Neulich an der Tankstelle: Luft soll jetzt also Geld kosten
Seit vielen Jahren begeistert die Kolumne "Moin Cuxhaven" die Leserinnen und Leser der Cuxhavener Nachrichten. Inzwischen sorgt die Rubrik auch auf cnv-medien.de für Unterhaltung und Information. Heute: Ein Euro für die Grundversorgung.
Ich wusste ja, dass es sie gibt. Diese Tankstellen, die Geld für Reifenluft verlangen. Gehört hatte ich davon. Aber gesehen hatte ich das noch nie. Bis ich kürzlich im Nachbarkreis vor einem Automaten stand, der allen Ernstes einen Euro wollte - für Luft. Noch einmal: für Luft. Dieses unsichtbare, reichlich vorhandene Naturprodukt, das uns kostenlos umgibt, sollte plötzlich Geld kosten. Es geht um einfache Druckluft im Reifen, die auch zur Sicherheit beiträgt. Schon 0,3 bar zu wenig können den Bremsweg verlängern. Und was, wenn man gerade keinen Euro zur Hand hat? Fährt man dann mit schlechtem Gewissen und weichen Reifen weiter? Sicherheit gegen Münzeinwurf - das fühlt sich irgendwie falsch an. Ich will ja nichts ins Rollen bringen. Aber ich frage mich, wann es so weit ist, dass das Reinigen der Windschutzscheibe nur noch gegen Bares möglich ist. Zwei Euro für klare Sicht? Natürlich kann man argumentieren, dass für die Geräte auch Kosten für Wartung und Strom anfallen. Aber es gibt eben Dinge, die sollten selbstverständlich sein. Luft für Reifen gehört für mich zur Basisversorgung im Sinne der Verkehrssicherheit. Mein Fazit: Ich prüfe meinen Reifendruck nur noch bei meiner Tankstelle des Vertrauens im Ort. Dort gibt es die Luft noch gratis.