Praktischer Unterricht an der Kaikante. Die jungen Leute lernen in mehreren Cuxhavener Betrieben den Beruf Schifffahrtskaufmann/frau. Heute schauen sie sich auf dem Terminal um. Foto: Sassen
Praktischer Unterricht an der Kaikante. Die jungen Leute lernen in mehreren Cuxhavener Betrieben den Beruf Schifffahrtskaufmann/frau. Heute schauen sie sich auf dem Terminal um. Foto: Sassen
Praxis-Unterricht an Kaikante

Ausbildung zum Schifffahrtskaufmann in Cuxhaven: Unterrichtsfach Hafenumschlag

22.09.2020

CUXHAVEN. Acht junge Leute lernen in Cuxhavener Betrieben den Beruf des Schifffahrtskaufmanns/-frau. Weitere Ausbildungsbetriebe werden gesucht.

Insa Wieberneit trägt Helm, Warnweste, Overall und Sicherheitsschuhe, steht vor dem Frachtschiff "BBC Oregon" und beobachtet das Entladen der 62 Meter langen Rotorblätter für einen deutschen Windpark. Sie kommen per Seefracht aus China.

Der 19-Jährigen ist die Begeisterung anzumerken. Zusammen mit sieben anderen jungen Leuten, die sich heute auf dem Terminal unweit des Siemens-Gamesa-Werkes umsehen, lernt sie den Beruf der Schifffahrtskauffrau. Obwohl sie erst seit dem Sommer dabei ist, trägt sie bereits viel Verantwortung und erzählt ihren Kommilitonen von ihren Aufgaben als Hafenagentin.

Insa hat heute Spätschicht. Als Azubi bei der Reederei und Hafenagentur BREB gehört sie zum Terminalteam, das von Steffen Rogalinsky geleitet wird. Der Terminalmanager freut sich über den Besuch von Steffis Mitschülerinnen und Mitschülern und erzählt vom abwechslungsreichen Alltag auf dem Terminal, der auf den Umschlag von Teilen für Windkraftanlagen spezialisiert ist.

Die jungen Leute treffen sich einmal die Woche beim Unterricht in den Berufsbildenden Schulen und in der Cuxhavener Seefahrtschule. Die übrige Zeit ist jeder Auszubildende in seinem Ausbildungsbetrieb.

Vier Betriebe bilden aus

Mehrere Cuxhavener Firmen haben sich vor eineinhalb Jahren zum Maritimen Ausbildungsbündnis zusammengeschlossen um geeigneten Nachwuchs in Cuxhaven zu halten und auszubilden. Um auch im nächsten Jahr die Mindestschülerzahl für die Berufsschulklasse zu erreichen, sucht BREB-Personalleiterin Wibke Ehlers händeringend nach weiteren Ausbildungsbetrieben. Potenzial für mehr sei in Cuxhaven vorhanden, meint Ehlers. Der Vorteil für die Berufsanfänger liege darin, dass sie nach der Realschule oder dem Abitur nicht die Stadt wechseln oder zur Berufsschule nach Bremen oder Hamburg fahren müssen. BREB, DFDS, Lotsbetriebsverein und Cuxhavener Schiffahrtskontor bilden vor Ort aus. Mit der Theorie setzen sich die angehenden Schifffahrtskaufleute in der Schule auseinander.

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Dienstags an der Berufsschule unterrichten Johannes Tamcke und seine Kollegen allgemeines Wirtschaftswissen, Buchführung, Englisch, Deutsch und Geschichte. Am Donnerstag in der Seefahrtschule geht es um Fachenglisch und die Themen Schiffskunde, internationales See- und Handelsrecht, Logistik und Fragen von Ladung und Schiffsstabilität.

Gefahren und Sicherheit

Wie spannend und vielfältig die Arbeit ist, bekommen die jungen Leute beim Gang über den Terminal mit. Dabei macht sie Terminalmanager Rogalinsky auf die Gefahren und Sicherheitsbestimmungen aufmerksam, die für jeden gelten, der im Kajenbereich unterwegs ist. Wer direkt mit dem Umschlag der gigantischen Windmühlenteile zu tun hat und dabei auf die Stellagen klettert, muss sich noch besonders sichern.

Zwei bis drei Tage dauert es, bis die 28 Rotorblätter (16 t), 15 Turbinen (76 t) und ebenso viele Untergestelle mit einem Gewicht von 32 Tonnen vom Schiff entladen sind. Das geschah in diesem Fall unter Zuhilfenahme von zwei Mobilkränen, die beweglicher sind als die zwei Bordkräne.

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