Während sich die Situation in den Hotels etwas entspannt hat, bleibt sie für Clubs und Diskotheken angespannt. Symbolfoto: Swen Pförtner/dpa
Während sich die Situation in den Hotels etwas entspannt hat, bleibt sie für Clubs und Diskotheken angespannt. Symbolfoto: Swen Pförtner/dpa
Schwieriges Jahr

Cuxhavener Hotel- und Gaststättenverband zieht Fazit für 2021 - samt Überraschung

von Herwig V. Witthohn | 30.12.2021

CUXHAVEN-DUHNEN. Kristian Kamp als Vorsitzender des Dehoga-Stadtverbands Cuxhaven bezieht zur aktuellen Situation seiner Branche Stellung.

Das Jahr 2021 neigt sich dem Ende entgegen. Auch die vergangenen Monate waren geprägt von der Coronavirus-Pandemie, die in vielen Bereichen massive Spuren hinterlassen hat. So auch bei Hotel-Betrieben, Restaurants, Kneipen, Bars und Diskotheken.

Kristian Kamp ist der Vorsitzende vom Dehoga-Stadtverband Cuxhaven, in dem 83 Mitglieder mit 75 Betrieben organisiert sind. Und wie in ganz Deutschland, so haben auch die Cuxhavener Betriebe unter der Pandemie gelitten. Allerdings gibt es doch Unterschiede zu anderen Bundesländern und Städten.

Disco-Situation eine Katastrophe

Erst kürzlich hatte die Hauptgeschäftsführerin des Dehoga-Bundesverbandes, Ingrid Hartges, im ZDF-Morgenmagazin betont, dass die aktuelle Situation gerade für Klubs und Diskotheken eine Katastrophe sei und die Überbrückungshilfe IV unbedingt nachjustiert werden müsse, um den betroffenen Betrieben nachhaltig zu helfen.

Gleichzeitig betonte sie die Dankbarkeit ihres Verbandes gegenüber der Politik, die eine Öffnung für Hotels, Restaurants und Gaststätten auch über die Weihnachtstage und Silvester, unter Auflagen, ermöglichte.

Engagierte Arbeit geleistet

Kristian Kamp betonte, dass es im Nordseeheilbad Cuxhaven eine enge Zusammenarbeit zwischen seinem Verband und der Verwaltung gegeben hat. Dankbar sei er auch für die engagierte Arbeit des Dehoga-Landes- und Bundesverbands. "Die haben sich großartig eingesetzt und die Mitgliedsbetriebe, aber auch Betrieben, die nicht dem Dehoga angehören, stets mit Rat und Tat zur Seite gestanden. Da geht mein Dank an den Landesvorsitzenden Detlef Schröder und den Hauptgeschäftsführer Dehoga-Niedersachsen, Rainer Balke." Die Redaktion befragte Kristian Kamp nach der aktuellen Situation der Cuxhavener Betriebe in seiner Branche.

Herr Kamp, wie blickt der Dehoga-Verband auf das Jahr 2021 im Vergleich zu 2020 zurück?

Für unsere Klubs und Diskotheken bleibt die Situation schwierig. Sie waren die ersten, die schließen mussten und die letzten, die wieder öffnen durften. Sie konnten, im Gegensatz zu Hotels und Gaststätten, nicht wieder richtig durchstarten. Das ist sehr bedauerlich, aber aufgrund der Situation auch nachvollziehbar. Der Dehoga-Verband versucht alles, damit auch in dieser Branche alles glimpflich ablaufen wird. Bei den Hotels und Gaststätten in Cuxhaven sieht es dagegen doch anders aus. Die Lage Cuxhavens und der damit verbundene Tourismus haben in den Öffnungsmonaten eine gute Saison ermöglicht. Bis jetzt haben die Betriebe die Krise gut überstanden. Erstaunlich aus meiner Sicht: Das Strandhotel Duhnen hat den besten November aller Zeiten verbuchen können.

Überregional liest man stets davon, dass es personelle Engpässe in den Hotel-, Restaurant- und Kochbereichen gibt. Wie sieht das in Ihrem Dehoga-Bereich aus?

Ja, die Nachfrage ist auch in Cuxhaven groß. Das Hauptproblem in unseren Branchen ist neben der Pandemie tatsächlich die dünne Personaldecke in allen Bereichen. Und wir suchen nicht nur Fachkräfte, sondern Mitarbeiter für jeden Bereich. Corona hat die Problematik noch verschärft, dass muss man attestieren. Und das betrifft auch den Nachwuchs. Wer einen Ausbildungsplatz sucht: Bitte unter der Telefonnummer (0 47 21) 3 80 54 vom Unternehmensverband Cuxhaven melden oder eine Mail an info@dehoga-cuxhaven.de senden.

Sind Betriebe in ihrer Existenz gefährdet?

Nach meinem Wissensstand hat in Cuxhaven kein Betrieb aufgeben müssen. Jedenfalls nicht von unseren Mitgliedsbetrieben. Wir haben sogar einen Zuwachs von plus zehn Prozent zu verzeichnen. In dem Zusammenhang darf ich mich auch bei CNV Medien für die sehr gute Zusammenarbeit bei verschiedenen Projekten bedanken!

Silvester steht vor der Tür und damit auch verschiedene Silvester-Partys in Restaurants. Können diese stattfinden und wenn ja unter welchen Auflagen?

Ja. Bei uns im Strandhotel Duhnen wird es einen Gala-Abend nur für Hotelgäste geben, leider nicht für externe Gäste. Ein Sechs-Gänge-Menü wird angeboten, es gibt eine schöne Deko, der Abend wird an den Tischen verbracht. Es wird Live-Musik geben, allerdings keinen Tanz. Und Magier Bodo Becker wird die Gäste zauberhaft unterhalten. Das Feuerwerk, dass man sonst ja vom Strandhotel gewohnt ist, fällt aus. Alles findet unter Einhaltung der aktuellen Regeln statt, so wie bei vielen anderen Kolleginnen und Kollegen auch.

Wagen Sie eine Prognose für 2022?

Spannend ist doch die Frage, wie sich die Situation nach dem 1. Januar 2022 weiterentwickelt. Wie wirkt sich die Omikron-Variante tatsächlich aus? Bekommen wir ähnlich hohe Zahlen wie aktuell in Frankreich, Spanien, Portugal oder Großbritannien? Die Unvernunft einiger Menschen ist sehr bedauerlich. Von daher fahren wir doch irgendwie ins Blaue. Mit einem erneuten Lockdown rechne ich wirklich nicht, aber wer weiß das schon genau. Gespannt bin ich auf das erste Quartal. Sind die Menschen vernünftig, so wird unsere Branche die Krise auch weiter händeln können und vielleicht erleben wir ja mal wieder ein halbwegs normales Osterfest. Im Sommer rechne ich dann wieder mit einer entspannten Lage. Wenn sich das Geschäft in Hotels und Gaststätten so entwickelt wie 2021, wäre ich zufrieden. Noch schöner wäre es, auch für die anderen Branchen natürlich, wenn sich die Lage wieder normalisieren würde, wir endlich wieder ohne Maske und ohne Abstand agieren könnten!

Zum Abschluss eine naheliegende Frage: Findet die Aktion "Sterne schnuppern", die vom 21. bis 23. Januar 2022 mit sieben teilnehmenden Hotels angesetzt ist, statt?

Ja, sie findet statt! Wir sind alle sehr gut gebucht und gehen diese Aktion zusammen guten Mutes an!

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Herwig V. Witthohn

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

hwitthohn@no-spamcuxonline.de

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