Training für einen Wettkampf: Und plötzlich "bei null"?
Seit vielen Jahren begeistert die Kolumne "Moin Cuxhaven" die Leserinnen und Leser der Cuxhavener Nachrichten. Inzwischen sorgt die Rubrik auch auf cnv-medien.de für Unterhaltung und Information. Heute geht es um Trainings-Zwangspausen.
Es ist eine der ältesten Illusionen des Läuferdaseins: Du fällst eine Woche aus - Krankheit, Urlaub, Termine, Leben - und beim ersten Lauf danach fühlt es sich an, als hättest du nie einen Schritt trainiert. Puls hoch, Beine schwer, Kopf frustriert. "Alles weg."
Der menschliche Körper ist jedoch erstaunlich robust. Eine Woche Trainingspause führt bei den meisten Hobbyläufern zu minimalem Leistungsabbau - wenn überhaupt messbar. Die Basis, die du dir über Monate aufgebaut hast, verschwindet nicht wie Sand im Wind. Muskeln bauen sich nicht über Nacht ab.
Krankheit ist allerdings kein neutraler Zustand. Selbst wenn die Symptome verschwunden sind, arbeitet das Immunsystem oft noch im Hintergrund. Das kostet Energie, beeinflusst den Puls und macht jede Belastung subjektiv schwerer.
Das Schwierigste ist aber der Kopf - der macht die Pause gleich mit. Training ist Routine, Rhythmus, Identität. Wenn dieser Takt einmal unterbrochen ist, fühlt sich alles fremd an. Und die Erwartungen sind gnadenlos: Wer für einen Halbmarathon trainiert, trägt ein Ziel im Kopf. Jede Pause fühlt sich wie ein Rückschritt an. Daran muss ich wirklich noch arbeiten.