Kristian Tiedemann (l.) und Florian Voigt-von Ahnen vor der Bäckerei, wie sie sich heute präsentiert (die Beete sind übrigens in öffentlicher Hand). Der Bauantrag für den Neubau soll in Kürze eingereicht werden. Foto: Reese-Winne
Kristian Tiedemann (l.) und Florian Voigt-von Ahnen vor der Bäckerei, wie sie sich heute präsentiert (die Beete sind übrigens in öffentlicher Hand). Der Bauantrag für den Neubau soll in Kürze eingereicht werden. Foto: Reese-Winne
Schub für Ortskern

Cuxhaven-Altenwalde: Neubau bietet endlich eine Perspektive für das Zentrum

von Maren Reese-Winne | 30.04.2022

CUXHAVEN-ALTENWALDE. Dieses Bauprojekt soll den Ortskern mehr als nur architektonisch aufwerten: In einem zeitgemäßen Neubau will sich die Bäckerei Tiedemann vergrößern - und holt sich dabei überraschend einen Partner an die Seite.

Nicht umsonst ist Altenwalde der mit Abstand größte Stadtteil Cuxhavens: Die Kitas und Schulen, Ärzte, eine vergleichsweise noch gute Infrastruktur, der Zusammenhalt, kurze Wege in eine atemberaubende Landschaft ... fehlt nur noch ein schmucker Ortskern, an dem man sich auch wirklich aufhalten mag.

Beide brauchen mehr Platz

Diese Gedanken bewegten auch Kristian Tiedemann, wenn er auf seinen Heimatort und auf das Stammhaus der Bäckerei blickte, das einfach nicht genug Platz für eine zeitgemäßen Auftritt hergab.

Aus allen Nähten platzt ebenso die Altenwalder Geschäftsstelle der Stadtsparkasse Cuxhaven, die an ihrem bisherigen Standort keine Zukunftsperspektive sieht. In einem Gespräch war sie dann auf einmal da, die Idee für den Neubau zwischen dem Karl-Grote-Platz und der Straße Zur Burg, der Platz für beide bieten soll.

"Das passte zum Versprechen"

"Bei der Verkleinerung unseres Geschäftsstellennetzes vor einigen Jahren hatten wir versprochen, in die verbleibenden Standorte zu investieren, das passte", konstatiert Florian Voigt-von Ahnen von der Stadtsparkasse.

"Wir hatten auch über ein Hostel oder Wohnungen nachgedacht, aber das in einem produzierenden Betrieb?", berichtet Kristian Tiedemann. Die nun gefundene Lösung sei ideal: Tagsüber sei das Gebäude belebt und nachts werde durch die Produktion niemand gestört.

Pläne sind antragsreif

Nun sind die Pläne antragsreif. Bei der Fassade hat sich der Bauherr bewusst für eine Giebel-Lösung entschieden, die an die traditionelle Architektur des Dorfes anknüpft und den Charakter des Familienbetriebs unterstreichen soll. Die Optik wird sich außerdem an das 2020 bezogene rot verklinkerte neue Verwaltungsgebäude auf dem Weg zur Burg anlehnen.

Im Neubau werden wie eh und je Backwaren verkauft werden, jedoch wird als neues Herzstück ein geräumiges Café mit Außenterrasse hinzukommen, natürlich auch mit barrierefreier WC-Anlage.

Gemeinsamer Haupteingang

Den Haupteingang teilen sich die Bäckerei und die Sparkasse. Nach rechts (Nordseite) geht es dann ab in das Selbstbedienungsfoyer mit Geldautomaten und Kontoauszugsdrucker und weiter in die Innenräume zu den Beratungsplätzen und -zimmern. Mit rund 200 Quadratmetern Fläche werde die Geschäftsstelle deutlich größer, verspricht Florian Voigt-von Ahnen.

Beide Institutionen freuen sich außerdem, endlich ihren Beschäftigten die Sozialräume bieten zu können, die aufgrund der Enge bislang nie eingerichtet werden konnten.

Heimatort soll nachziehen

"In anderen Stadtteilen haben wir längst einen ganz anderen Markenauftritt etabliert", erzählt Kristian Tiedemann und meint damit beispielsweise die Standorte in Duhnen oder der Rohdestraße. Doch auch in Altenwalde wollten sich mal Gruppen treffen, frühstücken gehen oder vor dem Spaziergang in Wald und Heide stärken - so einen zentralen Treffpunkt hatten Lokalpolitiker bereits vor der jüngsten Kommunal-Wahl als wünschenswert für Altenwalde bezeichnet.

Gegenseitige Impulse

Das benachbarte neu errichtete Wohn- und Ärztehaus habe dem Standort bereits einen erheblichen Schub gegeben; weitere Impulse verspreche die Nachbarschaft zur Stadtsparkasse, so Tiedemann.

Die Installation einer 100-Megawatt-Solaranlage auf dem Dach ist vorgesehen; noch in der Diskussion ist, ob entlang der seitlichen Parkplatzreihe nicht auch einige E-Schnellladesäulen für Pkw gebaut werden sollten.

Für die Bauzeit hat Kristian Tiedemann mehrere Übergangslösungen für den Verkauf im Sinn, die über die vorhandene Filiale im örtlichen Edeka-Markt hinausgehen - nur konkret möchte er da noch nicht werden.

Neue Chancen

Lobend hat Christine Wagner, Vorsitzende des Beirats für Menschen mit Behinderungen der Stadt Cuxhaven, in der vorletzten Beiratssitzung die frühe Einbeziehung des Beirats durch die Stadtsparkasse und die Offenheit für Anregungen - bevor der Bau fertig ist - erwähnt.

Eine Chance kann der Umzug der Stadtsparkasse in Altenwalde für den jetzigen Standort neben dem Edeka-Markt Holling und dem leeren ehemaligen Aldi-Gebäude bedeuten. Einen ähnlich großen Edeka-Markt wie in Sahlenburg oder Altenbruch wünschen sich viele Einheimische schon lange. Der frei werdende Gebäudeteil verspricht neue räumliche Möglichkeiten.

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Maren Reese-Winne

Redakteurin
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

mreese-winne@no-spamcuxonline.de

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