Jörg Staiger ist der Kopf hinter den Planungen für das künftige Hafenquartier. An seinem Schreibtisch entstehen auch die ersten Zeichnungen für den Bau der neuen Kaianlage mit Tiefgarage, 1070 Meter lang mit 650 Stellplätzen. Foto: Sassen
Jörg Staiger ist der Kopf hinter den Planungen für das künftige Hafenquartier. An seinem Schreibtisch entstehen auch die ersten Zeichnungen für den Bau der neuen Kaianlage mit Tiefgarage, 1070 Meter lang mit 650 Stellplätzen. Foto: Sassen
Bebauungsplan

Alter Fischereihafen Cuxhaven: "Befinden uns jetzt im Zieleinlauf"

30.08.2020

CUXHAVEN. Läuft alles nach Plan, stimmt der Rat der Stadt Cuxhaven schon bald dem Bebauungsplan für das Hafenquartier Alter Fischereihafen zu.

Während Politik und Verwaltung am Mittwoch im Rahmen einer gemeinsamen Sitzung mehrerer Fachausschüsse in den Hapag-Hallen eine der letzten Hürden auf dem Weg zum Baurecht für das Hafenquartier Alter Fischereihafen nahmen, ist der Geschäftsführer der Alter Fischereihafen Cuxhaven GmbH, Jörg Staiger, schon etliche Schritte weiter.

Auf seinem Schreibtisch liegen bereits die Zeichnungen für den Umbau der Bestandsgebäude sowie die Kaianlagen mit Tiefgarage im Alten Fischereihafen. Sobald der Rat dem endgültigen Rahmenplan zugestimmt und damit Baurecht geschaffen hat, wird Staiger die Bauanträge für die ersten Objekte stellen und Baufirmen um Angebote bitten.

Das alles wird sich, so hofft Staiger derzeit, im kommenden Jahr abspielen, nachdem der Rat voraussichtlich am 3. Dezember dem Bebauungsplan zustimmen wird. Der Optimismus scheint begründet, denn alle Fraktionen betonten am Mittwoch, dass sie die Festlegungen im Bebauungsplan nun voll und ganz mittragen. Auch die CDU.

Kommen noch Einwendungen?

Damit dürfte den Plänen von Investor Norbert Plambeck nichts mehr im Wege stehen. Es sei denn, die beschlossene Auslegung der jüngst in Teilen veränderten Planung bezüglich der Verteilung der Einzelhandelsflächen auf der Westseite des Hafenbeckens führt noch zu bedeutenden Einwendungen. Davon geht aber derzeit niemand aus.

Über den Zeitplan des Hafenumbaus und die ersten Schritte zur Realisierung sprach Staiger mit unserem Medienhaus. Der Bauingenieur brütet seit etlichen Monaten über der Frage, wie die neue Kaianlage mit integrierter Tiefgarage, das Herzstück des Projekts, am wirtschaftlichsten gebaut und finanziert werden kann. Knapp 40 Millionen Euro veranschlagt der Bauingenieur für die 1070 Meter lange neue Hafeneinfassung inklusive Tiefgarage. Eine Summe, die den Investor überfordern würde, weshalb die AFH GmbH auf Förderprogramme von Bund und Land für die Hafensanierung setzt. 60 Prozent seien förderfähig, so Staiger, aber lediglich die anteiligen Kosten für die Kaikante mit den aufwendigen Rammarbeiten (30 Millionen Euro), nicht die Baukosten für die Tiefgarage, die Staiger mit 10 Millionen Euro berechnet hat.

Politik muss unterstützen

Anspruch auf eine Förderung hat allerdings nur eine Gesellschaft mit mehrheitlich kommunaler Beteiligung, erklärt Staiger, nicht die private GmbH allein, weshalb er hier auf die Unterstützung der Politik setzt. Eine Gefahr, dass die Stadt am Ende auf Schulden sitzen bleiben könnte, falls die AFH GmbH insolvent werden sollte, hält Staiger für gering. Denn im Antragsverfahren müsse das Unternehmen die Finanzkraft nachweisen. Für den Bau der Kaianlage favorisiert Staiger die landseitige Variante und eine Erstellung in Ortbeton. In jedem Fall müsse das Hafenbecken zur Elbe hin abgesperrt und das Wasser bis etwa auf Niedrigwasser-Niveau abgesenkt werden, auch wenn man sich für den Einbau von Fertigteilen entscheiden sollte.

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Um den Hafen während der Bauphase teilweise trocken zu legen, könnte das stillgelegte Sperrwerk mit den alten Toren noch einmal zum Einsatz kommen, insbesondere dann, wenn das Hafenbecken während der Bauzeit befahrbar bleiben soll. Dann könnten Schwimmkräne mit Fertigbauteilen für die Tiefgarage durch das Sperrwerk einfahren, was die Größe der Teile wegen der maximalen Durchfahrtsbreite von etwa 18 Metern beschränken würde.

Auflagen beim Denkmalschutz

Welches Verfahren am Ende angewendet wird, hänge vor allem von den Kosten ab, die derzeit ermittelt werden. Über die Nutzung des alten Sperrwerks sei er in Gesprächen mit NPorts und dem NLWKN in Stade, so Staiger. Wesentlich einfacher - sieht man von den Auflagen des Denkmalschutzes ab - dürften sich die landseitigen Bauprojekte darstellen.

Im ersten Schritt will Staiger die Hallen 5 und 6 auf der Seite Meinkenkai in Angriff nehmen. Dort sieht das Nutzungskonzept das Hotel Alter Fischereihafen und die Markthalle vor. Auch die Pläne für die Umgestaltung der Bestandsgebäude an der gegenüberliegenden Hafenseite mit dem Nordseekai sind weit gediehen. Dort sollen im ersten Schritt die Netzhalle, das alte Verwaltungsgebäude der Reederei Nordsee, das Restaurant Hafenblick und das ehemalige Empting-Gebäude, in dem sich heute unter anderem die Segelmacherei Witmark befindet, umgebaut werden. Erst im zweiten Schritt werde es um geplante Neubauten wie das Hotel gehen. Dort sieht das Konzept das Themenhotel Radfahren vor und zwar auf dem Grundstück der Werkstatt Blöhmer. Mit den ersten Bautätigkeiten rechnet Staiger wegen des bürokratischen und planerischen Vorlaufs nicht vor Jahresanfang 2022.

Events und Aktionen

Bis dahin sollen im Hafenareal aber schon Events und Aktionen etabliert werden, wie es mit der "Beach Bar" am Meinkenkai bereits erfolgreich versucht wurde. Voraussetzung sei aber auch dafür Baurecht. Das entscheidende Datum für Staiger und sein Planungsteam ist daher der 3. Dezember.

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