Alex Kirchhof-Bilder finden zurück nach Altenwalde
CUXHAVEN-ALTENWALDE. Einen Alex-Kirchhof-Weg gibt es in Altenwalde bereits, nun kommen vier Bilder des Heidemalers in den Ort zurück. Ein Geschenk macht es möglich.
An richtige Stelle geraten
Boris Schröders Vater ist in Cuxhaven aufgewachsen, und er selbst war als Kind häufig in den Ferien bei der Oma und stromerte über den Siedelhof und den Stickenbüttler Weg, wo die Familie wohnte. Von 1982 bis 1988 war er bei den Marinefliegern in Nordholz stationiert und hat auch deshalb einen engen Bezug zu dieser Region. So kam ihm der Gedanke, die vier Kirchhof-Bilder nach dem Tod seiner Eltern dorthin zurückzugeben, wo sie entstanden sind.
Nach vergeblichem Anklopfen bei mehreren Stellen in Cuxhaven geriet er - nach dem Tipp durch Ortsheimatpfleger Eberhard Wendt - beim Altenwalder Ortsbürgermeister Ingo Grahmann an den Richtigen: Der spielte schon lange mit dem Gedanken, den bei den Ortsratssitzungen stets gut gefüllten Saal der Verwaltungsstelle anders zu gestalten. Hier sollen die Kirchhof-Bilder künftig zu sehen sein.
Ein Ort mit weiter Heidelandschaft
Diese haben neben dem künstlerischen auch einen dokumentarischen Wert. Zwei der Bilder zeigen die Altenwalde damals prägende weite Heidelandschaft. Die beiden anderen Motive - zwei reetgedeckte Bauernhäuser und ein weißes Haus mit drei stattlichen Bäumen davor - vermochten die beiden Ortskundigen noch nicht zu lokalisieren, als Boris Schröder vor wenigen Tagen zusammen mit Partnerin Diane Groß die Bilder aus Hamburg vorbeibrachte, um sie dem Ortsrat zu schenken. Die Standorte herauszufinden, könnte nun Sache der Bürgerinnen und Bürger sein ...
Altenwaldes Geschichte: Nicht nur (aber auch) Bundeswehr
Nachdem die Bundeswehr schon so viele Jahre fort sei, müssten die bei vielen Gelegenheiten übergebenen Wappen im Saal nicht mehr die einzig prägende Rolle spielen, findet Ingo Grahmann. Einstmals waren 5600 Soldaten im Ort stationiert, die letzten gingen vor sechs Jahren. Für Altenwalde brachte das einen enormen Strukturwandel mit sich; für die nur 2015/16 durch die Notunterkunft für Flüchtlingen wiederbelebte Kaserne wird nach wie vor eine Nachnutzung gesucht.
Am liebsten ganz allein in seiner Malerklause
Nach Kriegsende 1945 baute er sich in der Einsamkeit der Holter Heide eine Hütte aus Fischkistenbrettern und Dachpappe, um sich ganz der Malerei zu widmen. Zehn Jahre lebte er in der Einsamkeit; die Motive lagen vor seiner Tür. Schwerkrank zog er dann 1956 bis zu seinem Tod im Dezember 1961 in den Ortskern Altenwaldes, und zwar in die "Villa Afrika" rechts neben der Kirche auf dem heutigen "Netto"-Grundstück.
Hier arbeitete er bis zum Schluss weiter. "Zurück bleiben von ihm weit verstreut viele Bilder unserer Küstenlandschaft und in denen, die ihn kannten, die Erinnerung an einen liebenswerten Menschen", hieß es in einem Nachruf in der Cuxhavener Zeitung. Zu den weit verstreuten Bildern gehörten die vier, die in Boris Schröders Familie landeten. Viele der Bilder befinden sich noch in Privatbesitz; ab und zu tauche mal eines in Auktionen auf, berichtet Eberhard Wendt.
1995 - zum 100. Geburtstag des in Altenwalde begrabenen Malers - veranstaltete der Ortsrat eine Ausstellung in der Altenwalder Geschäftsstelle der Stadtsparkasse und seit demselben Jahr gibt es auch die gleichnamige Straße sowie eine Alex-Kirchhof-Eiche im Bürgerpark.