Cuxhaven: Schicker Bahnhofsvorplatz und ZOB als neue Visitenkarte der Stadt
CUXHAVEN. Selbst alteingesessene Cuxhavener, die in diesen Tagen am Bahnhof ankommen und das Bahnhofsgebäude passieren, werden beim plötzlich sehr freien Blick aufs Gelände stehen bleiben und sich fragen: In welcher Stadt bin ich hier?
Das Gesamtgefüge aus Bahnhofsgebäude, Vorplatz und Zentralem Omnibusbahnhof (ZOB) ist stimmig. Am Freitag wurde der Stolz auf ein Werk spürbar, das nur gemeinschaftlich erreicht werden konnte.
Bahnhofsinitiative gab den Ausschlag
Dank sprach Oberbürgermeister Uwe Santjer allen voran der Bahnhofsinitiative um Michael Glenz aus, die mit der Bürgerbahnhof-Idee und deren Umsetzung die Weichen für die Entwicklung gestellt hätten - "deutschlandweit einmalig", so Uwe Santjer. Die daran anschließende Umgestaltung des Bahnhofsumfelds für 5,3 Millionen Euro ist nun am Freitag mit der Eröffnung abgeschlossen worden.
Die Bürgerinnen und Bürger hätten die Fertigstellung dieses Platzes sehnsüchtig erwartet, so Uwe Santjer. Die Handwerksbetriebe hätten quasi unter den Augen von knapp 50 000 ungeduldigen Menschen an der Visitenkarte der Stadt gearbeitet. Federführend war dabei die Firma Gottfried Stehnke Bauunternehmung GmbH & Co. KG aus Osterholz-Scharmbeck.
Stolz auf Gemeinschaft
"Ich bin stolz, dass wir Euch haben", meinte Uwe Santjer in die Richtung des Bundestagsabgeordneten und Bauausschussvorsitzenden in der Stadt Enak Ferlemann (CDU), der Ratsvorsitzenden Ulla Bergen (SPD) sowie der Verwaltungskräfte und Ratsmitglieder, die hier an einem Strang gezogen hätten: Cuxhaven schaffe es immer, bei großen Projekten eng zusammenzustehen. Gleiches gelte für den Beirat für Menschen mit Behinderungen mit seiner Vorsitzenden Christine Wagner und den Blinden- und Sehbehindertenverbands Elbe-Weser mit ihrer engagierten Begleitung des barrierefreien Ausbaus.
20-jährige Vorgeschichte
"Eine unglaubliche Gemeinschaftsleistung", konstatierte auch Enak Ferlemann. Diese Eröffnung beende eine fast 20-jährige Geschichte, geprägt von unzähligen Verhandlungen. Dass so ein Platz bei so schmaler Kasse habe gebaut werden können, sei aber auch den Fördermitteln von Bund, Land und Metropolregion Hamburg zu verdanken.
ZOB ist in vollem Betrieb
Nachdem der Vorplatz schon zu Ostern eröffnet worden war, waren in dieser Woche die Zäune um den großzügigen neuen ZOB mit sieben Haltestellen (inklusive Stadtführungsbus/Cuxliner und Fernbus) gefallen. Hierdurch werden demnächst noch einige Parkplätze frei, die bislang durch den Behelfs-ZOB belegt waren.
Noch unterwegs ist die Anlaghe für ein dynamisches Fahrgastsystem, das demnächst die konkreten Abfahrten der Busse anzeigen wird. Auch eine Blindenleittafel wird in den nächsten zwei Wochen auf der "Insel" mit den Bussteigen installiert.
Neue Rad-Servicestation
Zum Ensemble gehören auch der neue Geh- und Radweg rund ums Bahnhofsgebäude und der Bahnhofsvorplatz mit Natursteingroßpflaster und eigens hierfür produzierten Platten. Als Allerneuestes wurde hier eine Rad-Servicestation mit Luftpumpe und Werkzeug installiert (eine von erstmal vier im Stadtgebiet).
Das Umfeld solle auch Lust auf die Verkehrswende machen, betonte der OB mit Blick vor allem auf die abschließbaren Fahrradgaragen inklusive Ladestationen.
Ort der Begegnung
Der Bahnhofsplatz habe das Zeug, zu einem Ort der Begegnung und zum Herzstück auf der Achse zwischen einer attraktiven Nordersteinstraße mit wiederbelebtem Woolworth-Gebäude und möglichst wenigen Leerständen, dem Alten Fischereihafen und der Deichstraße zu werden.
Die Chancen, dass sich dabei auch das frühere Real-Gebäude einfüge, stünden nicht schlecht: Die Wirtschaftsförderung berichte von "guten Gesprächen", verriet Santjer.
Erst schauen, dann nachbessern
"Natürlich gibt es Dinge, die man besser machen kann", räumte er mit Blick auf das Bahnhofsumfeld ein. "Lasst uns schauen, was gut läuft und wo wir nachsteuern müssen", regte Enak Ferlemann an, - möglicherweise sei das als erstes bei den Taxi-Plätzen der Fall. Einen Appell richtete Oberbürgermeister Uwe Santjer abschließend an die Öffentlichkeit: "Lasst uns gut auf diesen Platz achten."
Begegnung im und um den Bahnhof ist zum Beispiel am 17. September bei einem Fest der Bahnhofs-Initiative möglich.
In Zahlen
Baukosten (rund um den Bahnhof plus ZOB): 5,3 Millionen Euro, davon 1,87 Millionen Euro von der Landesnahverkehrsgesellschaft und 275 000 Euro von der Metropolregion Hamburg, der Rest aus dem Stadt-Haushalt.
Fläche: 1,9 Hektar.
111 Pkw-Stellplätze, davon 4 mit E-Lademöglichkeit; 8 Taxi-Plätze, 5 "Kiss & Ride"-Plätze, 12 Krad-Plätze.
über 200 meist überdachte Fahrrad-Abstellplätze, zwei abschließbare Fahrradkäfige mit jeweils 40 Plätzen und E-Lademöglichkeiten.
Sieben Bushaltestellen.