Arztpraxis-Umzug in Altenwalde sichert Versorgung
ALTENWALDE. Am Freitagmorgen öffneten sich zum ersten Mal die Türen der neuen Arztpraxis-Räume für den regulären Betrieb: "Zur Eingewöhnung erst mal einen halben Tag", stellten Dr. Jens-Holger Ruppelt, Claudius Rösner und Dr. Knut Thiele bei einem Empfang lächelnd fest.
Alle sind gespannt auf den Neuanfang in der Hauptstraße 56 - dort, wo früher einmal der "Altenwalder Hof" gestanden hatte.
Der Neubau liegt in Sichtweite der alten Praxis auf der anderen Straßenseite, aber in der Anmutung, Größe und Gestaltung liegen dazwischen Welten. Alles ist offen und hell. Es habe Spaß gemacht, einmal alles neu planen zu können, bekannte Jens-Holger Ruppelt. Das Praxisteam sei dabei fast zu professionellen Beratern herangewachsen. Ebenso große Anerkennung gebühre den Familien für die liebevolle Unterstützung sowie den Bauherren Ralf Wiegand und Jens Kugele und der Architektin Ann Kathrin Tiller-Hein für eine fast unendliche Geduld und Flexibilität und den ausgewählten Handwerkern.
"Wir haben gedacht, irgendwann müsse doch mal ein Nein kommen bei all unseren Extra-Wünschen, aber das kam nie." Details wie gerundete Ecken, der speziell ausgesuchte Vinylboden ohne Weichmacher, die Fototapeten und das separate Notfallzimmer, das nun die Zufahrt des Krankenwagens von der rückwärtigen Seite ermöglicht - das fällt den Bauherren und der Architektin als erstes ein, wenn sie über die Besonderheiten ihres ersten Praxisbaus nachdenken.
So noch nicht erlebt
Der Neubau im Ortskern wurde von Beginn an von den Altenwaldern aufmerksam betrachtet. Nach dem Baubeginn im Februar 2018 folgte prompt ein Frosteinbruch. Ralf Wiegand erinnert sich auch noch lebendig an bislang in dem Ausmaß unbekannte Material- beziehungsweise Logistik-Engpässe: "Wir fanden keine Spedition zum Fahren mehr." So musste sechs bis acht Wochen im Voraus geplant werden, wann welche Materialien vor Ort benötigt würden. Am 1. Februar können die Rechtsanwaltskanzlei Strohsahl - neben der Gemeinschaftspraxis im Erdgeschoss - und die ersten Wohnungen bezogen werden; die anderen bald darauf, versichern die Bauherren.
Nach Auflagen der Stadt hatte die Fassade noch so verändert werden müssen, dass die oberste Etage Rücksprünge erhalten hat und so weniger massiv erscheint. "Wir hören eigentlich im Ort nur Positives", freuen sich Jens Kugele, Ralf Wiegand und Ann Kathrin Tiller-Hein.
Sie erhoffen sich durch den Neubau auch neue Impulse für den Altenwalder Ortskern - ebenso wie die drei Ärzte. Verschönerungen bei der benachbarten Bäckerei Tiedemann, im Gemeindezentrum und in der Verwaltungsstelle, das wäre schon etwas.
Lob ernteten die Mediziner aber auch für ihr Bekenntnis zum Ort und für den Weitblick in personeller Hinsicht. Zum einen sei eine solche Praxis attraktiv für den Standort Altenwalde, zum anderen hätten die Kollegen Ruppelt und Rösner eine Perspektive für die Zukunft hergestellt, indem sie Dr. Knut Thiele - zunächst als angestellten Arzt - mit in die Praxis geholt hätten, gratulierte Ärztevereins-Vorsitzender Dr. Michael Bodanowitz.
Seit Mitte November ist Knut Thiele mit an Bord. Der Facharzt für Innere Medizin hat in Göttingen studiert und war mehrere Jahre am Klinikum Reinkenheide tätig. Seine Frau hat familiäre Bindungen nach Altenwalde. Der junge Mediziner freut sich auf die Tätigkeit als Hausarzt und auf den Umgang mit den Menschen, denen er als Dithmarscher auch mit einem Schnack auf Platt entgegentreten kann.
Und der Praxisumzug hat noch zwei weitere Arbeitsplätze geschaffen: Das Team der medizinischen Fachangestellten sei hierdurch von fünf auf sieben gewachsen, berichtet Jens-Holger Ruppelt. Alle freuen sich auf den Arbeitsalltag in den lichten Behandlungsräumen, Büros und den großzügigen Empfangs- und Laborbereichen.