Janssens Tanzpalast in Cuxhaven: Wie gelingt der Start nach Corona?
CUXHAVEN/LÜDINGWORTH. Die Tanzflächen und Bars bleiben leer. Statt zuckender Lasershow herrscht Dunkelheit. Stille ersetzt in Lüdingworth wummernde Beats aus den Boxen.
Unbeschwertes Feiern, Tanzen, Singen, Flirten und Fröhlichsein am Wochenende liegen weit zurück - schon über ein ganzes langes Jahr. Wie geht es weiter?
Eric Janßen, Chef von Janssens Tanzpalast in Cuxhaven-Lüdingworth, öffnete seine Diskothek zuletzt am 7. März 2020. Es sei ein gut besuchter Abend gewesen. Er hätte seinerzeit sogar noch das anschließende Wochenende wegen geringer Inzidenzzahlen aufmachen dürfen, entschied sich aber nach Rücksprache mit dem Kreis-Gesundheitsamt dagegen "Ich möchte nicht für das Risiko einer Ausbreitung verantwortlich sein", erklärte er vor zwölf Monaten auf Nachfrage unseres Medienhauses.
Zwei Autodiscos
"Ich befand mich damals echt im Zwiespalt", erinnert er sich heute lebhaft an die Anfänge der Pandemie, die den Familienbetrieb seitdem weitgehend ausgebremst hat, den er gemeinsam mit seinem Bruder und seinen Eltern führt. Bis auf zwei Autodiscos, bei denen er im vergangenen Sommer bei den ausgebremsten Clubgängern für ein bisschen Partyfeeling sorgte, blieb der Betrieb lahmgelegt - und das Restaurant "Norddeutscher Hof" befindet sich seit Anfang November wieder im Lockdown.
Davon sind zahlreiche Kräfte betroffen. Die zwölf festangestellten Mitarbeiter seien in Kurzarbeit. Zu ihnen halte er ebenso Kontakt wie zu den über 80 Minijobbern, die die Disco am Laufen hielten. "Eine super Truppe, verlässlich und professionell."
Gerüchte um Schließung
Kursierende Schließungsgerüchte nennt er "totalen Quatsch und wischt sie vom Tisch: "Ich weiß immer gar nicht, woher das kommt." Denn das komplette Gegenteil sei der Fall, die Familie investiere aktuell sogar erheblich. Richtig ruhig ist es bei den Janßens nicht. Dort ist zurzeit Großbaustelle. Hier kreischt die Säge, dort wird gezimmert und unterdes ist auch die neue Dunstabzugshabe aus Edelstahl eingetroffen. Werktags herrscht im und um den Gebäudekomplex im Schatten der Jacobi-Kirche Betriebsamkeit. "Wir nutzen den Platz, die Ruhe und die Zeit, die wir jetzt haben, zum Umbauen und zur Modernisierung." Zahlreiche örtliche Handwerksunternehmern sind beauftragt, den Laden auf Vordermann zu bringen. So wird die komplette Restaurantküche erneuert. Und auch in die Discotechnik investiert das Familienunternehmen erheblich. Die komplette Lichtanlage wird digitalisiert, aber auch ein Raum komplett umgestaltet. "Wenn das Pandemiegeschehen vorbei ist, sollen die Leute doch bei uns wieder einen schönen Abend verleben können." Eric Janßen will nicht zu den Jammerern gehörend, sondern blickt ausdrücklich "mit Optimismus nach vorn".
"Paradies für solch ein Virus"
Janßens sind Mitglied im Verband Deutscher Tanzbetriebe, der dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband angeschlossen ist. Beim DTB werden Strategien erarbeitet, wie man sicher wieder an den Start gehen kann beispielsweise mit digitaler Datenerfassung oder Teststrategien. "Aber die Discobranche wird wohl die letzte sein, die wieder öffnen darf", ist Eric Janßen Realist: "Discoleben ist schließlich ein Paradies für solch ein Virus."
Über Social Media hält der Betreiber Kontakt zu seinen Gästen. Auf dem eigenen Facebook-Account macht Janssens Tanzpalast zum Beispiel deutlich, dass man das Partyvolk vermisst: "Wir halten für euch durch! Damit Ihr irgendwann wieder die Hüften schwingen könnt, die Hände in den Himmel reißen könnt und lauthals den Pur-Partymix mitsingen könnt."
Wöchentliche Video-Doku
Eric Janßen kündigt zudem an, dass es wöchentlich eine aktuelle Video-Doku von und mit Jannik Heinsohn gebe, um die Vorfreude zu steigern. Dass Janssens Tanzpalast wieder richtig durchstartet, wenn er wieder öffnen darf, davon ist er überzeugt. "Und dann präsentieren wir unseren Gästen praktisch einen komplett neuen Laden."