Am Offshore-Terminal: "Big Bob" hebt über 200 Tonnen in Cuxhaven
CUXHAVEN. Der Cuxhavener Offshore-Terminal hat seit dieser Woche eine neue Ansteuerungsmarke: Ein nagelneuer Hafenmobilkran der Firma Liebherr mit einer Gesamthöhe von über 50 Metern.
Dienstagnachmittag wurde der auf 104 Rädern rollende Gigant an der Schwerlastrampe am Liegeplatz 9.3 entladen.
Knapp fünf Millionen Euro investiert das Cuxhavener Umschlagsunternehmen Blue Water BREB in das Großgerät vom Typ LHM 600. Partner bei der Finanzierung ist die Stadtsparkasse Cuxhaven. Am Freitag war der rund 600 Tonnen schwere Mobilkran beim Hersteller in Rostock verladen worden. Der Seetransport erfolgte auf dem 72 Meter langen und 19 Meter breiten "Emsponton 7". Für den Transport und die Ladungssicherung zeichnete die Firma Hanse Survey aus Emden verantwortlich. Keine leichte Aufgabe für den Schifffahrtssachverständigen Martin Scholz und seine Kollegen, die die teure Fracht mit Dutzenden schwerer Ketten und Drähten gegen ein Verrutschen auf dem schwimmenden Untersatz sicherten.
Für Betrieb geschult
Die Anspannung war Scholz anzumerken, als der Kran in der letzten Stunde vor Hochwasser über Stahlplatten vom schwimmenden Ponton auf die feste Rampe gefahren und der Transport damit zu einem glücklichen Ende gebracht wurde. Nicht minder gespannt war Terminalmanager Steffen Rogalinsky, der die Entladung ebenfalls mit Argusaugen verfolgte. Vier seiner Mitarbeiter wurden zur gleichen Zeit vom Hersteller auf den Betrieb mit dem Superkran geschult, aufgrund der Kontaktbeschränkungen leider nur im Videoseminar und nicht wie sonst üblich in Rostock.
Notwendig geworden war die Anschaffung durch die steigenden Mengen an großen und schweren Komponenten für Windkraftanlagen, die seit etwa drei Jahren sehr erfolgreich von Blue Water BREB in Cuxhaven umgeschlagen werden. Neben dem Hauptkunden Vestas gehört dazu auch das Cuxhavener Werk von Siemens Gamesa, das viele Großkomponenten wie zum Beispiel Naben und Generatoren für die Turbinen ebenfalls über den Hafen zugeliefert bekommt, Teile, die in Zukunft noch größer und schwerer ausfallen dürften.
Geringe Rüstzeiten
Auch deshalb hat sich Blue Water BREB bereits heute für die "große Lösung" entschieden. Am Ende hätten vor allem wirtschaftliche Überlegungen den Ausschlag gegeben, erklärte Arne Ehlers, geschäftsführender Gesellschafter der BREB. Denn bisher habe der Hafenbetreiber mit Mobilkränen von Fremdfirmen gearbeitet, was einerseits zu hohen Kosten und andererseits zu langen Rüst- und Umsetzzeiten geführt habe. Die großen Vorteile des Liebherr-Krans seien neben der enormen Hebeleistung von bis zu 208 Tonnen und der Auslage von bis zu 58 Meter die hohe Flexibilität. "Damit können wir fast alles abdecken", freute sich auch Terminalchef Rogalinsky, nachdem der Kran für einen ersten Probebetrieb auf der Schwerlastpier in Position gegangen war.
Einen Spitznamen hat der neue "Gewichtheber" bereits. Die Hafencrew spricht im Zusammenhang mit dem neuen Kran schon seit Wochen nur noch von "Big Bob". Der Cuxhavener Künstler Jim Albrand hat dazu auch schon ein passendes Logo gezeichnet. Die feierliche "Taufzeremonie" soll zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden.
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