Diese Aktion lädt zum Nachahmen ein
Seit Jahrzehnten begeistert die Kolumne "Moin Cuxhaven" die Leserinnen und Leser der Cuxhavener Nachrichten. Inzwischen sorgt die Rubrik auch auf cnv-medien.de für Unterhaltung und Information. Heute: eine nachahmenswerte Aktion.
Das Miniatur-Wunderland zählt zu einer der beliebtesten Freizeiteinrichtungen von Hamburg. 1200 Züge, 4000 Gebäude und über 10.000 Fahrzeuge bewegen sich synchron durch Tag- und Nachtsimulationen. Ein ganzes Universum zum Staunen: Die Besucher gehen hier meistens mit einem breiten Lächeln raus. Aber nicht jeder kann sich den Eintritt zu dieser Erlebniswelt leisten. Und hier kommt eine schöne und dabei unkomplizierte, nicht beschämende Idee ins Spiel: Menschen, die sich den Besuch im Miniatur-Wunderland nicht leisten können, möchten die Betreiber ein wenig Freude schenken: Sie laden sie im Januar zum kostenlosen Besuch ein. Dazu teilen sie mit: "Wir möchten die Menschen nicht in Kategorien einteilen, sondern machen das ganz simpel: Wer wirklich der Meinung ist, dass er/sie sich einen Wunderland-Besuch nicht leisten kann, kann von der Aktion Gebrauch machen." Bereits zum zehnten Mal gibt es diese schöne Aktion in der fantasievoll gestalteten Modellbahn-Welt. Ausdrücklich verdeutlichen die Verantwortlichen, dass diese Einladung auf Vertrauen basiert. Sie verlangen für den Gratis-Besuch keinen Nachweis, sondern setzen auf eine ehrliche Selbsteinschätzung. Egal ob Bürgergeldempfänger, Alleinerziehender, Obdachloser oder Geflüchteter. "Kommt einfach an einem der aufgeführten Termine ins Wunderland und sagt 'Ich kann mir das nicht leisten‘ und ihr kommt ohne Nachfrage gratis ins Wunderland. Falls ihr euch das nicht zu sagen traut, dann legt einen Zettel hin, wir werden euch schon verstehen." In meinen Augen ist dies eine bestechend simple Idee, die förmlich zum Nachahmen einlädt. Wenn Betreiber von beliebten Freizeiteinrichtungen unserer Region wie Zoos, Museen oder Ausstellungswelten Gratisangebote in Aktionszeiträumen ermöglichen, machen sie Menschen aus finanziell angespannten Verhältnissen das Leben für ein paar Stunden schöner. So wird Teilhabe ermöglicht und es ist ein deutliches Zeichen gegen Armuts-Ausgrenzung.