Cuxhavener entdeckt besonderes Gemälde in der Kellerbar seiner Eltern
CUXHAVEN. Einst schmückte es die Kellerbar - nun gehört ein Gemälde des Heidemalers Alex Kirchhof dem Ortsrat Altenwalde. Ein paar Rätsel gibt das Bild auf.
Plötzlich hing das Bild da, in der Kellerbar seiner Eltern. Mit viel Wald und viel Hirsch. Dass sich da ein echter Kirchhof in der rustikalen Einrichtung verbarg, war Axel Zeuner nie bewusst. Erst als der Haushalt der Eltern aufgelöst wurde, richtete sich die Aufmerksamkeit auf die Signatur: "A. Kirchhof" steht dort und ein zweiter Name.
Nun wollte die Familie dieses Bild erst recht nicht einfach so in der Versenkung verschwinden lassen. Schließlich wohnte und arbeitete Heidemaler Alex Kirchhof in Altenwalde und ist hier auch begraben. So bot Zeuner das Bild als Geschenk dem Ortsrat Altenwalde an, der es inzwischen in seine Sammlung integriert hat.
Ortsratssitzung unter Gemälde
In der nächsten Ortsratssitzung am 20. September - noch in alter Besetzung - wird Ortsbürgermeister Ingo Grahmann in der Verwaltungsstelle unter dem 1,10 mal 0,90 Meter großen Bild sitzen und das Publikum kann die Perspektive auf sich wirken lassen.
Das Motiv ist für Kirchhof außergewöhnlich; Ortsheimatpfleger Eberhard Wendt hat bereits versucht, Erkundigungen über die Herkunft des Bildes und den möglichen Standort des Malers einzuholen. Von Interesse war dabei auch die zweite Signatur.
Die allein sei nichts Außergewöhnliches, stellte der zurate gezogene Heimatforscher Peter Bussler fest. Derlei signierte Kunstwerke entstünden gelegentlich "im Zuge gemeinsamen Erlebens".
Wer hat mitgemalt?
Vielleicht ein Schüler? Oder ein Feriengast? Vielleicht hat dieser auch nur die beiden Hirsche gemalt? Dies überlegten Ingo Grahmann, Axel Zeuner und Eberhardt Wendt, als Zeuner kürzlich in der Verwaltungsstelle das Bild übergab. Im Übrigen hatte sich Peter Bussler keineswegs als Fan des Ölgemäldes geoutet, das dem sonstigen Werk des Heidemalers kaum gerecht werde. Er glaube auch nicht, dass das Bild in Altenwalde entstanden sei.
Die drei Ortskundigenden meinen aber, durchaus Elemente des Altenwalder Forsts - auch zu Kirchhofs Lebzeiten (1895-1961) - zu erkennen. Nur die Hirsche könnten wohl der künstlerischen Fantasie entsprungen sein, denn dass diese hier vorgekommen seien, hätten sie noch nie gehört.
Wo war das Bild vorher?
Interessant ist auch, wo dieses Bild vorher einmal gehangen haben mag und wie es in den Besitz der Familie gelangt sein könnte. Hing es einst im "Jägerhof" von Elfriede Kopf, dem inzwischen nicht mehr bestehenden Traditionsgasthof in Altenwalde? Ist es als Auftragsarbeit entstanden? Und kann jemand Hinweise darauf geben, um wen es sich bei der zweiten Person handeln könnte, die auf dem Bild ihren Namen hinterlassen hat? Ingo Grahmann freut sich über Hinweise, die helfen könnten, ein kleines Stück Altenwalder Heimatgeschichte zu sichern.