Mit seinen vier riesigen Propeller-Motoren war das Transportflugzeug der Luftwaffe, der Airbus "A400M, einer der größten Besuchermagneten am Tag der Bundeswehr in Nordholz. Doch nicht nur das. Auf einem etwa vier Kilometer langen Rundgang präsentierte sich der Marinefliegerstützpunkt mit all seinen beruflichen Facetten und bot ein spannendes Programm. Foto: Tiedemann
Mit seinen vier riesigen Propeller-Motoren war das Transportflugzeug der Luftwaffe, der Airbus "A400M, einer der größten Besuchermagneten am Tag der Bundeswehr in Nordholz. Doch nicht nur das. Auf einem etwa vier Kilometer langen Rundgang präsentierte sich der Marinefliegerstützpunkt mit all seinen beruflichen Facetten und bot ein spannendes Programm. Foto: Tiedemann
Sicherheit

Tag der Bundeswehr: 15 000 Besucher in Nordholz

17.06.2019

NORDHOLZ. Auf dem Marinefliegerstützpunkt in Nordholz zeigten Soldaten und Soldatinnen, was die Bundeswehr alles kann - und begeisterten die Besucher. 

Mit so viel Liebe in der Luft hatten die Besucher wohl nicht gerechnet. Während die Piloten der Hubschrauber "Sea King" und "Sea Lynx" am Himmel zeigten, was sie können, bereitete sich Oberbootsmann Michael Apel an Bord der "Sea King" auf seinen großen Moment vor. In luftiger Höhe hielt er ein Banner hoch und stellte seiner Liebsten, die nichts ahnend am Boden wartete, die Frage aller Fragen: "Anne, willst du mich heiraten?"

Sofort flossen Glückstränen über die Wangen von Obermaat Anne Ufen. Und auch die umherstehenden Besucher waren sichtlich gerührt von so viel Romantik. Sicher am Boden angekommen, kniete Apel dann noch einmal nieder - und konnte sich dann endlich sein, nach dieser Aktion mehr als verdientes, "Ja" abholen.

Nicht nur der Heiratsantrag ließ die Herzen der Besucher höher schlagen. Vor allem die spektakulären Flugshows sorgten für tolle Momente. Kräftige Regenschauer und dichte Wolken brachten das Programm zwar ein wenig durcheinander, eine eindrucksvolle Show gab es trotzdem am Himmel zu sehen.

Unter anderem die Fallschirmjäger, der Öl-Jäger "Do 228 LM", das Seefernaufklärer- und U-Jagd-Flugzeug "P-3C Orion", der Jet-Trainer "Fouga Magister" sowie zwei Tornado-Jets zeigten, was sie können. Letztere kamen direkt aus Schleswig, wohin sie nach gelungenem Auftritt wieder zurückflogen. Die Besucher waren begeistert.

Deutschlandweit hatte der Tag der Bundeswehr unter dem Motto "Willkommen Neugier" an 14 Standorten stattgefunden. Erstmals nun in Nordholz. Dort hatte Marineflieger-Kommandeur Kapitän zur See Thorsten Bobzin an diesem Tag auch die Ehre, erstmals Veteranenabzeichen zu übergeben. Vier an der Zahl.

Per Live-Schalte vom Fliegerhorst in Faßberg dankte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen via Leinwand außerdem allen Soldaten für ihr Engagement im In- und Ausland, würdigte die Luftbrücke, die sich aktuell zum 70. Mal jährt und schickte so indirekt Grüße nach Nordholz.

Auf einer Fläche von 6,5 Hektar konnten die Besucher hier nicht nur sämtliche Luftfahrzeuge der beiden Marinefliegergeschwader hautnah erleben, sondern sich auch über alle weiteren Teilstreitkräfte der Bundeswehr informieren, zivile Blaulichtorganisationen kennenlernen oder zum Beispiel bei einer Dekontaminationsübung der ABC-Abwehrtruppe dabei sein.

Vor allem das Deutsche Heer lockte mit seinen Panzern, Schwerlasttransportern und Waffen viele Interessierte an. Und auch beim Airbus "A400M" standen die Besucher, groß und klein, Schlange, um einen Blick ins riesige Innere des Transportflugzeugs zu erhaschen.

Ein Highlight war zudem die offizielle Übergabe des Ausbildungs-Hubschraubers "Maintenance Trainings Rig NH 90" mit integriertem Cockpit-Trainer an die Bundeswehr Nordholz. Er ist der Vorbote vom "NH 90" in Form des "Sea Lions", der voraussichtlich ab Oktober kommen soll - und macht schon jetzt die Schulung von Technikern vor Ort möglich.

Was viele nicht wissen: Die Marineflieger bieten auf dem Flugplatz Nordholz über 2600 Arbeitsplätze. Und sind damit einer der größten Arbeitgeber in der Region. "Viele Menschen haben uns als Arbeitgeber aber leider gar nicht auf dem Schirm und wissen nichts über die facettenreichen Berufsfelder bei der Bundeswehr. Dieser Tag heute ist toll, um zu zeigen, was wir alles können", sagt Malte Görlitz vom Karrierecenter der Bundeswehr Wilhelmshaven.

Obwohl statt der erwarteten 50 000 Gäste "nur" 15 000 gekommen waren, zeigte er sich zufrieden. "Wir haben hier heute im Karrieretruck etwa 200 bis 250 qualifizierte Gespräche geführt. Das ist gut."

Vor allem im technischen Bereich herrsche großer Nachwuchsmangel. "Wir fischen in einem Pool, in dem keine Fische sind", beschreibt Görlitz die Lage. Dabei sei es theoretisch möglich, für jeden Bewerber einen maßgeschneiderten Beruf bei der Bundeswehr zu finden - in fast allen Bereichen.

Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?

(1 Stern: Nicht gut | 5 Sterne: Sehr gut)

Feedback senden

Google News

Wenn Sie etwas googeln, bekommen Sie neben den normalen Ergebnissen auch eine Box mit aktuellen News angezeigt. Wenn Sie CNV-Medien als bevorzugte Quelle hinterlegen, tauchen unsere Inhalte dort häufiger für Sie auf. Hier CNV-Medien als bevorzugte Quelle hinzufügen.


CNV-Newsletter

Wissen, was im Cuxland los ist: Alle wichtigen Nachrichten aus der Stadt und dem Landkreis Cuxhaven direkt in Ihr Postfach. Hier für den CNV-Newsletter anmelden.


Top Nachrichten



Lesen Sie auch...
Gesundheit

Neue Gruppe in Otterndorf: Selbsthilfe für Krebspatienten im Kreis Cuxhaven

von Wiebke Kramp

KREIS CUXHAVEN. Christiane Steffens (65) aus Otterndorf möchte Krebspatienten Mut machen. Ihnen soll der Rücken gestärkt werden, sich gegenseitig zu stützen und Austausch zu pflegen.

Am 12. November ist es soweit

Musicalsongs im Programm der Cuxhavener Sportgala

von Herwig V. Witthohn

CUXHAVEN. Sport und Kultur vereint - dass dies passt haben die Besucherinnen und Besucher der Cuxhavener Sportgala schön öfter erkennen können. Und auch bei der Gala am 12. November, 19 Uhr wird es wunderbare Songs zu hören geben.

Erstaufnahme-Einrichtungen

Wird die Kaserne in Cuxhaven eine Sammelunterkunft für Geflüchtete?

CUXHAVEN. Angesichts der steigenden Zahl an Schutzsuchenden in Niedersachsen will das Land weitere Sammelunterkünfte schaffen.

Mittelfinger gezeigt?

Nach umstrittener Geste: Verfahren gegen Cuxhavener Politiker Wegener eingestellt

von Kai Koppe

CUXHAVEN. Ein mutmaßlicher "Stinkefinger" gegen einen Querdenker-Aufzug hat für den Cuxhavener SPD-Politiker Gunnar Wegener kein gerichtliches Nachspiel.