "Ich bin all-in gegangen und habe meinen Job gekündigt. Das Leben ist zu kurz für irgendwann", sagte Sauer.


Silberne Kugelbake für die "Walross 4"
Mit dem Weltumseglerpreis wurden gleich sechs Crews beziehungsweise Segler ausgezeichnet: Darunter Alfred Punke und Petra Pavlisin von der "Milena Bonatti" aus Schwülper oder Prof. Dr. Konrad Basler von der "Kymothóe" aus der Schweiz. Punke und Pavlisin legten auf ihrer jahrelangen Reise rund 83.000 Kilometer zurück. Basler umsegelte die Welt etappenweise mit Freunden und kehrte zwischendurch immer wieder in den Berufsalltag zurück, bevor er seine Reise fortsetzte. "Damit aus Erlebnissen Abenteuer werden, braucht es Freunde."
Die Crew der "Walross" vom Akademischen Seglerverein aus Berlin wurde mit der Silbernen Kugelbake ausgezeichnet. Das Ausbildungsboot legte die Strecke von Halifax nach Cuxhaven nonstop zurück und absolvierte dabei 3.342 Seemeilen.

Dass die Gemeinschaft nicht nur auf See zusammenhält, zeigte auch die traditionelle Saalspende während der Festveranstaltung. Insgesamt kamen 1946,30 Euro zusammen, die der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) zugutekommen sollen - ein Rekord. Ralf Hahnen von der "Anneliese Kramer" in Cuxhaven nahm die Spende entgegen.

So verband der Festabend Rückblicke auf außergewöhnliche Reisen und besondere Leistungen mit Begegnungen, Gesprächen und dem gemeinsamen Blick auf die Zukunft. Für die Mitglieder des Trans-Ocean bot das Wochenende einmal mehr Gelegenheit, die Verbundenheit untereinander zu pflegen - und zu zeigen, dass Heimat auf See manchmal dort ist, wo andere Segler sind.
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