Von Bäumen, die ans Herz wachsen
Seit Jahren begeistert die Kolumne "Moin Cuxhaven" die Leserschaft der Cuxhavener Nachrichten und der Niederelbe-Zeitung. Inzwischen sorgt die Rubrik auch auf cnv-medien.de für Unterhaltung. Heute: Lieblingsbäume.
Sicherlich haben auch Sie einen Lieblingsbaum. Mir sind sogar zwei ans Herz gewachsen: ein uralter Maulbeerbaum auf Helgoland sowie ein knorriges Gewächs an Cuxhavens Hafenkante. Der aus dem Mittelmeerraum stammende Maulbeerbaum auf meiner Heimatinsel hegt viele Erinnerungen unter seiner Krone. Anfang des 19. Jahrhunderts in Pastors Garten gepflanzt, dürfte er zahlreiche Paare beschattet haben, die sich seinerzeit auf der Insel unkompliziert haben trauen lassen können. Dieser Baum ist für die Insulaner von geschichtlicher Relevanz. Er wird auch "Wunder von Helgoland" bezeichnet, weil er als einziger Baum das Bombardement des Zweiten Weltkriegs und die große Sprengung überstand. Der rund 150 Jahre alte Stumpf widerstand den Widrigkeiten und bekam wieder frische Triebe. Seitdem gilt er als Zeichen der Hoffnung. Wie oft sind wir als Kinder aus dem Naturdenkmal gejagt worden, nur weil wir ein paar der leckeren Beeren stibitzen wollten. Mein zweiter Lieblingsbaum steht vor der Alten Liebe in Cuxhaven. Er duckt sich schief, krumm und flach vor dem Nordwestwind gen Hafenbecken. Diese Richtung prägt ihn deutlich. Welche botanische Art ich vor mir habe, weiß ich nicht. Die Fotosuche über Google Gemini stellt dar, dass es sich bei diesem knorrigen Gehölz um Weißdorn handeln soll. Hat KI hier recht, oder werde ich virtuell verschaukelt? Wenn es sich bei meinem markanten Lieblingsbaum an maritim exponierter Stelle nicht um Weißdorn handeln sollte, melden Sie sich gerne. Schließlich traue ich unserer Leserschaft mehr, als jeder virtuellen Intelligenz.
CNV-Newsletter
Wissen, was im Cuxland los ist: Alle wichtigen Nachrichten aus der Stadt und dem Landkreis Cuxhaven direkt in Ihr Postfach. Hier für den CNV-Newsletter anmelden.