Der Schulhof der Grodener Schule in Vor-Corona-Zeiten. Wo es viel Platz für Vorführungen gab, ist jetzt der notwendige Platz, um Abstand zu halten.Foto: Reese-Winne
Der Schulhof der Grodener Schule in Vor-Corona-Zeiten. Wo es viel Platz für Vorführungen gab, ist jetzt der notwendige Platz, um Abstand zu halten.Foto: Reese-Winne
Ausbreitung von Covid-19

Corona-Fälle in Cuxhaven: Zwei Schulen geben Entwarnung

von Maren Reese-Winne | 15.06.2020

CUXHAVEN. Nachdem sich Schüler der Grundschule in Cuxhaven-Groden sowie der Altenbrucher Schule nachweislich mit dem Coronavirus infiziert hatten, war die Aufregung zunächst groß - doch es gibt inzwischen Entwarnung.

Ein positiver Corona-Fall an der Schule, das ist erst mal ein Schlag. Doch inzwischen konnte Martin Reese, Leiter der Grodener Schule, im Gespräch mit unserer Zeitung vermelden: "Alles im grünen Bereich, alles entspannt."

Grundschülerin in Quarantäne

Tatsächlich war eine Grundschülerin vergangene Woche positiv auf Corona getestet worden. Beim Blick auf die Zeiträume stellte sich allerdings schnell heraus, dass das Kind nach der Ansteckung nicht mehr in der Schule gewesen war. Im Moment befindet es sich noch in der vom Gesundheitsamt angeordneten Quarantäne.

Info-Schreiben für Eltern

"Wir haben umgehend ein Info-Schreiben an die Eltern herausgegeben, das auch auf der Homepage veröffentlicht wurde", erklärt Martin Reese. Alle Tests von Personen der Schule danach seien negativ ausgefallen.

Empfang auf dem Schulhof

Der Leiter des Kreis-Gesundheitsamts, Dr. Kai Dehne, hat im Gespräch mit unserer Zeitung ausdrücklich die Hygienekonzepte der Schulen gelobt. Aber können Grundschulkinder das überhaupt schon? - "Das klappt sehr gut", so die Erfahrung von Martin Reese. Die Kinder gelangten über eine Art Gangway auf den Schulhof, wo sie von ihren Lehrkräften empfangen und jedem die Hände desinfiziert würden, erzählt er. Zugewiesene Toilettenräume, "Einbahnstraßenregelungen", versetzte Pausenzeiten schränkten Begegnungsmöglichkeiten ein.

Nur kleine Gruppen

Die Schule hat Klassen geteilt und Lerngruppen gebildet, die jeweils von Montag bis Mittwoch oder von Donnerstag bis Freitag kommen. Materialien für zu Hause gibt es als Lernzettel oder -hefte mit und außerdem auf digitalem Weg, "aber immer mit schriftlichen Aufgaben kombiniert", so Martin Reese.

Ausreichend Platz in Klassenzimmern

Aufgrund der kleinen Lerngruppen - maximal zehn Kinder gleichzeitig - gebe es in den Räumen ausreichend Platz. Sogar einige über den Unterricht hinausgehende Angebote wie die Schach-AG seien wieder angelaufen - allerdings immer nur in einer einzigen Lerngruppe. Die einzelnen Jahrgänge sind nach und nach zurückgekehrt, am kommenden Montag werden nach drei Monaten auch die Erstklässler wieder begrüßt.

Keine Gefahr für Mitschüler

So ist es auch an der Altenbrucher Schule, bei der vor dem vergangenen Wochenende eine Zehntklässlerin positiv auf Corona getestet worden war. Auch hier hatte die Ansteckung nach dem letzten Schulbesuch stattgefunden, sodass Jürgen Janus, Leiter der Grund- und Hauptschule, Entwarnung geben konnte. Günstigerweise seien die Neunt- und Zehntklässler gerade zwischen schriftlichen und mündlichen Prüfungen zu Hause gewesen. Nach den mündlichen Prüfungen in der kommenden Woche sei der Unterricht für diese sowieso beendet, sodass am Standort Lüdingworth derzeit nur eine 8. Klasse beschult werde.

Kinder bleiben nie unbeaufsichtigt

Am Standort Altenbruch werden am Montag erstmals wieder alle Klassenstufen von eins bis sechs anwesend sein (allerdings auch aufgeteilt in Lerngruppen von höchstens zehn Kindern). "Dafür haben wir sechs Zonen auf dem Schulhof gebildet", so Jürgen Janus. Die Kinder wüssten, wo sie warten sollten, bis die Lehrkraft sie abhole. Auch für Regentage sei eine Regelung getroffen; Hände waschen und Abstand hätten sich etabliert. Die Kinder blieben auch nie unbeaufsichtigt.

Ohne Sport und Musik

Inhaltlich verläuft der Unterricht deutlich anders als sonst. Die Hauptfächer bilden den Kern, Singen/Musik sind ebenso verboten wie Sport - "außer theoretisch", so Janus.

Wie darf gefeiert werden?

Die Zeugnisvergabe darf und soll sich laut aktuellstem Erlass in diesem Jahr über mehrere Tage erstrecken, weil auf keinen Fall alle Kinder gleichzeitig in der Schule erscheinen sollen. Wie sich die Schulentlassungsfeiern - wenn es sie gibt - gestalten sollen, weiß der Schulleiter noch nicht. Anders werde es auf jeden Fall. Zu befürchten sei dies auch für die Einschulung nach den Ferien.

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Maren Reese-Winne

Redakteurin
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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