Lebensmittelkonzern Frosta erhält den Unternehmenspreis Weser-Elbe
Nichts herstellen, was man nicht selbst essen möchte, lautet der Grundsatz von Felix Ahlers, CEO der Frosta AG. Und das ist, in einfachen Worten, der Grund, weshalb das Lebensmittelunternehmen mit dem Unternehmenspreis Weser-Elbe ausgezeichnet wurde.
Im Rahmen eines Festaktes im Bremerhavener Stadttheater fand die siebte Preisverleihung vor zahlreichen Gästen aus Politik und Wirtschaft statt. Bremerhavens Oberbürgermeister Melf Grantz und Cuxhavens Landrat Torsten Krüger eröffneten den von der Fernsehjournalistin Julia-Niharika Sen moderierten Abend. Grantz und Krüger überreichten gemeinsam mit den Vertretern der Preisgeber, Nils Schnorrenberger, Geschäftsführer der Bremerhavener Gesellschaft für Investitionsförderung und Stadtentwicklung (BIS), Rolf Sünderbruch, Vorstandsvorsitzender der Weser-Elbe Sparkasse, und Katja Link, Leiterin der Agentur für Wirtschaftsförderung für den Landkreis Cuxhaven, den Unternehmenspreis in Form einer janusköpfigen Bronzeskulptur des Künstlers Prof. Bernd Altenstein.
Einführung des Reinheitsgebotes
"Der Frosta-Konzern hat sich sozial, ökologisch und ökonomisch nachhaltig ausgerichtet und für die Zukunft aufgestellt. Insbesondere die Einführung des Reinheitsgebotes vor über 20 Jahren gibt dem Unternehmen ein Alleinstellungsmerkmal, welches wohl in keinem anderen Konzern zu finden ist", verkündet Dr. Matthias Fonger, Hauptgeschäftsführer der Handelskammer Bremen - IHK für Bremen und Bremerhaven, die Begründung der Jury für die Preisvergabe.
Konsequenter Verzicht auf Zusätze
In den über 60 Jahren Unternehmensgeschichte ereignete sich 2003 ein Wendepunkt, der bis heute prägend für die Philosophie von Frosta ist, der konsequente Verzicht auf Zusätze wie Farbstoffe, Aromen, Geschmacksverstärker, Emulgatoren, Stabilisatoren, chemisch modifizierte Stärken und gehärtete Fette bei der Herstellung der Tiefkühlprodukte. Diese Qualitätsumstellung brachte dem Konzern - zum ersten Mal in der Firmengeschichte - durch die damit verbundene Preiserhöhung der Produkte einen enormen Umsatz- und Gewinneinbruch. Doch das neue Konzept setzte sich durch und Frosta wurde zum Vorreiter für Nachhaltigkeit und Transparenz in der Lebensmittelindustrie. Die Marke ist in den vergangenen 20 Jahren um 574 Prozent gewachsen. Gleichzeitig setzt Unternehmenschef Ahlers auf Standorttreue. In Bremerhaven sind rund 700 der insgesamt 1665 Mitarbeiter beschäftigt.
Frosta-Chef Ahlers fordert Kennzeichnungspflicht
Laut einer aktuellen Studie wünschen sich die Menschen mehr Transparenz auf Lebensmittelverpackungen. Seit 2015 druckt Frosta, als einzige Lebensmittelmarke, die Herkunftsländer aller Zutaten direkt auf die Verpackung und setzt sich für mehr Transparenz bei Lebensmitteln ein. Ferner fordert das Unternehmen eine Reform des Lebensmitteldeklarationsrechts. "Transparenz und Ehrlichkeit werden honoriert", meint Felix Ahlers. Umso unverständlicher ist ihm, dass sich in der Politik rein gar nichts in Sachen verbraucherfreundlicherer Kennzeichnungspflicht auf den Verpackungen tut, zum Beispiel für den Gebrauch so genannter "natürlicher Aromen". Maximale Transparenz und Nachhaltigkeit haben dazu beigetragen, dass Frosta bereits vier Mal mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet wurde.
"Die Innovation spielt sich genau hier ab"
"Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen", wusste schon der Humorist Karl Valentin. Dennoch beschäftigt sich Max Thinius mit der Zukunft, bezeichnet sich sogar als Futurologe. Er hielt im Bremerhavener Stadttheater einen Vortrag darüber, wie sich Zukunft positiv gestalten lässt und sich Chancen erkennen und verwirklichen lassen. Dabei greift für ihn der übliche rein technologische Ansatz bei der Innovation zu kurz. Vielmehr gestalten, laut Thinius, Menschen die Zukunft und die sieht er in Form eines "polyzentrischen" Ansatzes, also der Wertschöpfung durch lokale und regionale Vernetzung. Das sei Digitalität. Hier sei Europa wegen seiner großen Vielfalt im Vorteil. Und: Die Elbe-Weser-Region besitze aufgrund von Berechnungen die höchste Digitalkompetenz in ganz Europa. Thinius: "Die Innovation spielt sich genau hier ab."

