Die vorbereitenden Arbeiten für den Bau eines Holzheizkraftwerks an der Neufelder Straße haben begonnen. In Kürze soll mit der Tiefgründung des Kesselhauses begonnen werden. Dazu müssen mehrere Hundert Pfähle im Boden versenkt werden. Foto: Sassen
Die vorbereitenden Arbeiten für den Bau eines Holzheizkraftwerks an der Neufelder Straße haben begonnen. In Kürze soll mit der Tiefgründung des Kesselhauses begonnen werden. Dazu müssen mehrere Hundert Pfähle im Boden versenkt werden. Foto: Sassen
Pläne nehmen Gestalt an

Bald in Cuxhaven: Strom und Wärme aus Holzkraftwerk

11.02.2021

CUXHAVEN. Die Energieerzeugung aus Holz als nachwachsendem Rohstoff wird im Energiemix der Zukunft eine deutlich größere Rolle spielen als bisher - auch in Cuxhaven. 

Der Vorteil: An der Küste in Cuxhaven kann das Holz kostengünstig mit Schiffen angeliefert werden. Außerdem: Energieerzeugung aus Biomasse wird vom Bund nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) im großen Stil gefördert, weil sie als CO2-neutral gilt.

Strom ab April 2022

Am Ostende des Fischereihafens soll in den nächsten Monaten ein sogenanntes Holzheizkraftwerk entstehen. Die vorbereitenden Arbeiten haben in dieser Woche begonnen. Das Werk wird voraussichtlich ab April 2022 zunächst Strom ins öffentliche Netz einspeisen und im zweiten Schritt Fernwärme zum Heizen in einem eigenen Rohrleitungsnetz anbieten.

Die thermische Kapazität der Anlage beläuft sich auf fast 50 Megawatt. Erzeugt werden sollen auf der Basis einer Dampfkesselanlage 140 Gigawattstunden Stromleistung pro Jahr und 22 Gigawattstunden Wärmeleistung. Das noch zu verlegende Fernwärmenetz für den Hafen und die Stadt Cuxhaven werden laut Planer Frank Berghorn derzeit berechnet und die Trassen geplant.

Verhandlungen mit potenziellen privaten und gewerblichen Kunden sowie mit öffentlichen Immobilienbetreibern laufen seit mehreren Monaten. Erste Interessenten soll es bereits geben.

Invest: Zehn Millionen Euro

Auch der Hafen als solcher ist für die künftigen Betreiber als Abnehmer von Strom und Wärme interessant. Überzeugen wollen die Kraftwerksbetreiber ihre Kunden mit zwei Argumenten: Erstens einem verhältnismäßig günstigen Preis für Fernwärme und zweitens mit dem Umweltargument, der Einsparung von Kohlendioxid.

Mit der Fernwärme soll die Stadt Cuxhaven und insbesondere der Tourismus einen großen Schritt in Richtung Nachhaltigkeit vorangebracht werden, heißt es in einer kürzlich veröffentlichten Pressemitteilung des Schweizer Investment-Fonds Fontavis AG, der das Geld für das Energieprojekt bereitstellt.

Die Rede ist von rund zehn Millionen Euro. Nachdem die BiMSCH-Genehmigung (Bundesimmissionsschutzgesetz) vom Gewerbeaufsichtsamt inzwischen vorliegt, konnte von der Holz-Heizkraftwerke Cuxhaven GmbH mit den Bauvorbereitungen für das Millionenprojekt begonnen werden.

12.000 Quadratmeter großes Grundstück

Zunächst ist das rund 12 000 Quadratmeter große Grundstück gegenüber dem Cuxhavener Kühlhaus ausgekoffert, erhöht und befestigt worden, nachdem es im vergangenen Jahr auf Kampfmittel sondiert worden war. Auch das Bohrgerät für die Pfahlgründung ist bereits angekommen und wird seit dieser Woche auf der Baustelle für den Einsatz vorbereitet. Mehrere hundert Bohrpfähle sollen die Werkshalle mit der Dampfturbine und das Materiallager künftig tragen. Mehr Informationen vonseiten des Investors über die Bauausführung wird es voraussichtlich Anfang März geben, wenn die Ausführungsplanung für das Großprojekt abgeschlossen ist.

Was ist die Fontavis AG?

- Die Fontavis AG mit Sitz in der Schweiz ist ein bedeutendes Investment Managementunternehmen, das sich auf nachhaltige Direktinvestitionen in den Bereichen erneuerbare Energie, Energieeffizienz und Energieinfrastruktur in der Schweiz und Europa spezialisiert hat. Fontavis entwickelt und managt Anlagelösungen in den Bereichen Wasserkraft, Windparks, Stromnetze, Nah- und Fernwärmeverbünde, Solaranlagen sowie Recycling-Anlagen und andere Infrastruktureinrichtungen.

- Das Unternehmen verwaltet drei Fonds mit Kapitalzusagen von insgesamt 1 Milliarde Schweizer Franken im Bereich saubere Energien. Zu den Kunden gehören unter anderem institutionelle Anleger wie öffentliche und private Pensionskassen, Sammelstiftungen, Versicherungen, Banken, gemeinnützige Stiftungen und Kollektivanlagen.

- Das Unternehmen wurde 2011 gegründet und beschäftigt aktuell 15 Mitarbeiter.

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