Der aus Windenergie von Offshore-Anlagen gewonnene Strom soll künftig in "grünen" Wasserstoff umgewandelt werden und auf diese Weise große Teile der Industrieproduktion CO2-neutral machen. Grafik: ©AA+W - stock.adobe.com
Der aus Windenergie von Offshore-Anlagen gewonnene Strom soll künftig in "grünen" Wasserstoff umgewandelt werden und auf diese Weise große Teile der Industrieproduktion CO2-neutral machen. Grafik: ©AA+W - stock.adobe.com
Erneuerbare Energien

Cuxhaven könnte eine Schlüsselrolle bei der  Wasserstoff-Technologie einnehmen

19.11.2021

CUXHAVEN. Die Bundesregierung muss die Energiewende viel schneller vorantreiben als bisher. Das war die Kernaussage aller Experten beim Wind-und Wasserstoffgipfel in den Cuxhavener Hapag-Hallen.

Nur, wenn es gelingt, den Ausbau der Windenergie auf See in den kommenden zwanzig Jahren zu vervielfachen und den dort gewonnenen Strom in Wasserstoff umzuwandeln, sei es möglich unabhängig von der Stromversorgung auch große Teile der deutschen Industrieproduktion zu dekarbonisieren, waren sich die Branchenvertreter einig. Cuxhaven könnte dabei unter anderem als Anlandehafen für Wasserstoff eine Schlüsselrolle übernehmen.

Zumindest so lange, wie noch keine Pipelines für den Transport an Land zu Verfügung stehen. Dafür seien in der Startphase mittelgroße Tankschiffe zwischen 100 und 200 Meter das Mittel der Wahl, führte Thore Schreiber von der Firma Kongstein, einem norwegischen Entwickler im Bereich alternativer Energien aus. In der Produktion von Wasserstoff mittels Elektrolyseuren auf See sieht die Branche den Königsweg, um beim Umbau der deutschen Energieversorgung den entscheidenden Schritt voran zu kommen. Wasserstoff dient dabei als Speicher, um die elektrische Energie, die auf See erzeugt wird, jederzeit und im Prinzip überall wo sie benötigt wird, bereitstellen zu können. Der Vorteil:

Der Wasserstoff wird direkt in den Windparks abgeholt, die nicht mehr - wie heute - ans Stromnetz angeschlossen sein müssen. Bis zu 80 Prozent der erzeugten elektrischen Leistung bliebe bei der Umwandlung in Wasserstoff erhalten, führte Dr. Carsten Bührer, Leiter Technologie bei der PNE AG, aus. Weiterer Vorteil: über das vorhandene Gasnetz könne der Wasserstoff als Beimischung transportiert werden und so helfen, den Gasverbrauch zu senken. Um in dieser Richtung voran zu kommen, müssten aber zunächst einmal deutlich mehr Windparks gebaut werden, als bisher von der Bundesregierung vorgesehen.

Erste Schritte auf diesem Weg seien gemacht. Vorgestellt wurde auch das Projekt Alpha ventus, das in den kommenden Jahren rund um Helgoland verwirklicht werden soll. Es soll auch dazu führen, die Energieversorgung der Insel komplett umzustellen und von Gas und Heizöl unabhängig zu werden.

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