Corona-Jahr überstanden: Volksbank Stade-Cuxhaven weiter im Aufwind
KREIS CUXHAVEN. Die Volksbank Stade-Cuxhaven zieht für das Corona-Krisenjahr eine positive Bilanz. "Wir sind gut durch die Krise gekommen und haben unsere Kunden in dieser schwierigen Zeit begleitet", stellt Vorstand Henning Porth fest.
Zum Wachstum habe unter anderem auch beigetragen, dass die Volksbank im ersten Lockdown im Frühjahr vorigen Jahres - anders als andere Institute - ihre Türen nicht geschlossen hatte und auf diese Weise zahlreiche Neukunden gewonnen habe. Auch der Vorgehensweise anderer Banken, restriktiv mit Kreditvergaben umzugehen, sei die Volksbank nicht gefolgt.
Das zahle sich im Jahresergebnis aus, so Porth, der gemeinsam mit seinem Vorstandskollegen Ulrich Sievert und dem Cuxhavener Niederlassungsleiter Mario Sonzin am Freitag das Geschäftsergebnis im Cuxhavener Havenhostel präsentierte. Die Bilanzsumme der Volksbank stieg um 11,5 Prozent auf fast 1,6 Milliarden Euro. Sowohl bei Krediten im Firmenkunden- wie Privatkundengeschäft, als auch bei Kundeneinlagen legte die Genossenschaftsbank deutlich zu. Der Wert der bilanziellen Kredite stieg um 8,8 Prozent auf knapp 1,2 Milliarden Euro. Die Nachfrage sei ungebrochen, so Porth. Die Kundeneinlagen wuchsen um 11,5 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro. Die Summe aller Kredite und Einlagen, das Gesamtkundenwertvolumen, erhöhte sich 2020 um 7,8 Prozent auf gut 3 Milliarden Euro.
Zinsmargen unter Druck
Zwar stieg das Zinsergebnis um 2,7 Prozent aufgrund des gestiegenen Volumens an Einlagen und Krediten. Gleichzeitig bleibe die Zinsmarge aufgrund der anhaltenden Niedrigzinspolitik der EZB weiter unter Druck. Rückläufig ist auch das Provisionsergebnis, unter anderem eine Folge von Corona. Denn Geldautomaten wurden weniger genutzt und damit sanken auch die Einnahmen aus Gebühren.
Aufgrund zunehmender Digitalisierung der Serviceleistungen und der Verschlankung von Prozessen sei die Volksbank deutlich produktiver geworden und schneller in der Bearbeitung etwa von Kreditanfragen geworden, so Vorstand Ulrich Sievert. Mit einer etwas gesunkenen Anzahl an Mitarbeitern (236) wirtschafte die Volksbank sparsam und effektiv. Um einen Euro zu verdienen, wende die Bank lediglich etwa 61 Cent auf.
Investitionen ungebremst
Auch die Volksbank-Filialen im Landkreis Cuxhaven - Cuxhaven, Otterndorf und Hemmoor - liegen im Trend. So legte das bilanzielle Einlagevolumen hier um 9,6 Prozent auf fast 458 Millionen Euro zu. Das Kreditvolumen wuchs um 7,9 Prozent auf etwa 343 Millionen. "Vor allem gewerbliche Investitionen und Baufinanzierungen waren stark nachgefragt", so Mario Sonzin. "Wir sind nah dran am Kunden und betreiben unser Geschäft mit Menschenverstand", hebt Vorstand Henning Porth hervor. Das sei einer der entscheidenden Gründe für das erfolgreich verlaufene Jahr 2020. "Außerdem haben alle unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch unter schwierigen Bedingungen immer zu 100 Prozent mitgezogen." Die Kunden haben das offenbar honoriert, denn in einer Befragung von 10 500 Kunden durch ein externes Beratungsinstitut waren 85 Prozent mit der Volksbank zufrieden. Zudem zählt laut Jahresendauswertung eines Bankentests der Gesellschaft für Qualitätsprüfung die Volksbank Stade-Cuxhaven in Sachen Privatkundenberatung zu den 100 besten Banken deutschlandweit.
Stabile Baukonjunktur
Auch für dieses Jahr rechnen die Volksbank-Chefs mit einer positiven Entwicklung, denn die Region profitiere von einer anhaltend stabilen Baukonjunktur aufgrund starker Nachfrage nach Wohnraum und hohem Fachkräftebedarf in der mittelständischen Wirtschaft. Vor diesem Hintergrund sei auch mit einer Fortsetzung der kräftigen Kreditnachfrage zu rechnen.
Sorgen macht den Volksbänkern aber weiterhin das sehr niedrige Zinsniveau. "Die Altersvorsorge unserer Kunden wird damit aufs Spiel gesetzt", sagt Henning Porth. Durch die anhaltende Niedrigzinsphase würden Sparer Stück für Stück weiter "enteignet", kritisiert der Vorstand. Gleichzeitig habe sich die Bank durch die Optimierung ihrer Prozesse auf das Zinsniveau eingestellt.