Cuxhaven: Ratsfrauen standen Rede und Antwort
CUXHAVEN. Bürgerinnen nutzten die Veranstaltung "Frauen fragen Ratsfrauen", um gemeinsam über kommunale Themen zu diskutieren.
Der Austausch mit Ratsfrauen hat in der Stadt Cuxhaven Tradition. Initiiert wurde die Veranstaltung "Frauen fragen Ratsfrauen" einst vom inzwischen aufgelösten Hausfrauenbund Cuxhaven. Die Volkshochschule der Stadt Cuxhaven führt die Tradition fort und lud nun Bürgerinnen in die Bürgerhalle des Rathauses ein, um gemeinsam kommunale Themen zu diskutieren.
Nur rund 20 Cuxhavenerinnen waren der Einladung gefolgt, dabei war die Veranstaltung keineswegs nur für ehemalige Mitglieder des Hausfrauenbundes gedacht, sondern vielmehr für alle Bürgerinnen Cuxhavens.
Die Moderation übernahmen dabei Jutta Bobke-Flentge, ehemalige Vorsitzende des Hausfrauenbundes, und Elke Roskosch-Buntemeyer vom Frauenrat im Landkreis Cuxhaven.
Von aktuell 13 Ratsfrauen in fünf Fraktionen der Stadt Cuxhaven waren Christiane Buck von der CDU, Ulla Bergen von der SPD und Elke Schröder-Roßbach vom Bündnis 90/Die Grünen zur Diskussion gekommen.
"Seit ich nicht mehr Auto fahre, gehe ich nicht mehr ins Theater oder zu Veranstaltungen, weil die Busverbindungen abends so schlecht sind", beklagte eine Dame. Ulla Bergen gab zu: "Wir haben Probleme mit den Bussen. Sie sind nicht gut getaktet. Und werden streckenweise auch nicht ausreichend genutzt."
Um dieses Defizit auszugleichen, sei die Einführung eines Anrufsammeltaxis im Gespräch, so Christiane Buck. "Das Konzept wird gerade geprüft." Damit ein solches Angebot allerdings überhaupt zustande kommen kann, sei es erst einmal wichtig, Bürgerinnen und Bürger über die Funktionsweise zu informieren und alle ins Boot zu holen.
"Unser Ziel ist es außerdem, Preismodelle für den öffentlichen Nahverkehr zu entwickeln, die die Nutzung für Jedermann möglich machen", so Elke Schröder-Roßbach von den Grünen. Darüber hinaus müsse sich auch um die Rad- und Fußwege gekümmert werden. "Da gibt es viele, die ausgebessert werden müssen", gab Moderatorin Jutta Bobke-Flentge zu bedenken. Schröder-Roßbach appellierte in diesem Punkt an die Cuxhavener Bürger, sich direkt an die Verwaltung zu wenden, wenn ihnen ausbesserungsbedürftige Fuß- oder Radwege auffallen. "Dann können wir reagieren." Wichtig sei es auch, einen Blick auf fehlende Beleuchtung, wie zum Beispiel im Butendieksweg, zu werfen.
Ein weiteres Thema auf der Agenda waren Begegnungsstätten in Cuxhaven. Orte, an denen man sich trifft, ganz ungezwungen und spontan. "Kirche, VHS, Stammtische, Nachbarschaftshilfe. Angebote sind da, aber die müssen auch genutzt werden", sagte Christiane Buck. "Da ist jeder Einzelne gefragt." Oft fehle es an eigenem Schwung.
"Wir müssen Orte schaffen, wo sich Jung und Alt in ihren Wohnvierteln begegnen können und wo man nicht gezwungen wird, etwas zu verzehren. Auch spezielle Treffpunkte für Mädchen brauchen wir", findet Ulla Bergen. "Wir in Süderwisch" sei dafür schon ein gutes Beispiel.
Hauptamtliche fördern
Das Mehrgenerationenhaus ist bereits für viele Cuxhavener seit Jahren ein fester Treffpunkt. "Wie schafft man es, in Zukunft Hauptamtliche zu finanzieren, um das Angebot auch weiterhin aufrechtzuerhalten? Da muss die Stadt doch investieren", forderte eine Bürgerin.
Neue Stellen werde es künftig nicht geben, das Angebot werde aber trotzdem weiterhin sichergestellt, versicherte Schröder-Roßbach. "Unsere Finanzen sind begrenzt, aber unser Fokus liegt stark auf dem Haus der Jugend und auch auf der Sportentwicklung."
Die Stadt brauche außerdem mehr Bänke. Darin waren sich die Ratsfrauen einig. Am Deich, an der Kugelbake, auf Grünflächen und künftig auch auf der Fläche des ehemaligen Gaswerksgeländes, das aktuell saniert wird.
Um die Stadt künftig noch sauberer zu halten, wird die Stadt Cuxhaven zudem zwei neue Stellen schaffen. "Und die gelbe Tonne wird kommen", verriet Bergen.
Eine Frage, die wohl alle Anwesenden bewegte: Wie schafft man es, den Ärztemangel auszugleichen? Ulla Bergen sieht einen Ansatz in der Landarztquote. Aus Sicht der Ratsfrau der Grünen müsse man das Thema von einer anderen Seite angehen. "Cuxhaven muss jungen Familien etwas bieten, um sie herzuholen." Dazu zähle auch ein besseres Kita-Angebot."
Für die nächste Veranstaltung wünschte sich Jutta Bobke-Flentge abschließend, dass mehr Frauen, und zwar jeden Alters, vorbeischauen, um noch mehr Themenvielfalt zu haben.
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