Transparenz geht anders
Seit vielen Jahren begeistert die Kolumne "Moin Cuxhaven" die Leserinnen und Leser der Cuxhavener Nachrichten. Inzwischen sorgt die Rubrik auch auf cnv-medien.de für Unterhaltung und Information. Heute: Nicht öffentliche Sitzungen
Nicht öffentliche Sitzungen gehören zum politischen Alltag - im Rat einer Stadt ebenso wie im Kreistag. Sie haben ihren festen Platz und ihre klare Aufgabe: Wenn es um Personalangelegenheiten, Vertragsdetails, Grundstücksgeschäfte oder andere sensible Themen geht, ist Vertraulichkeit nicht nur sinnvoll, sondern gesetzlich geboten. Auch in Cuxhaven werden Ausschüsse daher regelmäßig hinter verschlossenen Türen fortgeführt. In der letzten Sitzung des Ausschusses für Hochbau, Straßen, Verkehr und Vergabe allerdings musste ich schmunzeln - oder vielleicht eher die Stirn runzeln. Thema war die neue Turnhalle. Ein Projekt, das - folgt man den Ausführungen - offenbar in jeder Hinsicht ein Vorzeigevorhaben ist: alles laufe nach Plan, es sei ein starkes Signal für den Sportstandort, ein Gewinn für Schulen und Vereine. Viel Lob, viel Optimismus, viel Schulterklopfen. Dann kam eine Nachfrage aus dem Ausschuss: Wie steht es eigentlich um den Abriss der Rundturnhalle? Eine berechtigte Frage. Schließlich gehört der Rückbau zum Gesamtprojekt. Doch statt einer konkreten Antwort folgte ein eleganter Themenwechsel. Man berichtete lieber davon, was auf der Fläche künftig alles entstehen werde, wenn die alte Halle erst einmal verschwunden sei. Visionen statt Details. Zukunftsbilder statt Gegenwartsprobleme. Und die weniger angenehmen Punkte? Steigende Baukosten. Verzögerungen im Zeitplan. Herausforderungen im Bauablauf. Diese Aspekte wanderten - wenig überraschend - in den nicht öffentlichen Teil der Sitzung. Transparenz sieht anders aus.