Altenbrucher Mausoleum ein Sanierungsfall
ALTENBRUCH. Die Villa Gehben in Altenbruch, der oppulente denkmalgeschützte Jugendstil-Prachtbau, den sich der erfolgreiche Amerikaauswanderer Ernst-Julius Gehben 1908 als Rückzugsort in seiner Heimatgemeinde hatte bauen lassen, ist allgemein ein Begriff.
Viel weniger bekannt ist das vier Jahre später ebenfalls im Jugendstil als Ruhestätte für die Familie Gehben errichtete Mausoleum auf dem Altenbrucher Friedhof. Das als Friedhofskapelle genutzte Gebäude für die Nachwelt zu erhalten, haben sich Pastor Dr. Lutz Meyer und Ortsbürgermeister Jörg-Heinrich Ahlemeyer vorgenommen.
Die Villa Gehben in Altenbruch, der oppulente denkmalgeschützte Jugendstil-Prachtbau, den sich der erfolgreiche Amerikaauswanderer Ernst-Julius Gehben 1908 als Rückzugsort in seiner Heimatgemeinde hatte bauen lassen, ist allgemein ein Begriff. Viel weniger bekannt ist das vier Jahre später ebenfalls im Jugendstil als Ruhestätte für die Familie Gehben errichtete Mausoleum auf dem Altenbrucher Friedhof. Das als Friedhofskapelle genutzte Gebäude für die Nachwelt zu erhalten, haben sich Pastor Dr. Lutz Meyer und Ortsbürgermeister Jörg-Heinrich Ahlemeyer vorgenommen.
Am heutigen Montag (3. Juni) , wollen sie sich um 18 Uhr mit Interessierten zu einer Besichtigung des Gebäudes treffen. "Wir wollen uns die Schäden am Mauerwerk, den Fenstern und dem Fussboden einmal genauer anschauen", kündigt Meyer an. Pastor und Ortsbürgermeister suchen Unterstützer, die helfen können, das stark sanierungsbedürftige Gebäude zu erhalten. Dazu ist eine größere Kraftanstrengung notwendig, ähnlich wie bei der Sanierung der bekannten Altenbrucher Klapmeyer-Orgel, die damals mit immerhin 230 000 Euro von privaten Spendern unterstützt wurde. Ganz so aufwendig sei die Sanierung des Mausoleums wohl nicht, so Meyer, aber Kirche allein könne es auch diesmal nicht stemmen.
Erste Gutachten der kirchlichen Denkmalpflege gehen von mindestens 130 000 Euro aus, die eine Sanierung des 107 Jahre alten Gebäudes kosten würde. Der Kirchenvorstand habe die Nachricht mit gemischten Gefühlen aufgenommen, berichtet Meyer: "Einerseits ist es uns ein Herzensanliegen, das Gebäude für nachfolgenden Generationen zu erhalten, anderseits werden wir die Sanierung nicht ohne großes Engagement und Unterstützung des Ortes und der Öffentlichkeit leisten können".
Dankbar sei der Kirchenvorstand, dass der Ortsrat sofort signalisiert hat, die Sanierung nach Kräften unterstützen zu wollen. Doch guter Wille allein reiche natürlich nicht, so Meyer.
"Wir haben vorab bereits 10 000 Euro aus den begrenzten Mitteln der Kirchengemeinde bereitgestellt, um erste Maßnahmen durchführen zu können. Doch das ist natürlich nur ein Anfang."
Es brauche eine Anstrengung des ganzen Ortes, um das Mausoleum als historisches Baudenkmal und Friedhofskapelle erhalten zu können. Darin sind sich Meyer und Ahlemeyer einig. Die Kirche als Eigentümerin habe dabei den Hut auf, aber die Politik dürfe die Kirche nicht allein lassen, meint der Ortsbürgermeister, der mit der Geschichte der Familie Gehben und deren Gebäude bestens vertraut ist. Diese der Öffentlichkeit zu vermitteln wird wichtig sein, um Interesse für das Objekt zu wecken und das Projekt zum Erfolg zu führen.
1912 hatte Julius Ernst Gehben das Mausoleum als Grabstätte für seine im gleichen Jahr verstorbene Frau Emma bauen lassen. Es ist ein kreisrundes, von Säulen getragenes Gebäude mit einem Kuppeldach mit Kupfereindeckung. Unter der Rotunde befindet sich die ebenfalls kreisrunde Gruft, deren Decke einsturzgefährdet ist und kürzlich mit Baustützen gesichert wurde. Grabtafeln und Urnen von sieben Angehörigen und Nahestehenden der Familie Gehben befinden sich in seitlichen Nischen des Kellers, in den durch vier kleine Fenster ein wenig Licht hineinfällt. Etwa 50 Mal im Jahr wird das historische Gebäude mit dem Anbau aus den 1960er Jahren bei Trauerfeiern genutzt. Es bietet Platz für bis zu 120 Menschen. Nach Vorstellung Ahlemeyers soll das Mausoleum künftig zusammen mit der Villa Gehben Gästen gezeigt werden.
Besichtigung
Interessierte können heute, 3. Juni, ab 18 Uhr, zusammen mit Pastor Dr. Lutz Meyer und Ortsbürgermeister Jörg-Heinrich Ahlemeyer das Mausoleum besichtigen. Dabei wird es um die Schäden und den Umfang der Sanierung sowie um die interessante Geschichte der 107 Jahre alten Familienbegräbnisstätte der Familie des USA- Auswanderers Ernst Gehben gehen.
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