Cuxhaven: Auf dem Oxstedter Golfplatz gibt es nun ein Schwalbenhotel
CUXHAVEN-Oxstedt. Wenn es immer weniger Brutmöglichkeiten gibt, muss der Mensch nachhelfen: Zum Beispiel mit 30 Kunststoff-Nestern auf dem Golfplatz in Oxstedt.
Kürzlich erlebten Vogelfreunde und -freundinnen auf dem Küsten-Golfplatz in Oxstedt die erste abendliche vogelkundliche Wanderung. Nach mehreren erfolgreichen Erkundungen am frühen Morgen wurde auch diese Exkursion durch den Ornithologen Jan Richert geleitet, dieses Mal unterstützt von seinem Sohn Tim-Lukas, der in die Fußstapfen seines Vaters tritt. Zwischenzeitlich ist er auch ein erfolgreicher Hobby-Ornithologe.
Fernglas im Anschlag
Um 20 Uhr starteten 25 Teilnehmende, darunter auch Mitglieder des Clubvorstands, an der Vogeltraufe nahe dem Clubhaus, die meisten ausgestattet mit einem Fernglas. Erstes Ziel war der Abschlag der Bahn 10.
"Bei dieser ersten Abendexkursion herrschte eine ganz besondere Atmosphäre, die sich von der frühmorgendlichen Wanderung im Mai deutlich unterschied", berichtet der Golfclub. Durch die vorgerückte Jahreszeithatte sich das Artenspektrum, das die Gäste beobachten beziehungsweise hören konnten, deutlich verändert.
Sehr aktiv sangen die Dorngrasmücken mit ihrem charakteristischen, etwas kratzigem Gesang. Der Teichrohrsänger ließ sich kurz am Teich der Bahn 10 hören. Sowohl ein auf der Spitze einer Fichte ansitzender Turmfalke als auch ein die Gruppe rasch überfliegender Sperber konnten beobachtet werden.
Schutzhütten sind auch für Vögel reizvoll
In jeder Wetterschutzhütten des Golfplatzes nisteten Rauchschwalben und Bachstelzen. Hierdurch waren ihre Nester und Sitzgelegenheiten gut anzuschauen. Viele Vogelarten konnten die Teilnehmenden dann auch bei der abendlichen Nahrungssuche beobachten, so wie eine Misteldrossel, die durch ihre sehr "aufrechte" Haltung auffiel.
Ebenfalls bekamen die Gäste den neugebauten Schwalbenturm neben dem Abschlag der neuen Bahn 11 erklärt, den Horst Duncker als Hegeringleiter mit seinem Hegering 9 der Jägerschaft aus Oxstedt errichtet hat.
Aufbau als Gemeinschaftsleistung
Dieses auch Schwalbenhotel genannte Gebilde dient den Mehlschwalben als Nistmöglichkeit, da diese an den Gebäuden immer weniger werden.
Der Golfplatz auf der Hohen Klint liegt mitten im Jagdrevier von Horst Duncker, der sowohl für die Idee als auch Planung und Durchführung zuständig war. Nachdem er beim Club die Erlaubnis für den Bau eingeholt hatte, wurden gemeinsam ein Standort wie auch Sponsoren gesucht.
Beim Aufbau erhielt Horst Duncker tatkräftige Unterstützung durch unser Greenkeeperteam und von seinen Jagdfreunden des Hegerings 9. Insgesamt acht Personen und ein Radlader im Einsatz.
Der Turm misst bis zur Spitze 5,50 Meter, das sechseckige Dach hat einen Durchmesser von drei Metern. Er ruht auf einem Holzfuß von 18 Zentimetern Durchmesser, der von einem Kunststoffrohr ummantelt ist. Unter dem Dach ist Platz für etwa 50 Nester.
Es wurden zu Beginn 30 Kunststoffnester montiert, die dann durch die Mehlschwalben genutzt und durch eigene Nester erweitert werden können. Jetzt fehlt nur noch die Infotafel zum Schwalbenturm, die aber bereits in Auftrag gegeben ist.
Um 22 Uhr war bei allerbestem Wetter für alle Teilnehmenden eine hochinteressante abendliche Wanderung auf dem schönen Golfplatz beendet. "Vielleicht werden wir auch noch im kommenden Winter eine entsprechende Wanderung machen, denn auch im Winter dürfte die Vogelwelt bei uns auf dem Platz spannend sein", kündigen die Organisatoren Hans-Jürgen Ottow und Jan Richert an.