So ist das mit den Wettervorhersagen
Seit Jahrzehnten begeistert die Kolumne "Moin Cuxhaven" die Leserinnen und Leser der Cuxhavener Nachrichten. Inzwischen sorgt die Rubrik auch auf cnv-medien.de für Unterhaltung und Information. Heute: Wenn die Vorhersage schief liegt.
Ja, ähm. So ist das mit den Wettervorsagen. Sie sagten, es wird nichts mit Winterwonderland - und es ward Winterwonderland am vorletzten Wochenende, jedenfalls zeitweilig. Sie sagten, es wird nichts mit Extremwetter - und es ward doch zumindest ein Wetter, das ich schon lange nicht mehr hierzulande erlebt habe, vielleicht nicht gar eine Katastrophe, aber doch jede Vorsichtsmaßnahme wert. Das schlechte Gewissen, Sie mit der von mir zunächst geschriebenen weit gelasseneren Wetterprognose hinters Licht geführt zu haben, begleitete mich die ganze letzte Woche. Auch, wenn ich natürlich selbst gar keine Wettervorhersagen treffen kann, sondern mich dabei immer auf Fachleute stütze: Es tut mir wirklich leid, ich bitte um Verzeihung dafür und hoffe, dass Sie trotzdem rechtzeitig alles gesichert und Lebensmittel eingekauft haben.
Ich selbst war am Donnerstag noch auf der Autobahn unterwegs und hatte einen Rucksack dabei, mit dem ich wahrscheinlich auch eine Nacht dort draußen überstanden hätte. Genau, wie es empfohlen worden war: Handwärmer, die für eine ganze Familie gereicht hätten, warme Decke, Essen, Taschenlampen und reflektierende Bänder (sehr empfehlenswert bei jedem Spaziergang in der Dunkelheit), voller Tank, volle Powerbänke. Da können andere gerne lachen. Die Häme, die sich über jede verantwortungsbewusste Vorhersage im Netz ergießt, ist sowieso unerträglich.
Alle, die so unheimlich cool ein paar Flocken und sonst nichts vorhersagten, konnten ja dann von drinnen schauen, wie sich vor der Tür die Schneewehen anhäuften. Was ist so schlimm an ein bisschen Vorsorge und Rücksicht? Seltsamerweise ist genau das immer die Erinnerung, die genannt wird, wenn von der Schneekatastrophe 1978/79 die Rede ist. Passt doch!