Cuxhaven: Schulhofgestaltung als Modellprojekt
CUXHAVEN. So hatten sie sich das nicht vorgestellt: Einweihung ohne Kinder. Aber sang- und klanglos sollte der Schulhof der Abendrothschule auch nicht freigegeben werden.
Schließlich handelt es sich nicht nur um ein 400 000-Euro-Invest, sondern der Schulhof besitzt auch Modellcharakter.
Bildung ist viel mehr als nur der klassische Schulunterricht und Schule muss auch Raum für Pausen, Rückzug und Bewegung bieten, war sich die Runde einig, die sich kurz vor den Weihnachtsferien zur offiziellen Freigabe traf: Oberbürgermeister Uwe Santjer und Stadtbaurat Martin Adamski, Schulleiterin Anjuta Günther und die Hausmeisterin der Schule, Vertreter der Firma Backhaus Garten- und Landschaftsbau, Thomas Brunken und Ulla Bergen als Vorsitzende des Schulausschusses und Vertreterinnen der beteiligten Fachabteilungen der Stadt.
Alle hatten eng mit der Schule zusammengearbeitet, denn eine solche Planung dürfe nicht nur am Schreibtisch erfolgen, waren sich alle einig. Im Fall der Abendrothschule waren nach der Abgabe des alten Sportplatzes, auf dem das Abendroth-Quartier errichtet worden ist, Bewegungsmöglichkeiten extrem knapp.
Herzstück des neuen Schulhofs ist ein eingezäuntes Ballspielfeld, das schon an den ersten Tagen zum Favoriten der Kinder geworden sei, wie Anjuta Günter verriet: "Wir wissen, was die Kinder wollen und werden allen die Möglichkeit geben, mal an der Reihe zu sein."
Umso wichtiger sei dies, da viele Grundschulkinder nur in der Schulzeit nach draußen kämen. Ein Kletterparcours mit Geräten aus Robinienholz bildet die zweite umgestaltete Zone. Der dort eingebaute Fallschutz mit feinem Kies solle nach und nach in allen Schulen etabliert werden, berichtete Martin Adamski.
Ebenso diene der Schulhof in vielen Bestandteilen als Modell für weitere Schulhofumgestaltungen. Vor allem das Ballspielfeld - man könnte es auch als "Käfig" bezeichnen - solle nach und nach an allen Grundschulen, wo es der Platz zulasse, aufgestellt werden. Vorgesehen sei dies auf jeden Fall auf den Schulhöfen, die als nächstes an der Reihe seien - Süderwisch und Döse. Ungefähr 400 000 Euro aus Kip-2-Mitteln (Kommunalinvestitionspaket 2 des Bundes und Landes) sind in die Umgestaltung geflossen, die die Fachfirma wie geplant in dreieinhalb Monaten fertiggestellt hat. Thomas Brunken, Vorsitzender des Schulausschusses, stellte fest: "Ein schöner Moment in unschönen Zeiten." Er konnte den Dank an die Politik mitnehmen, die mit ihren Beschlüssen letztlich über Investitionen in Schulen und Kitas entscheidet. Den letzten Schliff wird der Schulhof, der nachmittags für die Öffentlichkeit geöffnet ist, noch in den kommenden Monaten erhalten.
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