Mit Saat und Tat wird die Rückkehr der Anzuchtplatten gefeiert
Seit Jahrzehnten begeistert die Kolumne "Moin Cuxhaven" die Leserinnen und Leser der Cuxhavener Nachrichten. Inzwischen sorgt die Rubrik auch auf cnv-medien.de für Unterhaltung und Information. Heute: Das Jahresprojekt keimt.
"Ich glaub, es geht schon wieder los, das darf doch wohl nicht wahr sein", werden Familienmitglieder und Freunde wohl in den nächsten Tagen in bekannter Roland-Kaiser-Manier seufzen, wenn ich die ersten Anzuchtplatten aus dem Keller nach oben tragen werde.
Denn mit ihnen kommt nicht nur Erde ins Haus, sondern mein Jahresprojekt 2026. Fensterbänke werden neu vermessen, Zimmerpflanzen rücken zusammen und irgendwo verschwindet jener Bücherstapel, der "da eigentlich ganz gut stand", kurzerhand ins Regal.
Die kleinen grünen Töpfe, sorgfältig überwintert, werden ihren ersten Auftritt bekommen. Anzuchterde wird gesiebt und Saatgut-Tütchen ordentlich in Reih und Glied nebeneinandergelegt: verschiedene Salatsorten, frühe Gurken, robuste Zucchini - ergänzt um ein paar ambitionierte Experimente, deren Erfolgsaussichten erfahrungsgemäß schwanken.
Parallel dazu beginnt die alljährliche Debatte um das Licht. Die Südseite für die wärmeliebenden Kulturen, das Ostfenster für die robusteren Kandidaten. Dekoration wird weichen, Alltagsgegenstände umziehen müssen und jeder freie Zentimeter wird neu verhandelt.
Und während draußen noch der Winter tobt, steht der Frühling drinnen schon dicht an dicht auf der Fensterbank besetzt in den Startlöchern. In etwa so ausdauernd wie der Schlager-Ohrwurm, der nun im Kopf seine Runden dreht.