Cuxhavener Tagesklinik feiert zehnjähriges Bestehen
CUXHAVEN. Wenn Kinder und Jugendliche psychisch erkranken, ist das nicht nur für sie sehr belastend, sondern auch für die Familie.
Die Tagesklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie in der Altenwalder Chaussee setzt genau dort an und bietet nun schon seit zehn Jahren individuelle Begleitung sowie qualifizierte und familienorientierte Behandlungsmethoden.
Warmes Licht, helle und gemütlich eingerichtete Räume, bunte Bilder an den Wänden. Mit dem kühlen klinischen Bild, das viele beim Gedanken an eine psychiatrische Einrichtung im Kopf haben, hat die Tagesklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie des Wichernstifts nichts zu tun. "Darauf haben wir viel Wert gelegt", sagt Stationsleiter Nils Beckmann, der fast seit der ersten Stunden mit dabei ist. "Wir wollen hier eine Atmosphäre schaffen, in der sich die Patienten wohlfühlen."
Die Tagesklinik, die weitere Standorte in Brake und Ganderkesee hat, ist in Cuxhaven beheimatet in den Räumen der ehemaligen Entbindungsstation des früheren Stadtkrankenhauses. "Wir hatten sogar schon Patienten, die sind hier zur Welt gekommen", erzählt Oberärztin Dr. Annika Reffken.
Die Tagesklinik arbeitet mit Kindern und Jugendlichen im Alter von sechs bis 18 Jahren, die vom Haus- oder Kinderarzt überwiesen werden. Ein Team aus Ärzten, Psychologen, Ergotherapeuten, Sozialarbeitern und Pflegekräften steht den Patienten auf dem Weg zurück in ein normales Leben mit viel Herz zur Seite.
"Wichtig ist uns dabei der Dialog zwischen Patienten und ihren Familien", sagt Dr. Rasmus Bernhardt, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie. "Dadurch, dass die Patienten in der Woche von 8 bis 16 Uhr hier sind und nachmittags wieder nach Hause fahren, werden sie nicht von ihren Familien getrennt. Das ist ganz wichtig."
Ängste, Depressionen, Störungen im Sozialverhalten, ADHS, psychosomatische Erkrankungen, oder Essstörungen. All das und einiges mehr wird hier behandelt. "Kinder und Jugendliche stehen heutzutage unter einem enormen Druck. Durch die Schule und auch die sozialen Medien. Jeder will der Beste und Schönste sein. Der Konkurrenzkampf hat zugenommen", beschreibt Bernhardt die heutigen Alltagsbelastungen.
"Vor allem die Zahl der Schulvermeider unter unseren Patienten hat zugenommen", erzählt Reffken. Das sei jedoch nur das Symptom, die Gründe dafür seien ganz unterschiedlich. "Mal können Trennungsängste, mal Mobbing, mal Hyperaktivität oder auch eine Depression dahinterstecken."
Insgesamt zehn Patienten-Plätze stehen in der tagesstationären Klinik zur Verfügung. Die sind aktuell alle besetzt. Die Wartezeit beträgt circa vier Monate. Das entspricht in etwa dem durchschnittlichen Behandlungszeitraum eines Patienten. "Wir versuchen aber immer, Lösungen zu finden", sagt Bernhardt.
Bei den therapeutischen Behandlungen in der Klinik steht vor allem die zwischenmenschliche Beziehung im Fokus. Um die zu stärken, gibt es neben den Einzeltherapien und Familiengesprächen, die ganz persönlich auf jeden Patienten zugeschnitten sind, weitere Methoden. Gemeinsames Reiten, Tischkicker oder andere Aktivitäten in der Gruppe. "Wir wollen den Kindern und Jugendlichen Raum geben, um ihre Gefühle zu verstehen und Abstand zu den Alltagsbelastungen zu gewinnen. Immer mit dem Ziel der sozialen Reintegration am Ende der Behandlung vor Augen."
Weitere Informationen rund um das große Angebot der Tagesklinik gibt es unter www.wichernstift.de/klinik/tagesklinik/
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