Siemens Gamesa investiert weiter in Cuxhaven - doch ab 2028 wächst die "Besorgnis"
Siemens Gamesa investiert trotz unsicherer Zukunft weiter in Cuxhaven. Die geplanten Projekte zielen auf die Optimierung der Logistik und die Sicherung der Beschäftigung, doch ab 2028 drohen Unsicherheiten im Offshore-Markt.
Trotz einer absehbar schwächeren Auftragslage investiert Siemens Gamesa weiter in Cuxhaven. Zuletzt hatte das Auslaufen von Hunderten Leiharbeitsverträgen für Spekulationen über die Zukunft des Standorts gesorgt. Gleichzeitig rollen Bagger und Baufahrzeuge über das Gelände rund um die markante weiße Halle im Hafen.
Nun erklärt das Unternehmen die aktuelle Situation - und auch, was es mit den auslaufenden Verträgen der Leiharbeitskräfte auf sich hat.
Das Werk in Cuxhaven teilte auf CN/NEZ-Nachfrage mit, dass es durch große Projekte in Großbritannien, Polen und Deutschland bis einschließlich 2027 gut ausgelastet sei. "Ab 2028 beobachten wir die Entwicklung des deutschen Offshore-Marktes jedoch mit einer gewissen Besorgnis", heißt es.
Auswirkungen auf die Kapazitätsauslastung
Derzeit sei noch nicht absehbar, welche der zwischen 2023 und 2025 vergebenen Offshore-Projekte in deutschen Gewässern tatsächlich umgesetzt werden. "Sollten Projekte nicht realisiert oder verschoben werden, wird dies zwangsläufig auch Auswirkungen auf die Kapazitätsauslastung des Werks haben", so Michaela Finnie, Pressesprecherin bei Siemens Gamesa in Cuxhaven.

Dieses wiederkehrende Stop-and-Go-Muster führe zu erheblichen Störungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
Die Herausforderung für den Offshore-Markt liege in der Umsetzung, heißt es. "Die Ausbauziele sind gesetzt, und auch die Industrie hat kräftig investiert. Entscheidend ist jetzt, dass mehr Projekte tatsächlich realisiert werden. Derzeit scheitern noch zu viele Vorhaben daran, dass nach dem Zuschlag die Finanzierung wackelt oder Investitionsentscheidungen ausbleiben", so Finnie.
Vor diesem Hintergrund böten Zeitarbeit und befristete Beschäftigungsverhältnisse grundsätzlich die Möglichkeit, flexibel auf Veränderungen bei der Kapazitätsauslastung zu reagieren. "Dies hilft uns, Beschäftigung langfristig zu sichern und unserer Stammbelegschaft verlässliche Perspektiven zu bieten", erklärt Finnie.
Rund 1150 Mitarbeiter arbeiten dauerhaft am Standort. Wie viele Verträge von Leiharbeitern ausgelaufen sind, wurde auch bei der zweiten Anfrage nicht beantwortet.
Fläche zur Lagerung fertiger Maschinenhäuser
Hinsichtlich des Ausbaus des Standorts gibt es aktuell zwei große Projekte und laut Konzern "gezielte Investitionen in eine zukunftssichere und leistungsfähige Infrastruktur, die unseren Standort nachhaltig für die kommenden Jahre stärkt". Zum einen dient der Bau eines weiteren Logistikgebäudes mit einer Fläche von mehr als 17.000 Quadratmetern dazu, den Materialfluss weiter zu optimieren und zusätzlichen Raum für produktionsnahe Qualitätsprüfungen zu schaffen. "Es ist ein Projekt mit einer kurzen Zeitschiene, aber großer Bedeutung für uns", sagte Siemens-Gamesa-Werkschef Christian Ettl Anfang August beim Spatenstich.
"Zum anderen erweitern wir unsere Logistikflächen im Norden um eine eigene, rund 55.000 Quadratmeter große Schwerlastfläche zur Lagerung fertiger Maschinenhäuser (Nacelles)", so Michaela Finnie. Die Ertüchtigung der eigenen Flächen trage dem Umstand Rechnung, dass die Lagerkapazitäten im angrenzenden Hafenbereich zunehmend knapper werden. Die Inbetriebnahme der Schwerlastfläche ist für Herbst 2026 geplant.
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