Die Schwerlastlagerfläche ist fertiggestellt. Auf einer Fläche von 35 Hektar steht nun die Basis für die Logistik- und Fertigungsabläufe. Foto: Titan Wind Energy
Die Schwerlastlagerfläche ist fertiggestellt. Auf einer Fläche von 35 Hektar steht nun die Basis für die Logistik- und Fertigungsabläufe. Foto: Titan Wind Energy
Tempo auf der Baustelle

Titan Wind Energy setzt in Cuxhaven Maßstäbe: Ein Industrieprojekt der Superlative

von Tim Larschow | 23.02.2026

In Cuxhaven entsteht die Monopile-Fertigung von Titan Wind Energy (Germany): Maschinen laufen im Dauereinsatz, neue Hallen und Fertigungslinien wachsen. Das Unternehmen gibt Einblicke in die Arbeiten hinter den Kulissen. Bilder aus der Titan-Halle.

Im Cuxhavener Hafen wächst ein Industrieprojekt heran, das die Region nachhaltig prägen wird - und das jeden Tag sichtbarer, hörbarer, greifbarer wird. Aus der markanten blauen Halle dringt ein tiefes Grummeln nach draußen: Maschinen laufen im Dauereinsatz, alter Beton und Stahl wird gebrochen und bewegt, neue Strukturen nehmen Form an.

Auf dem Titan-Gelände ist das nur ein Schauplatz von vielen - doch er zeigt bereits, wohin die Reise geht: Hier entsteht eine Monopile-Fertigung der Superlative. Verantwortliche aus Projektmanagement und Logistik gaben im Gespräch mit cnv-medien.de einen Einblick in den aktuellen Baufortschritt, den Zeitplan und die nächsten großen Etappen von Titan Wind Energy (Germany) in Cuxhaven. Der Ton ist eindeutig: Die entscheidenden Schritte sind vorbereitet, die großen Meilensteine rücken näher - und der anstehende Frühling verspricht den nächsten sichtbaren Sprung.

Rammarbeiten für die Neubauten

Ein besonders wichtiger Punkt ist bereits erreicht: Die Schwerlastlagerfläche ist bereits fertiggestellt. Auf einer Fläche von 35 Hektar - also rund 350.000 Quadratmetern - steht nun die Basis für die Logistik- und Fertigungsabläufe. Für dieses Fundament kamen über 700.000 Tonnen Schotter per Schiff als Tragschicht nach Cuxhaven. Am 30. Dezember 2024 traf erstmals Material für das Projekt im Hafen ein.

Bagger und Maschinen im Einsatz: Die Bauarbeiten für die neue Monopile-Fertigung in der blauen "Hall schreiten voran. Foto: Krügener/Titan Wind Energy

Damit die Fläche den künftigen Belastungen standhält, war auch unter der Oberfläche Arbeit nötig. Große Mengen an Klei, Schluff und anderer - als Untergrund für Schwerlasten ungeeigneter - Materialien wurden im Rahmen eines Bodenaustauschs durch Sand ersetzt. Diese wurden geprüft und sollen, im Rahmen der Nachhaltigkeit, an anderer Stelle wiederverwendet werden.

Parallel geht es bei den Hallenneubauten mit großen Schritten voran. Für den ersten neuen Hallenkomplex sind die Rammarbeiten bereits abgeschlossen. Die Bodenplatte soll folgen, sobald der Boden frostfrei ist. Auch in den bestehenden Hallen wird kräftig nachgerüstet: Die Bodenlast wird deutlich erhöht, um die Dimensionen der kommenden Fertigung zu tragen.

Die Gründungsfundamente der Offshore-Windkraftanlagen sollen künftig bis zu 140 Meter lang werden. An der breitesten Stelle erreichen einzelne Bauteile bis zu 14 Meter Durchmesser. Selbst Stahlbleche mit einer Dicke von 160 Millimetern sollen hier verarbeitet werden, um Fundamente mit Gesamtgewichten von bis zu 3.500 Tonnen herzustellen.

Die Bauarbeiten für die neue Monopile-Fertigung in der blauen Halle schreiten voran. Foto: Krügener/Titan Wind Energy

Es entsteht ein neues Bild im Hafen

Auch der nächste große Bauabschnitt steht bereits in den Startlöchern: Die beiden Hallenneubauten zwischen Siemens und Titan Wind Energy werden vorbereitet. Hier sollen zukünftig die Beschichtungen stattfinden - in einem vorgelagerten Bereich werden die Bauteile zunächst mit Hochdruck gewaschen und anschließend in den Neubauten beschichtet.

Für die zwei Hallen mit insgesamt vier Fertigungslinien sind vier Schornsteine vorgesehen - jeder 61 Meter hoch. Das wird nicht nur Technik, sondern auch ein neues Bild im Hafen ergeben: vier neue, weithin sichtbare Landmarken.

Dass die Planung längst in die Tiefe gegangen ist, zeigt sich auch hinter den Kulissen: Arbeitsabläufe werden in 3D-Simulationen durchgespielt, zentrale Maschinen sind zu großen Teilen eingekauft, Einzelteile wurden bereits für die Endmontage vor Ort geliefert.

Titan Wind Energy (Germany) hat das Gelände in Cuxhaven 2019 erworben und damit den Grundstein für die Strategie im Offshore-Windgeschäft gelegt. Nach aktuellem Stand liegt das Projekt im Zeitplan, mit einer klaren Richtung: Was heute noch nach Baustelle klingt, soll schon im nächsten Jahr nach Serienfertigung klingen.

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Tim Larschow

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