9. März - Ein Tag, an dem Frauen laut werden
Seit vielen Jahren begeistert die Kolumne "Moin Cuxhaven" die Leserinnen und Leser der Cuxhavener Nachrichten. Inzwischen sorgt die Rubrik auch auf cnv-medien.de für Unterhaltung und Information. Heute geht es um Frauen die ihre Stimme erheben.
Manchmal hat Geschichte einen Rhythmus, der über Zeit und Raum hinweggeht. Im Jahr 1908 in New York setzten Frauen ihre Stimmen und Plakate ein, um bessere Arbeitsbedingungen und das Wahlrecht einzufordern. Nur wenige Jahre zuvor, 1900, standen mutige deutsche Frauen vor dem Reichstag, hoben ihre Feder und sagten: "Abitur für alle - jetzt!" Sie kämpften dafür, dass Mädchen wie Jungen Zugang zu höherer Bildung bekamen. In Wien erklang 1913 der Ruf nach Gleichberechtigung beim dritten Internationalen Frauentag. Die Frauen forderten das aktive und passive Wahlrecht sowie faire Arbeitsbedingungen. 1919 rollte in Italien der Sacchi-Gesetzentwurf durch die Kammern, ein kleiner, aber klarer Schlag für Selbstbestimmung - er sollte Frauen mehr Kontrolle über Eigentum, Kinder und Beruf ermöglichen und ihnen das Wahlrecht sichern.
Und heute? Frauen streiken erneut, weil ihre unbezahlte Care-Arbeit weiterhin unsichtbar bleibt, weil trotz aller Fortschritte der Gender-Pay-Gap und Gender-Medicine-Gap riesig sind.
Um 9 Uhr lädt die "Enough"-Gruppe ins Bali-Kino Cuxhaven zu einer Pause nur für Frauen ein. Vielleicht ist der 9. März deshalb ein bisschen wie ein Staffellauf über ein Jahrhundert hinweg: Jede Generation nimmt den Stab auf und läuft weiter - für die Gleichberechtigung.